SoftBank: 1,3 Billionen Yen Intel-Windfall

SoftBank verzeichnet dank Intel-Beteiligung einen Milliarden-Buchgewinn und übertrifft die Analystenprognosen deutlich, trotz eines rückläufigen Nettogewinns.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn übertrifft Analystenerwartungen deutlich
  • Intel-Beteiligung beschert Milliarden-Buchgewinn
  • Vision Fund wieder profitabel
  • Investitionsoffensive im KI-Sektor

Die SoftBank Group hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen, obwohl der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank. Für den Zeitraum von April bis Juni 2026 meldete der japanische Technologieinvestor einen Nettogewinn von 347,3 Milliarden Yen (rund 2,2 Milliarden US-Dollar). Damit fiel das Ergebnis zwar um knapp 18 Prozent niedriger aus als im Vorjahresquartal (421,8 Milliarden Yen), schlug jedoch die Konsensschätzungen der Analysten, die laut LSEG lediglich mit Werten zwischen 120 und 166 Milliarden Yen gerechnet hatten.

An der Börse reagierten die Anleger dennoch verhalten auf die Zahlenvorlage. Der aktuelle Kurs der SoftBank-Aktie notiert bei 30,34 €, was einem Rückgang von 2,13% gegenüber dem Vortag entspricht. Damit wird der Konzern derzeit mit einer Marktkapitalisierung von 186,10 Milliarden € bewertet.

Intel-Beteiligung sorgt für Milliarden-Windfall

Der wesentliche Treiber für das über den Erwartungen liegende Ergebnis war ein massiver Buchgewinn aus der Beteiligung am Chiphersteller Intel. Die Investitionsgewinne von SoftBank vervierfachten sich im Berichtsquartal nahezu auf 1.859,3 Milliarden Yen. Davon entfielen allein 1,3 Billionen Yen (etwa 8,2 Milliarden US-Dollar) auf den Wertzuwachs der Intel-Aktien, die sich in diesem Zeitraum mehr als verdreifachten. CFO Yoshimitsu Goto bezeichnete diesen Zuwachs laut der Nikkei als eine „positive Überraschung“.

Parallel dazu konnte auch der Vision Fund wieder einen Gewinn ausweisen. Nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein hoher Verlust zu Buche gestanden hatte, verbuchte der Fonds nun einen Investitionsgewinn von 255,8 Milliarden Yen. Besonders positiv wirkte sich hierbei ein Wertzuwachs von 2,2 Milliarden US-Dollar bei der Beteiligung am TikTok-Mutterkonzern ByteDance aus. Diese Erfolge wurden jedoch teilweise durch höhere Kosten im Segment für KI-Computing sowie durch Währungsverluste in Höhe von 146 Milliarden Yen aufgezehrt, die aus der Schwäche des Yen resultierten.

Fokus auf Künstliche Intelligenz und OpenAI

SoftBank treibt seine Neuausrichtung hin zu einem führenden Akteur im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) massiv voran. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist die Beteiligung am ChatGPT-Entwickler OpenAI. Medienberichten zufolge plant SoftBank, bis Oktober 2026 kumuliert 64,6 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen zu investieren, um einen Anteil von rund 13 Prozent zu erreichen. Davon seien bereits 55 Milliarden US-Dollar überwiesen worden. Im abgelaufenen Quartal lieferte die OpenAI-Beteiligung allerdings noch keinen messbaren Gewinnbeitrag.

Der Fokus auf KI schlägt sich auch in der Bewertung des Gesamtunternehmens nieder. Der britische Chipdesigner Arm bleibt das wichtigste Asset im Portfolio und macht mittlerweile rund 60 Prozent des Nettoinventarwerts (NAV) der SoftBank Group aus. Analysten von Morningstar hoben den Fair Value für Arm im Zuge der Quartalszahlen um 19 Prozent auf 5.000 Yen an, nachdem die Arm-Aktie im Berichtszeitraum um 134 Prozent gestiegen war. Dies trieb den Nettoinventarwert von SoftBank im Quartal zeitweise um 80 Prozent nach oben.

Stabile Bilanz trotz Investitionsoffensive

Trotz der milliardenschweren Investitionspläne zeigt sich die Bilanz von SoftBank solide. Die für das Unternehmen zentrale Kennzahl Loan-to-Value (LTV) – das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Wert der gehaltenen Beteiligungen – sank zum Ende des Quartals im Juni auf 13 Prozent. Im März hatte dieser Wert noch bei 17 Prozent gelegen. CFO Goto betonte angesichts der hohen Nachfrage nach KI-Infrastruktur, dass das Angebot am Markt nach wie vor sehr knapp sei und SoftBank bereit stehe, diese Lücke durch gezielte Investitionen zu schließen.

Neben den Kerninvestitionen in KI und Halbleiter weitete SoftBank im zweiten Halbjahr 2026 seine Aktivitäten bereits auf weitere Bereiche aus. Dazu gehören geplante Investitionen von 5,4 Milliarden US-Dollar in den Robotik-Spezialisten ABB sowie 3,1 Milliarden US-Dollar für das Infrastrukturunternehmen DigitalBridge, um die technologische Basis des Konzerns breiter aufzustellen.

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