Snowflake Aktie: KI-Agenten sollen jetzt selbst ran

Neue Agenten sollen Aufgaben selbstständig erledigen; Snowflake ergänzt sie um zentrale Rechte-, Modell- und Budgetkontrollen.

Die Kernpunkte:
  • CoCo und CoWork für autonome Aufgaben
  • Mehr als 5.800 CoWork-Konten
  • AI Gateway bereits allgemein verfügbar
  • Cortex Training bis zu 61 Prozent günstiger

Snowflake will KI-Agenten vom Assistenten zum Kollegen machen. Auf der Hausmesse Expedition 2026 stellt der Datenspezialist heute gleich mehrere Neuerungen vor, die Agenten im Hintergrund selbstständig arbeiten lassen. Der Konzern positioniert sich damit als Kontrollinstanz für die sogenannte Agentic Enterprise.

Always-on-Agenten für Daten- und Fachteams

Im Zentrum stehen CoCo, der Coding-Agent für Datenteams, und CoWork, der persönliche Arbeitsagent für Wissensarbeiter. Neue Bots sollen dauerhaft im Hintergrund laufen und sich nur melden, wenn eine Entscheidung oder Freigabe nötig ist. Sie erben dabei die Zugriffsrechte des jeweiligen Nutzers. Die Bots befinden sich allerdings noch vor dem Start einer privaten Vorschau.

Die Nutzung wächst laut Unternehmen bereits spürbar: CoWork kommt auf mehr als 5.800 Konten, CoCo auf über 9.100. Cisco, Docusign und United Rentals zählen zu den Anwendern. Hinzu kommen wiederkehrende Automatisierungen, Anbindungen an Slack und Excel sowie eine mobile App, die sich teils noch in der öffentlichen Vorschau befinden.

Für Datenteams zielt Snowflake auf selbstheilende Pipelines. Agenten prüfen Datenströme nach Zeitplan, erkennen Fehler und schlagen Korrekturen vor, die Ingenieure freigeben. Parallel dazu verspricht der Konzern Echtzeit-Analysen auf einer Plattform: Daten sollen mit einer Medianzeit von rund drei Sekunden nutzbar sein. Die Börsenbetreiberin Cboe lädt nach eigenen Angaben täglich fast 200 Milliarden Datenzeilen ein.

Governance als Verkaufsargument

Wer viele Agenten einsetzt, braucht Kontrolle. Genau hier setzt das zweite Paket an. Das AI Gateway bündelt Zugriffsrechte, Modellwahl und Budgets für alle Agenten. Kostenobergrenzen sollen verhindern, dass ein außer Kontrolle geratener Agent ein Budget aufbraucht. Das Gateway ist bereits allgemein verfügbar, mehrere Funktionen wie die Erkennung von Agentenmissbrauch befinden sich noch in der privaten Vorschau.

Die Business Ontology ergänzt das um verbindliche Definitionen von Geschäftsbegriffen wie dem Nettoumsatz. Agenten sollen nur freigegebene Bedeutungen verwenden. Laut einer Umfrage unter 400 Führungskräften nennen 55 Prozent fehlenden Geschäftskontext als Hauptgrund für schwache Agenten-Ergebnisse. Glean und Kargo setzen das Gateway ein, dentsu und Merkle die Ontology.

Kostenseitig adressiert Snowflake zudem eigene Modelle. Mit Cortex Training lassen sich offene Modelle auf Firmendaten trainieren, nach Konzernangaben bis zu 61 Prozent günstiger als bei vergleichbaren Angeboten. Dieser Dienst ist bislang in der öffentlichen Vorschau.

Einordnung

Kursrelevante Zahlen nannte der Konzern nicht. Die Botschaft richtet sich an Großkunden: Wer Daten, Kontext und Kontrolle bei einem Anbieter bündelt, soll Agenten schneller aus der Pilotphase in den Betrieb bringen. Ein Teil der Funktionen ist erst in Vorschau, die Umsatzwirkung dürfte sich daher erst mit der breiteren Verfügbarkeit zeigen.

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