SoftBank: 105 Milliarden Dollar Nvidia-Garantie
SoftBank, Nvidia und OpenAI bauen gemeinsam einen gigantischen KI-Campus in Ohio. Nvidia investiert Milliarden und sichert Mietzahlungen mit einer historischen Bürgschaft ab.

- Nvidia investiert 1,5 Milliarden Dollar
- OpenAI mietet für 20 Jahre
- Bürgschaft über 105 Milliarden Dollar
- Campus soll bis 2032 fertig sein
Die SoftBank Group steht im Zentrum eines der bislang umfangreichsten Infrastrukturprojekte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Wie gestern bekannt wurde, haben der japanische Technologiekonzern, Nvidia und OpenAI eine weitreichende Vereinbarung zum Bau eines gigantischen Datenzentrum-Campus in Ohio getroffen.
Die Aktie von SoftBank reagiert am heutigen Dienstag positiv auf die Nachricht und notiert im deutschen Handel bei 31,27 Euro, was einem Zuwachs von 1,8 Prozent entspricht.
Milliardeninvestitionen und eine historische Bürgschaft
Im Rahmen der Kooperation investiert Nvidia 1,5 Milliarden US-Dollar direkt in SB Energy, eine Tochtergesellschaft der SoftBank Group. Das Kernstück des Deals am sogenannten PORTS-Pike Technology Campus ist ein Mietvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren, den OpenAI als Hauptnutzer unterzeichnet hat.
Um dieses Vorhaben abzusichern, stellt Nvidia eine Garantie von bis zu 105 Milliarden US-Dollar bereit. Diese Bürgschaft dient als Absicherung für die Mietzahlungen, sollte OpenAI in finanzielle Schwierigkeiten geraten oder insolvent werden.
SB Energy wird den Campus in Pike County nicht nur entwickeln, sondern bleibt auch dessen Eigentümer und Betreiber. Die Vereinbarung sieht vor, dass Nvidia als exklusiver Lieferant für die Rechenleistung fungiert.
Analysten von Morgan Stanley wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass derartige Finanzierungskonstrukte, bei denen Schulden teilweise außerhalb der klassischen Bilanzen geführt werden, die Bewertung des finanziellen Hebels für Investoren zunehmend erschweren könnten.
Massive Infrastruktur für die nächste KI-Generation
Das Ausmaß des Projekts ist beispiellos für die Branche. Die geplante IT-Kapazität des Campus liegt anfänglich bei 4,25 Gigawatt (GW), wobei Optionen bestehen, diese auf bis zu 8 GW zu erweitern.
Parallel dazu planen SoftBank und SB Energy massive Investitionen in die Energieversorgung. Vorgesehen sind Ausgaben in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar für die Netzinfrastruktur sowie der Aufbau einer neuen Stromerzeugungskapazität von mindestens 10 GW.
Medienberichten zufolge beinhaltet der Entwicklungsplan von SB Energy zudem den Bau eines Gaskraftwerks mit einer Leistung von 9,2 GW, wofür ein Investitionsvolumen von 33 Milliarden US-Dollar veranschlagt wird.
Der Betrieb des Rechenzentrums soll im Jahr 2028 schrittweise anlaufen, wobei die ersten 800 Megawatt Kapazität bereits in der Startphase zur Verfügung stehen sollen. Das gesamte Vorhaben ist langfristig angelegt und soll bis zum Jahr 2032 vollständig realisiert sein.
Wirtschaftliche Impulse und strategische Partnerschaft
Neben den technologischen Ambitionen hat das Projekt erhebliche regionale Auswirkungen. Es wird erwartet, dass durch den Bau des Campus bis zu 35.000 Arbeitsplätze entstehen, während für den langfristigen Betrieb etwa 2.500 Dauerstellen geschaffen werden. Zudem umfasst die Vereinbarung einen Community-Fonds in Höhe von 80 Millionen US-Dollar sowie KI-Gutschriften im Wert von 84 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung.
Für die SoftBank Group, die derzeit eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 177,60 Milliarden Euro aufweist, bedeutet dieser Deal eine strategische Festigung ihrer Position im KI-Ökosystem. Während der Konzern in der Vergangenheit vor allem als Investor in Software- und Internetunternehmen auftrat, rückt nun die physische Basis der Technologie — Strom und Rechenzentren — stärker in den Fokus.
Die Zusammenarbeit unterstreicht zudem die enge Verzahnung zwischen den führenden Akteuren der Branche: SoftBank als Infrastrukturbereitsteller, Nvidia als Hardware-Lieferant und OpenAI als Nutzer der Rechenkapazitäten.
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