SMT Scharf muss sich was einfallen lassen

Die Halbjahreszahlen des Bergbau-Ausrüsters SMT Scharf waren für die meisten Investoren keine wirkliche Überraschung. Denn der kürzlich ins Amt gekommene Vorstandschef Hans Joachim Theiß hatte schon zur Amtsübernahme angekündigt, dass zusätzliche Abschreibungen und Rückstellungen das Ergebnis belasten werden. Gesagt, getan:

 

© SMT Scharf
© SMT Scharf

Sichtbar wurden die angekündigten Abschreibungen und Rückstellungen vor allem in zwei gemeldeten Zahlen. Zum einen erhöhten sich im ersten Halbjahr insgesamt die Abschreibungen auf Anlagevermögen um 74% auf 1,1 Mio. Euro. Gleichzeitig legten die betrieblichen Aufwendungen inklusive Wertberichtigungen auf Forderungen und weiteren Rückstellungen von 5,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 6,2 Mio. Euro aktuell zu.

 

SMT Scharf dippt in die Verlustzone

Unter dem Strich erwirtschaftete das Unternehmen, das u .a. Transportanlagen für den Bergbau (Loren, Sessellifte etc.) baut, im Halbjahr ein negatives EBIT von 0,4 Mio. Euro nach einem positiven Ertrag von 0,9 Mio. Euro im Vorjahr. Netto betrug der Verlust 0,6 Mio. Euro nach plus 1,2 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz konnte immerhin leicht um 5,1% auf 22,5% gesteigert werden.

Erfreulich dabei: Dank einiger noch kurzfristig gesicherter Projekte in Russland fiel der dort erwartete Umsatzrückgang nicht so stark aus. Hinzu kam, dass SMT Scharf in China deutlich zulegen konnte. Der Anteil des dortigen Geschäftes am Gesamtergebnis erhöhte sich binnen Jahresfrist von 12% auf 21%. Den übergroßen Teil des Umsatzes macht man mit rund 83% weiterhin im Kohlebergbau, der Rest mit der Ausrüstung von Gold-, Platin- und anderen Erzminen.

 

Neue Märkte sollen neues Wachstum bringen

Dennoch: SMT Scharf ist klar, dass die momentan schwierige Branchenlage kaum schnell zu beheben sein wird. Das spiegelt sich auch in einer geringeren Ergebnisprognose wider. Zwar glaubt SMT Scharf, das Umsatzziel von 45 Mio. Euro im Gesamtjahr noch erreichen zu können. Doch beim Ertrag rechnet man nur noch mit einem ausgeglichenen Ergebnis.

Kein Wunder, dass man auch über neue Wege in andere Märkte nachdenkt, um die Einflüsse aus dem Bergbau zu kompensieren. Allerdings bleibt außer einer allgemeinen Absichtserklärung noch nichts Konkretes. Damit bleibt am Ende auch die Aktie in der Luft hängen.

 

Aktie in schwierigem Umfeld

Ähnlich wie bei Datagroup läuft es bei SMT Scharf schon seit geraumer Zeit auf eine charttechnische Entscheidungssituation in einem Dreieck hinaus. Doch während wir bei Datagroup bislang eher optimistisch für einen Ausbruch nach oben sind, sehen wir bei SMIT Scharf derzeit keine positiven Impulse, die das schaffen könnten.

SMT-Scharf-17-08-15

Insofern halten wir das Risiko für hoch, dass die Aktie hier noch einmal abtaucht.

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