SoftBank Aktie: 2 Milliarden für Intel

Masayoshi Son verteidigt KI-Investitionen als langfristige Chance und plant milliardenschwere Expansion trotz externer Warnungen.

Die Kernpunkte:
  • Son weist Blasen-Kritik zurück
  • Stargate-Projekt als Kerninvestment
  • Arm dominiert Portfolio mit 48 Prozent
  • Geplante ABB-Roboterübernahme 2026

Masayoshi Son nennt Warnungen vor einer KI-Blase ein „Beleidigung“ gegenüber dem Potenzial der Technologie. Der SoftBank-Chef vergleicht die aktuelle KI-Ära mit den frühen Tagen des Internets — und setzt weiter massiv auf Expansion.

KI-Bewertungen: Gipfel oder Anfang?

Son sieht den KI-Boom noch ganz am Anfang. Bewertungen im Sektor seien keineswegs überhitzt, sondern spiegelten echte Wachstumsperspektiven wider. Als Beleg verweist SoftBank auf seine eigenen Investments: Eine zwei Milliarden Dollar schwere Beteiligung an Intel, aufgebaut im August 2025, liegt bereits im Plus.

Das größte Einzelengagement bleibt das Stargate-Projekt. Anfang 2025 stellte SoftBank dafür 19 Milliarden Dollar bereit — eine Initiative zum Aufbau von KI-Infrastruktur. Sons langfristiges Ziel ist ehrgeizig: Er will den Nettovermögenswert des Konzerns in den nächsten 16 Jahren auf eine Quadrillion Yen treiben. Das entspricht rund 6,4 Billionen Dollar.

Orbitalrechenzentren? Eine verlorene Wette

Son kritisiert Elon Musks Idee, Rechenzentren in den Orbit zu verlagern. Er nennt das Konzept eine „verlorene Wette“. Der entscheidende Kostentreiber bei KI seien Halbleiter — nicht Energie. Raketenstart und Satellitenwartung machten die potenziellen Einsparungen zunichte.

Das passt zur eigenen Strategie. SoftBank soll Interesse an einer Beteiligung am japanischen Energieversorger TEPCO haben, um Rechenzentren in Japan mit Strom zu versorgen. Der globale Energiebedarf von Rechenzentren soll laut Projektionen von 415 Terawattstunden im Jahr 2024 auf 945 Terawattstunden bis 2030 steigen.

Arm dominiert das Portfolio

Innerhalb des Konzerns bestimmt eine einzige Beteiligung das Bild: Arm. Der Chip-Designer macht 47,8 Prozent des gesamten Nettovermögenswerts aus. Dieser liegt bei rund 40 Billionen Yen. Eine so hohe Konzentration macht SoftBanks Finanzkennzahlen stark abhängig von Arm-Kurs und -Geschäftsentwicklung.

Arm-CEO Rene Haas, der auch im SoftBank-Vorstand sitzt, kassierte im Geschäftsjahr bis März 2026 rund 6,1 Milliarden Yen. Damit führt er die Liste der am höchsten bezahlten Manager in Japan an.

Kritik von außen, Expansion nach innen

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnte zuletzt vor finanzieller Instabilität durch KI-getriebene Ausgaben. Die fünf größten Hyperscaler sollen zwischen 2025 und 2026 zusammen über eine Billion Dollar in KI-Infrastruktur investieren.

SoftBank lässt sich davon nicht bremsen. Noch für 2026 plant der Konzern die Übernahme des Robotikgeschäfts von ABB — ein weiterer Schritt, um physische KI ins Portfolio zu integrieren. Son setzt damit auf Wachstum, während andere Investoren defensiver werden.

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