SoftBank Aktie: 13,26-Prozent-Sturz auf 39,30 Euro

Nach einem Kursanstieg von 70 Prozent seit Jahresbeginn setzen Anleger bei SoftBank auf Gewinnmitnahmen. Der Konzern finanziert derweil milliardenschwere KI-Projekte.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch um über 13 Prozent
  • Gewinnmitnahmen nach starker Rallye
  • Milliardenschwere KI-Investitionen belasten
  • Portfolio-Umschichtung bei Beteiligungen

SoftBank bekommt die Schattenseite des KI-Hypes zu spüren. Nach dem Aufstieg zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Japans kassieren Investoren Gewinne ein. Der Kursrutsch trifft einen Konzern, der gerade enorme Wetten auf KI-Infrastruktur und OpenAI finanziert.

Die Aktie fällt am Donnerstag um 13,26 Prozent auf 39,30 Euro. Am Mittwoch hatte der Schlusskurs noch bei 45,30 Euro gelegen. Das ist mehr als eine normale Verschnaufpause.

Der schnelle Aufstieg wird zum Risiko

SoftBank hatte seit Jahresbeginn rund 70 Prozent zugelegt. Der Sprung über Toyota bei der Marktkapitalisierung war ein starkes Signal. Getrieben wurde die Rally vor allem von Arm Holdings und der Fantasie rund um einen möglichen Börsengang von OpenAI.

Jetzt dreht die Stimmung. Nach so einem Lauf reichen schwächere Tech-Vorgaben, um Gewinnmitnahmen auszulösen. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.

Trotz des Rückschlags liegt SoftBank auf 30-Tage-Sicht noch 26,53 Prozent im Plus. Über sieben Tage steht nun aber ein Minus von 4,18 Prozent. Der kurzfristige Trend hat damit einen klaren Knick bekommen.

KI-Pläne verschärfen die Schuldenfrage

Der Kernkonflikt liegt nicht im Tageskurs. SoftBank baut seine Rolle als großer Finanzierer der KI-Wirtschaft massiv aus. Genau das macht die Aktie anfällig, wenn der Markt höhere Risiken einpreist.

Besonders im Blick steht das Frankreich-Projekt. SoftBank hat Investitionen von bis zu 75 Milliarden Euro für KI-Rechenzentren mit 5 Gigawatt Kapazität zugesagt. Davon gelten 45 Milliarden Euro für die erste Ausbaustufe als fest.

Diese erste Stufe umfasst 3,1 Gigawatt bis 2031. Weitere 30 Milliarden Euro entfallen auf geplante Erweiterungen, die noch nicht vertraglich gebunden sind. Damit bleibt offen, wie stark die Finanzierung am Ende wirklich belastet wird.

Auch OpenAI bindet Kapital. SoftBank hat einen Brückenkredit über 40 Milliarden Dollar aufgenommen, um den eigenen Anteil auszubauen. Ende 2025 lag die eigenständige verzinsliche Verschuldung bei rund 16,3 Billionen Yen, umgerechnet etwa 104 Milliarden Dollar.

Das erhöht die Hebelwirkung. Steigen Zinsen oder kippt die Stimmung im KI-Sektor, trifft das SoftBank schneller als breiter aufgestellte Technologiewerte. Kurz gesagt: ein Risiko.

Verkäufe hier, Zukäufe dort

Der Konzern steuert sein Portfolio weiter aktiv. Die Einheit SVF II Lightbulb verkaufte in Indien einen Anteil von 3,25 Prozent am Brillenhändler Lenskart. Der Blockdeal brachte 2.873 Crore Rupien ein.

Nach dem Verkauf hält SoftBank noch 9,88 Prozent an Lenskart. Das schafft Liquidität, auch wenn der Schritt die großen Finanzierungsfragen nicht allein löst.

Parallel dazu baut SoftBank das PayPay-Ökosystem aus. Die Tochter beschloss am 4. Juni 2026 den Kauf von 70,2 Prozent an T&D Financial Life Insurance von T&D Holdings. Lebensversicherungen sollen damit stärker in die PayPay-Plattform eingebunden werden.

Technisch wirkt die Aktie nach dem Absturz nicht mehr überhitzt. Der RSI über 14 Tage liegt bei 54,9 und damit im neutralen Bereich. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 112,82 Prozent zeigt aber, wie heftig der Markt SoftBanks Umbau bewertet.

Der nächste konkrete Termin ist die Hauptversammlung am 24. Juni 2026. Dort dürften Finanzierung, Schuldenmanagement und die KI-Pläne im Zentrum stehen. Bis dahin bleibt SoftBank ein Titel, bei dem jede neue Kapitalnachricht den Kurs schnell bewegen kann.

SoftBank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SoftBank-Analyse vom 4. Juni liefert die Antwort:

Die neusten SoftBank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SoftBank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SoftBank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SoftBank