SoftBank Aktie: 64 Milliarden für OpenAI

SoftBank verstärkt sein KI-Engagement mit einem Rekord-Investment von 30 Milliarden Dollar in OpenAI, während die Fintech-Tochter PayPay den Weg an die US-Börse ebnet. Solide Quartalszahlen untermauern die Strategie.

Die Kernpunkte:
  • Rekord-Finanzierungsrunde von 110 Mrd. Dollar für OpenAI
  • PayPay plant US-Börsengang mit 14 Mrd. Dollar Bewertung
  • Vision Fund erzielt Gewinn durch OpenAI-Beteiligung
  • Konzern fokussiert Kapital auf gesamte KI-Wertschöpfungskette

SoftBank vertieft seine Wette auf künstliche Intelligenz mit voller Kraft. Der japanische Technologiekonzern beteiligt sich mit 30 Milliarden Dollar an der größten Finanzierungsrunde der Start-up-Geschichte – und steckt damit mehr Geld in OpenAI als je zuvor in ein einzelnes Investment. Gleichzeitig steht der Börsengang der Tochter PayPay in den USA unmittelbar bevor.

Rekord-Investment in OpenAI

OpenAI sicherte sich eine Finanzierungsspritze von 110 Milliarden Dollar. Amazon steuert 50 Milliarden bei, Nvidia und SoftBank jeweils 30 Milliarden. Die Bewertung vor der Kapitalerhöhung: 730 Milliarden Dollar.

Für SoftBank markiert dies den nächsten Schritt einer bereits laufenden Offensive. Seit September 2024 hatte der Konzern über den Vision Fund 2 bereits 34,6 Milliarden Dollar in OpenAI investiert. Mit den neuen 30 Milliarden steigt das Gesamtengagement auf 64,6 Milliarden Dollar – rund 13 Prozent an OpenAI.

Die Zahlung erfolgt in drei Tranchen. SoftBank will die Mittel zunächst über Brückenfinanzierungen aufbringen und später durch bestehende Assets und andere Finanzierungsmaßnahmen ersetzen.

Strategie zahlt sich aus

Die Rechnung geht bislang auf. Im Dezember-Quartal verbuchte SoftBank einen Gewinn von 2,4 Milliarden Dollar im Vision Fund, getrieben von einem Buchgewinn von 4,2 Milliarden Dollar auf das OpenAI-Investment. Das kompensierte Verluste bei Beteiligungen wie dem südkoreanischen E-Commerce-Anbieter Coupang und der chinesischen Ride-Hailing-App Didi.

Finanzchef Yoshimitsu Goto erklärte im Februar, dass mittlerweile 60 Prozent der Konzernvermögen in „ASI-orientierte Investments“ fließen – ein Kunstbegriff, der künstliche Super-Intelligenz umschreibt.

Die OpenAI-Runde übertrifft bisherige Rekorde deutlich. Anthropic hatte Anfang des Jahres 30 Milliarden Dollar eingesammelt, OpenAI selbst im Jahr 2025 noch 41 Milliarden – damals die größte Finanzierung der Start-up-Welt.

Starke Zahlen im Rücken

Das Timing könnte für SoftBank kaum besser sein. Die Telekomtochter SoftBank Corp hob ihre Jahresprognose an, woraufhin die Aktie des Mutterkonzerns um über 10 Prozent zulegte. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 stieg der Umsatz von SoftBank Corp um 8 Prozent auf 5,2 Billionen Yen, das operative Ergebnis kletterte ebenfalls um 8 Prozent auf 884 Milliarden Yen.

Die Telekomsparte erhöhte ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 6,7 auf 6,95 Billionen Yen, das operative Ergebnis soll nun 1,02 Billionen Yen erreichen.

Auf Konzernebene verbesserte sich die Lage ebenfalls deutlich. Der Nettogewinn für die neun Monate bis Dezember 2025 belief sich auf 3,17 Billionen Yen (umgerechnet etwa 20,7 Milliarden Dollar). Allein im dritten Quartal erzielte SoftBank einen Gewinn von 248,6 Milliarden Yen nach einem Verlust von 369 Milliarden Yen im Vorjahresquartal. Der Vision Fund drehte ins Plus und verzeichnete einen Gewinn von 3,6 Billionen Yen.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Rally bei Arm Holdings. SoftBank hält einen großen Anteil am britischen Chipdesigner, dessen Kurs zuletzt kräftig zulegte. Andrew Jackson, Leiter der Japan-Aktienstrategie bei Ortus Advisors, sieht das Wachstum von Arm zunehmend durch KI-Anwendungen getrieben – nicht mehr nur durch Smartphones.

PayPay vor US-Börsengang

Parallel zum OpenAI-Deal treibt SoftBank den Börsengang seiner Fintech-Tochter PayPay voran. Das Unternehmen reichte die Unterlagen für ein Initial Public Offering an der Nasdaq ein. Es wäre das erste US-Listing eines SoftBank-Investments seit dem spektakulären Arm-Börsengang 2023.

PayPay strebt eine Bewertung von bis zu 14 Milliarden Dollar an – das größte US-Listing eines japanischen Unternehmens. Ankerinvestoren wie die Qatar Investment Authority, Visa und die Abu Dhabi Investment Authority wollen rund 200 Millionen Dollar beisteuern. Eine strategische Partnerschaft mit Visa soll PayPays mobile Wallet in US-Händlernetzwerke integrieren.

Die Zahlen sprechen für sich: In den neun Monaten bis Ende Dezember erwirtschaftete PayPay einen Gewinn von 103,3 Milliarden Yen bei einem Umsatz von 278,5 Milliarden Yen. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 29 Milliarden Yen gelegen, der Umsatz bei 220,4 Milliarden Yen.

Das 2018 von SoftBank und Yahoo Japan gegründete Unternehmen zählt mittlerweile 72 Millionen registrierte Nutzer und gilt als eine der führenden Zahlungsplattformen Japans. Der Börsengang fügt sich in SoftBanks Strategie, Vermögenswerte zu monetarisieren, um Kapital für weitere KI-Investitionen freizusetzen.

Weitere Portfolio-Schritte

Im Oktober 2025 vereinbarte SoftBank den Kauf der Robotiksparte ABB Robotics vom Schweizer Industrietechnologie-Konzern ABB für 5,375 Milliarden Dollar. Der Abschluss wird für Mitte bis Ende 2026 erwartet.

SoftBank-Chef Masayoshi Son beschreibt die Akquisition als Teil der Expansion in „Physical AI“ – die Verbindung von ABBs Robotik-Know-how mit SoftBanks Expertise in künstlicher Intelligenz.

Transformation nimmt Fahrt auf

SoftBank konzentriert sein Kapital entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette: von Sprachmodell-Entwicklern wie OpenAI über Chip-Architektur via Arm Holdings bis zur Robotik durch ABB. Mit dem abgeschlossenen Follow-on-Investment hält der Konzern rund 13 Prozent an OpenAI und zählt damit zu den größten Einzelaktionären.

Die Konvergenz aus Rekord-Finanzierung, soliden Quartalszahlen und anstehendem PayPay-Börsengang versetzt SoftBank in eine Position, in der die aggressive KI-Strategie messbare Erträge liefert – auch wenn die künftigen Kapitalverpflichtungen weiter wachsen.

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