Snowflake Aktie: Bewertung fordert Fortsetzung
Snowflake übertrifft im zweiten Fiskalquartal die Erwartungen und hebt die Prognose an, während Bewertung und Auftragsdynamik Fragen aufwerfen.

- Umsatz übertrifft Wall-Street-Prognosen
- Jahresausblick für Produktumsatz angehoben
- KI-Angebote treiben zusätzliche Dynamik
- Auftragswachstum verliert an Tempo
Snowflake liefert genau das ab, was die Wall Street derzeit belohnt: beschleunigtes Wachstum, angehobene Prognosen und sichtbare KI-Monetarisierung. Die Aktie sprang nach den Zahlen zum zweiten Fiskalquartal um mehr als 16 Prozent nach oben und trieb den gesamten Software-Sektor mit sich. Für ein Unternehmen, das erst im Mai mit den Q1-Daten eine Rallye ausgelöst hatte, ist das eine bemerkenswerte Wiederholung.
Die Zahlen tragen die Euphorie
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 1,55 Milliarden Dollar, ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Erwartungen von 1,48 Milliarden Dollar. Das Produktgeschäft, Snowflakes wichtigste Erlösquelle, wuchs sogar um 37 Prozent – das dritte Quartal in Folge mit beschleunigtem Tempo. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,62 Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 0,45 Dollar deutlich.
Das Management reagierte mit einer angehobenen Jahresprognose: Die Produktumsatz-Guidance für das Fiskaljahr 2027 steigt von 5,84 auf 6,07 Milliarden Dollar. Die operative Marge auf non-GAAP-Basis kletterte auf 15,3 Prozent, nach 11 Prozent im Vorjahresquartal. KI-Produkte wie CoCo und CoWork, die inzwischen zusammen weit über 10.000 Kundenkonten zählen, lieferten laut Unternehmensangaben rund die Hälfte des zusätzlichen Wachstumsschubs.
Bewertung läuft der Substanz voraus
Die Kursreaktion zeigt allerdings auch die Kehrseite der Geschichte. Binnen drei Monaten hat sich der Kurs um mehr als 50 Prozent verteuert, auf Sicht von sechs Monaten beträgt das Plus rund 120 Prozent. Snowflake bleibt zudem ein Unternehmen mit negativer Nettomarge – Modellrechnungen deuteten zuletzt sogar auf eine spürbare Überbewertung gegenüber dem fairen Wert hin.
Ein Warnsignal liefert der Blick auf die Restauftragswerte: Das gesamte Remaining Performance Obligation wuchs im Quartal um 30 Prozent, nach 38 Prozent im Vorquartal – ein Abschwächungstrend, der im Gegensatz zur beschleunigten Umsatzentwicklung steht.
Der freie Cashflow verfehlte zudem die Konsensschätzungen. Mehrere Analystenhäuser reagierten dennoch mit Kaufempfehlungen und Kurszielen zwischen 370 und 488 Dollar, was die Spannbreite der Einschätzungen zu Snowflakes weiterem Potenzial verdeutlicht.
Ob sich die aktuelle Bewertung halten lässt, hängt an der Fortsetzung des KI-getriebenen Wachstums im zweiten Halbjahr. Die eigene Prognose für das dritte Quartal impliziert ein Produktumsatzwachstum von etwa 37 bis 38 Prozent – über den bisherigen Markterwartungen. Erste Bestätigung oder Enttäuschung dürfte sich mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.
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