Smi: Quartalsende mit Bremsspuren

Der Schweizer Leitindex verlor 0,59 Prozent; steigende Ölpreise und europäische Teuerungsdaten belasteten die Stimmung.

Die Kernpunkte:
  • SMI schloss 0,59 Prozent schwächer
  • Brent verteuerte sich um über drei Prozent
  • Julius Bär verlor 3,2 Prozent
  • DocMorris-Aktie sprang um mehr als acht Prozent

Der Schweizer Leitindex schließt das dritte Quartal schwächer, als er gestartet ist. Ein freundlicher Auftakt reichte nicht: Steigende Ölpreise und neue Inflationsdaten drehten die Stimmung im Verlauf.

Der SMI kletterte zunächst auf 13.973 Punkte, bröckelte dann bis zum Mittag ab und rutschte am Nachmittag weiter. Zum Schluss stand er 0,59 Prozent tiefer bei 13.830,34 Punkten, zugleich dem Tagestief.

Öl und Inflation drücken

Der Ölpreis gab den Takt vor. Brent verteuerte sich um mehr als drei Prozent auf rund 99 Dollar je Barrel. Hintergrund ist die ungelöste Lage zwischen dem Iran und den USA. Zuletzt gab es Meldungen über Beschuss auf Tankschiffe in der Straße von Hormus. Eine Einigung, die den Weg für die Wiederöffnung der Meerenge ebnen würde, blieb aus.

Hinzu kamen Preisdaten aus Europa. In Deutschland und Italien zog die Teuerung im September an, besonders in Italien deutlich. Die besser als erwartet ausgefallenen US-Daten halfen nur kurz: Der bevorzugte Preisindikator der Fed, der PCE, verharrte im August bei 3,4 Prozent, Analysten hatten 3,7 Prozent erwartet.

Zusätzlich belastete die heimische Stimmung. Der Anlegerindikator von UBS und CFA Society Switzerland fiel im September um 9,5 Punkte auf 2,6, den tiefsten Stand seit drei Monaten.

Finanz- und Industriewerte vorn bei den Verlierern

Am Index zeigte sich ein breites Minus. Julius Bär verlor 3,2 Prozent. Holcim und Kuehne + Nagel gaben jeweils 2,4 Prozent nach. Swiss Life, ABB, Sandoz, Lonza, Swiss Re, Helvetia Baloise und Schindler büßten zwischen 1,3 und 1,7 Prozent ein. Auch Zurich Insurance, Geberit, Givaudan, Novartis, Alcon, Sika, UBS und Straumann schlossen im Minus.

Gegen den Trend legten wenige Titel zu. Partners Group und Richemont gewannen fast 1,5 Prozent, SGS etwas mehr als ein Prozent, Logitech 0,7 Prozent. Amrize und Lindt & Sprüngli verbuchten kleine Gewinne.

Außerhalb des Leitindex sorgte DocMorris für einen Lichtblick: Die Aktie sprang um mehr als acht Prozent. Cantor nahm die Bewertung mit „Overweight“ auf, nachdem Konkurrent Redcare zum Wochenstart seine Prognose angehoben hatte.

Europa ebenfalls schwach

Der Schweizer Markt stand nicht allein. Der EuroStoxx 50 verlor 0,81 Prozent auf 6.269 Punkte und beendete im September eine Serie von fünf Monatsgewinnen mit einem Minus von 2,4 Prozent. Der britische FTSE 100 gab 0,29 Prozent nach.

Berenberg-Stratege Ulrich Urbahn sieht eine Jahresendrallye weiter möglich, sofern robuste Unternehmensgewinne anhalten. Dafür müssten die Firmen ihre Margen und Prognosen verteidigen, während Inflation und Renditen nicht weiter steigen dürften. Zum Start ins vierte Quartal liegt die nächste Hürde für den SMI damit im Ölmarkt: Sinkt der Brent-Preis wieder klar unter die Marke von 99 Dollar, bekäme der Index Luft.

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