SMI: Pharma-Schwergewichte ziehen Index runter

Der Schweizer Aktienmarkt gibt nach einer starken Phase nach, belastet durch Pharmawerte und restriktive Fed-Signale.

Die Kernpunkte:
  • SMI fällt um 0,36 Prozent
  • Pharmaaktien drücken den Index
  • SNB belässt Leitzins bei null
  • Fed-Signale belasten Zinserwartungen

Der Schweizer Leitindex SMI hat den Donnerstag im Minus beendet — ein kleiner Rücksetzer nach anderthalb starken Wochen. Die geldpolitischen Entscheidungen diesseits und jenseits des Atlantiks bestimmten das Marktgeschehen.

SNB hält Kurs, Fed schürt Unbehagen

Die Schweizerische Nationalbank beließ den Leitzins erwartungsgemäß bei null Prozent. Die Entscheidung selbst war keine Überraschung, brachte aber dennoch etwas Volatilität in den Handel. Interessanter war eine leichte Anpassung in der Kommunikation zu Devisenmarktinterventionen — das setzte den Franken kurzfristig unter Druck.

Mehr zu schaffen machte dem Markt die US-Notenbank. Fed-Chef Kevin Warsh hatte am Mittwochabend überraschend restriktive Signale gesendet: Die Fed rechnet für 2026 mit deutlich höherer Inflation, weshalb Marktteilnehmer nun zunehmend Zinserhöhungen ab September einpreisen statt der erhofften Senkungen. Kein Wunder, dass das an einem zinssensiblen Markt wie der Schweiz Spuren hinterlässt.

Pharma belastet, Geopolitik stützt

Am Tabellenende standen die großen Pharmawerte und drückten den SMI ins Minus. Das Minus von 0,36 Prozent auf 13.765,83 Punkte hält sich allerdings in Grenzen.

Positiv wirkte sich das geopolitische Umfeld aus. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete ein Rahmenabkommen für ein Ende des Iran-Konflikts — die Ölpreise gaben daraufhin weiter nach, was die Inflationssorgen zumindest teilweise dämpfte. Dieser Rückenwind half dem breiteren europäischen Markt stärker als der Schweiz: Der EuroStoxx 50 erreichte erneut ein Rekordhoch.

Am Freitag dürften die Impulse aus den USA begrenzt bleiben — der Juneteenth-Feiertag legt die US-Börsen lahm. Wie der SMI ohne diesen Taktgeber in das verlängerte Wochenende findet, wird zeigen, wie fest der jüngste Erholungstrend tatsächlich verankert ist.

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