SoftBank Aktie: GaranAI startet am 22. Juli
SoftBank lanciert mit GaranAI eine Plattform zur rechtssicheren Umwandlung journalistischer Inhalte in KI-Trainingsdaten. Die Aktie fällt um 5,4 Prozent.

- Start der Beta-Phase von GaranAI
- Vergütungssystem für Publisher geplant
- Aktie verliert über fünf Prozent
- Quantencomputing-Studie mit Quantinuum
Der japanische Technologiekonzern SoftBank geht einen entscheidenden Schritt zur Absicherung von Urheberrechten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Am 22. Juli 2026 startete das Unternehmen die Plattform GaranAI, die journalistische Inhalte in hochwertige Trainingsdaten für KI-Modelle umwandelt. Parallel zu dieser technologischen Neuerung verzeichnete die Aktie im Tagesverlauf eine deutliche Bewegung. Der Kurs notiert aktuell bei 30,75 € und weist damit ein Minus von 5,39 % auf. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich auf umgerechnet 166,33 Milliarden €.
Urheberrechtsschutz durch abgeleitete Daten
GaranAI soll eine Brücke zwischen den Besitzern von Inhalten und den Entwicklern generativer KI schlagen. Wie unter anderem Kyodo News berichtet, verarbeitet das System Nachrichtenartikel in ein Format, das als „abgeleitete Daten“ bezeichnet wird. Diese Daten behalten den ursprünglichen Informationsgehalt bei, verändern jedoch die sprachliche Darstellung so grundlegend, dass eine Wiederherstellung des Originaltexts nahezu unmöglich ist. Damit adressiert SoftBank eines der größten Probleme der aktuellen KI-Entwicklung: den unbefugten Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Werke.
Der Schutz des geistigen Eigentums steht im Zentrum der Strategie. In der aktuell gestarteten Beta-Phase haben sich bereits bedeutende Partner wie Kyodo News, Mainichi Newspapers und Sankei Shimbun dem Projekt angeschlossen. Auch regionale Verlage wie die Nara Shimbun und die Shinano Mainichi Shimbun liefern Inhalte zu Trainingszwecken. Nach der derzeit laufenden Pilotphase strebt SoftBank die Einführung der finalen Version für Januar 2027 oder später an.
Vergütungssystem für Medienhäuser
Ein wesentlicher Aspekt der neuen Plattform ist die finanzielle Beteiligung der Urheber. Publisher erhalten eine Vergütung, wenn ihre Inhalte für das Training von KI-Modellen oder in sogenannten Retrieval-Augmented Generation (RAG) Systemen genutzt werden. SoftBank plant zudem, das Angebot künftig auf Online-Medien und Museen auszuweiten, um eine noch breitere Basis an qualitativ hochwertigen, japanischsprachigen Daten bereitzustellen.
Dieser Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund globaler Spannungen zwischen Medienhäusern und Technologieunternehmen. Erst kürzlich forderte Alessandra Galloni, Chefredakteurin von Reuters, bei einer Vorlesung, dass Journalismus lizenziert und nicht einfach entnommen werden dürfe. In den USA wurde zudem ein Vergleich in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar durch einen Richter bestätigt, den das KI-Unternehmen Anthropic an Autoren für die unbefugte Nutzung von rund 500.000 Werken zahlen muss. SoftBank positioniert sich mit GaranAI als Anbieter einer rechtssicheren und vergüteten Alternative.
Kooperation im Quantencomputing
Neben dem KI-Sektor treibt SoftBank seine Ambitionen in der Computerarchitektur der nächsten Generation voran. Gemeinsam mit dem Partner Quantinuum veröffentlichte das Unternehmen am Mittwoch ein gemeinsames White Paper. Unter dem Titel „Quantum Computing Frontiers“ werden darin praktische Anwendungsfälle für Quantencomputing in der Chemie und der Graphenanalyse untersucht. Die Forschungsarbeit soll als Grundlage für künftige Quanten-KI-Rechenzentren dienen, die auf fehlertolerante Hardware setzen.
Zudem gab es zuletzt Veränderungen im Beteiligungsportfolio des Konzerns. Berichten zufolge übernahm der Stablecoin-Emittent Tether bereits im Mai 2026 den Anteil von SoftBank an Twenty One Capital. Dieses Unternehmen gilt als einer der größten Unternehmenseigner von Bitcoin weltweit. Diese Umschichtung verdeutlicht die Strategie von SoftBank, Kapital in strategische Kernbereiche wie die KI-Infrastruktur und neue Rechenkapazitäten zu lenken.
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