SoftBank Aktie: 260-Milliarden-Yen-Anleihe am 5. Juni
Der japanische Tech-Konzern platziert eine Hybridanleihe über 1,7 Milliarden Euro und bereitet den Börsengang von OpenAI vor.

- Hybridanleihe über 260 Milliarden Yen
- OpenAI-IPO für September geplant
- Aktie überholt Toyota als wertvollstes Unternehmen
- Holding-Rabatt bleibt strukturelles Problem
SoftBank stemmt im Juni drei große Finanztermine – dicht getaktet. Am Donnerstag folgt die Platzierung einer milliardenschweren Hybridanleihe. Wenige Tage später tilgt der Konzern vorzeitig eine Anleihe. Ende Juni steht die Hauptversammlung an.
All das geschieht im Schatten eines bevorstehenden Börsengangs: OpenAI soll im September an die Nasdaq. SoftBank hat dafür bereits über 30 Milliarden Dollar investiert. Der Juni wird zum Stresstest für die Finanzierungsstrategie des japanischen Tech-Konzerns.
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Hybridanleihe über 260 Milliarden Yen
Am 5. Juni legt SoftBank eine Hybridanleihe mit einem Volumen von 260 Milliarden Yen auf. Das entspricht umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro. Die Laufzeit beträgt 35 Jahre. Ein erstes Kündigungsrecht hat der Emittent nach fünf Jahren.
Der anfängliche Kupon liegt in einer Spanne von 4,8 bis 5,6 Prozent. Das Papier richtet sich vor allem an japanische Privatanleger. Der Erlös dient der Refinanzierung einer bestehenden Anleihe, die im Juli 2027 erstmals gekündigt werden kann.
Es ist bereits die zweite große Retail-Anleihe innerhalb weniger Wochen. Im April hatte SoftBank 418 Milliarden Yen an Privatanleger verkauft, dazu Dollar- und Euro-Anleihen für institutionelle Investoren.
Die Hybridanleihe ist nachrangig. Der Emittent kann Zinszahlungen unter bestimmten Bedingungen aussetzen. Für Anleihegläubiger bedeutet das ein höheres Risiko. Die Ratingagenturen dürften rund die Hälfte des Volumens als Eigenkapital anrechnen – das entlastet die Bilanzkennziffern.
Kreditwürdigkeit unter Beobachtung
Der Bond kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. S&P Global Ratings hatte den Ausblick für SoftBanks Bonität im März 2026 von stabil auf negativ gesenkt. Das Rating liegt bei BB+. Die Agentur verwies auf Liquiditätsrisiken und die nachlassende Qualität der Beteiligungen.
Die Kreditausfallversicherungen für SoftBank zählen zu den höchsten aller japanischen Unternehmen. Seit Jahresbeginn sind sie um rund 70 Basispunkte gestiegen. Ein klares Signal: Investoren sehen Risiken.
Die endgültige Kupondicke am 5. Juni wird zeigen, wie der Markt die Kreditqualität bewertet. Zeichner fordern einen höheren Zins? Dann wären die Bedenken bestätigt. Liegt der Kupon im unteren Bereich der Spanne? Dann bleibt das Vertrauen intakt.
Parallel dazu tilgt SoftBank am 9. Juni eine Anleihe über 669 Millionen Dollar vorzeitig. Das Papier wäre planmäßig im Juli 2026 fällig geworden. Der Schritt zeigt: Der Konzern managt seine Verbindlichkeiten aktiv, trotz des aggressiven Finanzierungsplans.
OpenAI-IPO als zentraler Werttreiber
Hinter der Finanzierungsoffensive steht eine strategische Wette: SoftBank hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 32,4 Milliarden Dollar in OpenAI investiert. Weitere 30 Milliarden Dollar sind zugesagt. Zehn Milliarden wurden bereits im April überwiesen. Bis Oktober soll die Gesamtsumme bei 64,6 Milliarden Dollar liegen.
Das entspricht einem Anteil von geschätzt 13 Prozent. OpenAI bereitet seinen Börsengang vor. Ein vertraulicher Entwurf des Prospekts liegt bereits vor. Goldman Sachs und Morgan Stanley führen das Bankenkonsortium an. CEO Sam Altman favorisiert einen Start im September.
Die letzte Privatplatzierung bewertete OpenAI mit 852 Milliarden Dollar. Ein Börsengang könnte den Wert auf über eine Billion Dollar treiben. Morningstar schätzt, dass SoftBanks OpenAI-Beteiligung inzwischen rund 26 Prozent des Gesamtvermögens ausmacht. Die Arm-Beteiligung – knapp 90 Prozent der Anteile – steht für rund 40 Prozent. Zusammen machen beide Positionen fast zwei Drittel des Portfolios aus.
Aktienrallye und Holding-Rabatt
SoftBank ist inzwischen das wertvollste Unternehmen Japans. Die Aktie hat Toyota überholt und ist seit Jahresbeginn um über 90 Prozent gestiegen. Toyota verlor im gleichen Zeitraum 13 Prozent.
Dennoch bleibt ein strukturelles Problem: der sogenannte Holding-Rabatt. Über fünf Jahre lag der Abschlag zum inneren Wert im Schnitt bei 50 Prozent. Anfang 2025 stieg er sogar auf 55 bis 60 Prozent. Anleger bestrafen die komplexe Konzernstruktur.
Ob sich dieser Rabatt schließt, hängt auch vom Erfolg des OpenAI-IPOs ab. Die Anleihenplatzierung am 5. Juni liefert einen ersten Stimmungstest: Misstrauen die Investoren weiterhin? Oder wetten sie auf den Milliarden-Coup mit OpenAI?
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