SoftBank Aktie: OpenAI-IPO-Verschiebung trifft hart
Die Verschiebung des OpenAI-IPOs auf 2027 lässt den SoftBank-Kurs um 12 Prozent einbrechen und erhöht den Druck auf das KI-Investment.

- Kursrutsch um zwölf Prozent
- OpenAI-IPO auf nächstes Jahr vertagt
- Milliardenschwere Beteiligung belastet
- Konglomeratsabschlag bleibt bestehen
Ein einziger Bericht reicht, um SoftBank in Tokio zweistellig abstürzen zu lassen. Die Nachricht, dass OpenAI seinen geplanten Börsengang von 2026 auf 2027 verschieben könnte, hat die Aktie des japanischen Technologieinvestors heute um rund 12 Prozent auf etwa 6.236 Yen gedrückt.
Warum der Aufschub so viel Schmerz verursacht
SoftBank hat rund 65 Milliarden Dollar in OpenAI investiert und war Co-Lead im milliardenschweren Finanzierungsround vom März 2026. Die Beteiligung ist damit längst zum dominanten Faktor für die eigene Kursentwicklung geworden. Anleger handeln SoftBank zunehmend als indirektes Vehikel auf den KI-Sektor — entsprechend direkt schlagen Stimmungsveränderungen bei OpenAI durch.
Der eigentliche Nerv, den die Meldung trifft, ist weniger finanzieller als struktureller Natur. OpenAI-Chef Sam Altman hatte angestrebt, das Unternehmen mit rund einer Billion Dollar zu bewerten — deutlich über der zuletzt angesetzten privaten Bewertung von bis zu 852 Milliarden Dollar. Berater sollen ihm empfohlen haben, angesichts volatiler Technologiemärkte entweder das Timing oder die Bewertungsziele anzupassen. Letzteres kommt für Altman offenbar nicht infrage. Ein Börsengang 2027 zum vollen Preis ist damit das erklärte Szenario.
Der Konglomeratsabschlag bleibt
Für SoftBank-Aktionäre geht es um mehr als ein verschobenes Liquiditätsereignis. Ein Börsengang von OpenAI hätte erstmals einen transparenten Marktwert für einen zentralen Teil des Beteiligungsportfolios geliefert — und damit den sogenannten Konglomeratsabschlag verringert, also den Bewertungsabschlag, mit dem SoftBank gegenüber dem Nettovermögenswert seiner Beteiligungen gehandelt wird. Dieser Abschlag bleibt nun vorerst bestehen, weil Investoren weiterhin Hunderte nicht börsennotierter Startups im Portfolio kaum einschätzen können.
Hinzu kommen Berichte über einen ins Stocken geratenen 6-Milliarden-Dollar-Margenkredit, den SoftBank mit seiner OpenAI-Beteiligung als Sicherheit absichern wollte. Das verstärkt Fragen nach dem finanziellen Hebel, mit dem der Konzern in den KI-Zyklus gegangen ist.
Noch kurioser wirkt das Timing: Erst zwei Tage zuvor hatte Masayoshi Son auf der Jahreshauptversammlung in Tokio erklärt, wer die KI-Revolution eine Blase nenne, beleidigiere die Technologie. Der heutige Kursverlauf zeigt, wie schnell solche Aussagen von der Marktreaktion eingeholt werden können.
Solange kein neues Datum für den OpenAI-Börsengang feststeht, dürfte die SoftBank-Aktie eng an die Stimmung im globalen KI-Sektor gekoppelt bleiben. Eine offizielle Bestätigung oder Dementierung durch OpenAI steht noch aus — und genau das bleibt der entscheidende Kurstreiber für die kommenden Wochen.
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