Snap mit größtem Börsengang seit Alibaba

Snap, die Mutter des Messenger-Dienstes Snapchat, ist am Donnerstag erfolgreich an der New Yorker Stock Exchange gestartet.

Die Erstnotiz lag bei 24 Dollar, was mehr als 40 % über dem Ausgabepreis der Papiere angesiedelt war. Diesen hatte Snap Inc. im Vorfeld mit 17 Dollar festgelegt. Zunächst war lediglich eine Spanne von 14 bis 16 Dollar angepeilt worden. "Das ist ein Traumstart für Snap", sagte ein Broker direkt nach dem Handelsstart dem Fernsehsender "CNN". Es ist lange her, dass man die New Yorker Börse so im Rausch gesehen hat.

Snap nach langem Hin und Her an der Börse

Die Aktie erreichte im US-Handel zwischenzeitlich knapp 26 Dollar und schloss am Ende des Tages mit 24,48 Dollar. Das Start-up aus Kalifornien hat nach langem Hin und Her nun endlich den Sprung an die Börse gewagt. Und es hat sich für das Unternehmen gelohnt. Es war der größte Börsengang eines US-Tech-Unternehmens seit Alibaba und Facebook. Mit dem Debüt konnte das selbsternannte "Kamera-Unternehmen" 3,4 Mrd. US-Dollar einnehmen und machte die Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy zu Multimilliardären.

Riesige Nachfrage

Mit diesem Börsenstart erreicht der Tech-Hype eine nächste Stufe: Es geht ein Unternehmen an die Börse, das noch keinen einzigen Dollar Gewinn gemacht hat - und die Investoren greifen trotzdem gierig zu. Die Banken, die den Börsengang begleiteten, hätten problemlos das Zehn- bis Zwölffache an Snap-Aktien verkaufen können, hieß es. Denn die Nachfrage nach den Snap-Papieren war riesig.

Aber es liegt auch ein enormes Risiko in dem Investment: Das Unternehmen hat im Jahr 2016 einen Verlust von fast einer halben Milliarde Dollar gemacht. Damit verbrennt der Konzern derzeit mehr Geld, als es Umsätze macht. Außerdem heißt es in den Papieren: "Es ist möglich, dass die Profitabilität nicht erreicht wird."

Dieses Risiko gehen die Aktionäre aber anscheinend gerne ein, sie bauen darauf, dass Snap mit seinem Fotodienst Snapchat das nächste große Ding in der Welt der sozialen Medien ist.

Allerdings wurden auch nur Aktien ohne Stimmrecht ausgegeben. Denn die beiden Gründer, die jeweils circa 15 - 20 % an dem Unternehmen Snap halten, wollen auch weiterhin die Kontrolle über ihr Unternehmen behalten, zusammen vereinigen sie fast 90 % der Stimmrecht.

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