Smartbird: Elizabeth Mora und Dan Kasun in den Vorstand
Smartbird, ehemals Allbirds, beruft Cloud- und Finanzexperten in den Vorstand. Der Wandel zum KI-Infrastruktur-Anbieter schreitet trotz Verlusten und Kursrückgang voran.

- Zwei Tech-Experten für den Vorstand nominiert
- Kompletter Umbau vom Schuhhändler zum KI-Dienstleister
- Hoher Nettoverlust im ersten Quartal 2026
- Aktie verliert seit Jahresbeginn deutlich an Wert
Das unter dem Namen Allbirds bekannt gewordene Unternehmen setzt seine tiefgreifende Transformation zum Anbieter von KI-Infrastruktur konsequent fort. Am Montag nominierte das nun als Smartbird firmierende Unternehmen mit Elizabeth Mora und Dan Kasun zwei erfahrene Führungspersönlichkeiten aus der Technologiebranche für die Wahl in das Board of Directors. Diese Personalentscheidung unterstreicht den radikalen Kurswechsel weg vom Schuhhandel hin zu spezialisierten IT-Lösungen für künstliche Intelligenz.
Strategische Verstärkung durch Branchenveteranen
Die nominierten Vorstandsmitglieder bringen weitreichende Erfahrung in den Bereichen Unternehmensführung und Cloud-Infrastruktur mit. Elizabeth Mora war zuvor als Finanzchefin (CFO) des Draper Laboratory sowie der Harvard University tätig. Sie verfügt zudem über Aufsichtsratserfahrung bei Unternehmen wie Inogen und MKS Instruments, wo sie den Prüfungsausschuss leitete.
Dan Kasun ergänzt das Gremium durch seine jahrzehntelange Expertise bei marktführenden Technologiekonzernen. Er verbrachte 18 Jahre bei Microsoft und elf Jahre bei Amazon Web Services (AWS), bevor er die Rolle des Senior Vice President bei Pegasystems übernahm. Laut CEO Nadia Carlsten ist diese Erfahrung im Bereich Go-to-Market-Strategien und Skalierung von Technologieplattformen essenziell, um die neue Vision des Unternehmens umzusetzen. Carlsten, die an der UC Berkeley promovierte, treibt die Neuausrichtung voran, seit das Unternehmen beschlossen hat, das angestammte Geschäft mit nachhaltigem Schuhwerk hinter sich zu lassen.
Radikaler Wandel vom Einzelhandel zur Technologie
Der Pivot von einer Lifestyle-Marke zu einem Infrastruktur-Dienstleister gilt als eine der ungewöhnlichsten Transformationen an der Nasdaq. Das ursprüngliche Schuhgeschäft inklusive der Markenrechte wurde für 39 Millionen US-Dollar an die American Exchange Group veräußert. Während die Käufer planen, die Marke Allbirds mit neuen Kollektionen ab Herbst 2027 fortzuführen, konzentriert sich die Allbirds Inc. unter ihrem neuen Namen Smartbird vollständig auf den Aufbau von KI-Rechenkapazitäten.
Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Kunden, die aus Sicherheitsgründen keine öffentlichen Cloud-Dienste nutzen können oder wollen. In einem Interview erläuterte Carlsten, dass der Fokus auf „Sovereign AI“ liege – also auf Systemen, die eine souveräne Datenkontrolle ermöglichen. Um diesen Wandel zu vollziehen, stellt Smartbird derzeit verstärkt Personal in den Bereichen Engineering und Netzwerkbetrieb ein und prüft einen Umzug des Hauptsitzes von San Francisco nach Palo Alto oder San Jose, um näher am Zentrum des Silicon Valley zu agieren.
Finanzielle Herausforderungen im Übergangsjahr
Die Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund einer schwierigen wirtschaftlichen Phase. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 19,6 Millionen US-Dollar. Der Umsatz des früheren Kerngeschäfts war bereits in den Vorjahren massiv unter Druck geraten und sank von 298 Millionen US-Dollar im Jahr 2022 auf zuletzt 152 Millionen US-Dollar. Für den Aufbau der neuen KI-Infrastruktur wurden bereits Finanzierungsmittel in Höhe von 50 Millionen US-Dollar bereitgestellt.
An der Börse wird die Transformation mit hoher Volatilität begleitet. Die Aktie notiert aktuell bei 2,26 US-Dollar und hat seit Jahresbeginn rund 44,88 Prozent an Wert verloren. Damit liegt das Papier nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 2,15 US-Dollar. Trotz kurzzeitiger Kurssprünge nach der Ankündigung des Strategiewechsels bleibt die Marktkapitalisierung mit umgerechnet 16,96 Millionen Euro auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Anleger beobachten nun genau, ob die personelle Verstärkung im Vorstand ausreicht, um das Vertrauen des Marktes in das neue Geschäftsmodell nachhaltig zurückzugewinnen.
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