Smith & Nephew Aktie: Knie-Schwäche in den USA?

Schwächere US-Verkäufe bei Hüft- und Knieimplantaten drücken Umsatz-, Gewinn- und Cashflow-Erwartungen für 2026.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzwachstum 2026 nur noch rund drei Prozent
  • Trading-Profit-Wachstum auf rund vier Prozent gesenkt
  • US-Knieimplantatumsatz im dritten Quartal rückläufig
  • Gespräche mit Johnson & Johnson beendet

Smith & Nephew hat heute wegen schwächerer US-Geschäfte mit Hüft- und Knieimplantaten seine Jahresprognose gesenkt. Das Wachstum im übrigen Konzern reicht nicht aus, um die Belastung aufzufangen. Die Schwäche in der US-Orthopädie dürfte nach Einschätzung des Unternehmens auch im Schlussquartal anhalten. Die Aktie verliert heute -3,0% und spiegelt damit die Enttäuschung über den Ausblick wider.

Weniger Wachstum und freier Cashflow

Für 2026 erwartet Smith & Nephew nur noch ein zugrunde liegendes Umsatzwachstum von rund 3%. Zuvor hatte das Unternehmen rund 4% in Aussicht gestellt.

Die Kürzung betrifft nicht allein den Umsatz. Auch beim Ergebnis und bei der Mittelgenerierung setzt das Unternehmen die Erwartungen zurück. Für Anleger zählt damit nicht nur die Rückkehr der Orthopädiesparte zu Wachstum. Entscheidend ist auch, wie stark dieses Wachstum zum Konzernergebnis beiträgt.

Beim Trading Profit rechnet Smith & Nephew nun mit einem Wachstum von rund 4% statt rund 8%. Der erwartete Trading Profit beträgt rund 1.250 Mio. US-Dollar.

Damit fällt der Ergebniszuwachs deutlich schwächer aus als bislang geplant. Die Schwierigkeiten im US-Implantatgeschäft belasten den Ausblick trotz der besseren Entwicklung in anderen Geschäftsbereichen.

Den erwarteten freien Cashflow senkt das Unternehmen auf rund 750 Mio. US-Dollar von zuvor rund 800 Mio. US-Dollar. Das Ziel für die Cash Conversion bleibt mit rund 95% unverändert.

Die niedrigere Erwartung an den Mittelzufluss geht somit nicht mit einer Senkung des Umwandlungsziels einher. Smith & Nephew korrigiert vor allem die erwartete Größenordnung des Geschäftsverlaufs nach unten.

US-Implantate bremsen den Konzern

Im dritten Quartal 2026 erreichte der Konzernumsatz 1.551 Mio. US-Dollar. Das entsprach einem berichteten und zugrunde liegenden Wachstum von jeweils 3,4%.

Hinter dem Anstieg stehen deutlich unterschiedliche Entwicklungen. Sports Medicine & ENT wuchs kräftig, während Advanced Wound Management nahezu stagnierte. Die Orthopädie kehrte insgesamt zu Wachstum zurück. Das verdeckt allerdings die anhaltenden Probleme im US-Geschäft mit Hüft- und Knieimplantaten.

Der US-Umsatz mit Knieimplantaten sank um 7,3%, jener mit Hüftimplantaten um 1,0%. Außerhalb der USA legten beide Produktbereiche dagegen zu.

Diese regionale Trennung ist für die Einordnung wichtig: Smith & Nephew meldet keinen flächendeckenden Rückgang seines Implantatgeschäfts. Die US-Schwäche ist dennoch stark genug, um die Jahresziele des gesamten Konzerns zu belasten. Weil das Unternehmen mit einer Fortsetzung im Schlussquartal rechnet, enthält der gesenkte Ausblick keine kurzfristige Entwarnung.

Strategische Prüfung läuft weiter

Parallel zur operativen Korrektur bestätigte Smith & Nephew das Ende der Gespräche mit Johnson & Johnson über eine mögliche Kombination mit DePuy Synthes. Nach Angaben von Reuters scheiterten die Gespräche an Uneinigkeit über die Führung der vergrößerten Gruppe. Smith & Nephew selbst nannte keinen Grund.

Der Vorstand prüft weiterhin strategische Optionen für die Orthopädie. Eine konkrete Transaktion ist damit nicht bestätigt. Für die Bewertung des Geschäfts bleiben zunächst die operative Entwicklung und die gesenkten Jahresziele maßgeblich.

Der laufende Aktienrückkauf umfasst 500 Mio. US-Dollar. Bis zum Ende des dritten Quartals waren davon 250 Mio. US-Dollar abgeschlossen.

Das Programm läuft somit trotz des schwächeren Ausblicks weiter. Es ändert jedoch nichts an der zentralen Aufgabe: Smith & Nephew muss die US-Orthopädie stabilisieren, damit das Wachstum der übrigen Bereiche wieder stärker im Konzernergebnis ankommt.

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