SoftBank: 1,33 Billionen Yen Intel-Gewinn im Q1
SoftBank übertrifft trotz Gewinnrückgang die Erwartungen. Ein Milliarden-Buchgewinn aus der Intel-Beteiligung kompensiert schwache Fonds-Ergebnisse und sichert die KI-Investitionen.

- Nettogewinn sinkt um 18 Prozent
- Intel-Beteiligung bringt 1,33 Billionen Yen
- Vision Funds mit deutlichem Ergebnisrückgang
- NAV erreicht Rekordhoch von 72,3 Billionen Yen
Die SoftBank Group hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen des Marktes übertroffen, obwohl der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr zurückging.
Ein massiver Buchgewinn aus einer Beteiligung am US-Halbleiterhersteller Intel glich schwächere Ergebnisse im Kerngeschäft mit Technologie-Fonds sowie eine stagnierende Bewertung der Position am KI-Entwickler OpenAI aus. Damit unterstreicht die japanische Beteiligungsgesellschaft ihre Rolle als zentraler Akteur in der globalen Finanzierung von Künstlicher Intelligenz.
Intel-Beteiligung stützt Quartalsergebnis
In dem am 30. Juni beendeten ersten Geschäftsquartal wies SoftBank einen Nettogewinn von 347,3 Milliarden Yen aus. Dies entspricht einem Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, liegt jedoch über den Schätzungen vieler Marktbeobachter. Der Quartalsumsatz stieg zeitgleich um fast 11 Prozent auf rund 2 Billionen Yen.
Maßgeblich getragen wurde das Ergebnis von einem hohen Investitionsgewinn aus der Beteiligung an Intel, der sich auf 1,33 Billionen Yen belief. Laut Reuters profitierte das Unternehmen zudem von einem Wertzuwachs seiner Anteile an der TikTok-Mutter ByteDance in Höhe von rund 2,2 Milliarden US-Dollar. Diese außerordentlichen Erträge halfen dabei, geringere Gewinne aus dem Technologie-Fonds-Geschäft zu kompensieren.
Die operative Tochtergesellschaft SoftBank Corp. trug mit einem Quartalsumsatz von 1.814,7 Milliarden Yen und einem Nettogewinn von 150,1 Milliarden Yen zur Stabilität des Gesamtkonzerns bei.
Vision Funds und OpenAI im Fokus
Das Segment der Vision Funds verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Ergebnisrückgang. Für das Zeitraum von April bis Juni 2026 wiesen die Fonds einen Gewinn von 5,43 Milliarden Yen aus – ein massiver Einbruch gegenüber den 451,39 Milliarden Yen, die noch im ersten Quartal des Vorjahres erzielt wurden. In Bezug auf OpenAI erklärte SoftBank, dass im abgelaufenen Quartal keine Bewertungsgewinne aus dieser Beteiligung angefallen seien.
Dennoch treibt der Konzern seine Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz voran. Das Wall Street Journal berichtete, dass SoftBank seine Anteile an OpenAI als Sicherheit genutzt hat, um einen Kredit in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar bei einem Bankenkonsortium aufzunehmen.
Dieses Kapital soll die weitere Finanzierung der KI-Strategie sichern. Analysten von Reuters hatten bereits im Vorfeld der Zahlen darauf hingewiesen, dass die Finanzierungswege für OpenAI und die Auswirkungen der steigenden Verschuldung auf die Bilanz ein kritischer Faktor für Investoren bleiben.
Volatilität beim Nettoinventarwert
Der Nettoinventarwert (NAV), eine für die Bewertung von Beteiligungsgesellschaften zentrale Kennzahl, erreichte zum Stichtag am 30. Juni mit 72,3 Billionen Yen einen Rekordstand. Allerdings zeigte sich die Kennzahl zuletzt anfällig für die Schwankungen an den globalen Aktienmärkten: Medienberichten zufolge sank der pro forma berechnete NAV bis zum 5. August auf 58,3 Billionen Yen.
An den Handelsplätzen stabilisierte sich die Lage zuletzt wieder. Der Schlusskurs lag gestern bei 31,20 Euro, was einem Kursplus von 2,3 Prozent entspricht. Damit verbesserte sich die Notierung über die vergangenen sieben Tage um 4,7 Prozent.
Trotz der kurzfristigen Marktturbulenzen im August verdeutlichen die Quartalszahlen, dass SoftBank durch die Realisierung von Gewinnen aus reiferen Beteiligungen wie Intel in der Lage ist, die hohen Kapitalanforderungen seiner KI-Wetten vorerst zu decken.
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