SoftBank Aktie: Schulden-Architektur wackelt

SoftBank zahlt historisch hohe Zinsen für neue Anleihen, um seine milliardenschwere Beteiligung an OpenAI zu finanzieren. Die gesamte Strategie hängt nun am Erfolg des geplanten Börsengangs des KI-Unternehmens.

Die Kernpunkte:
  • Neue Anleihen mit Rekordkupon von 8,5 Prozent
  • Finanziert 40-Milliarden-Dollar-Kredit für OpenAI-Beteiligung
  • Ratingagenturen warnen vor Liquiditätsbelastung
  • IPO von OpenAI wird zum entscheidenden Faktor

SoftBank zahlt so viel wie nie für frisches Geld. Der Rekordkupon auf neue Dollar-Anleihen ist kein Zufall — er zeigt, wie teuer Masayoshi Sons Wette auf OpenAI die Gruppe gerade zu stehen kommt.

Rekordkupon und ein Riesenkredit

SoftBank hat Anleihen im Volumen von 3,6 Milliarden Dollar platziert. Der Kupon auf die zehnjährige Dollar-Tranche liegt bei 8,5 Prozent — ein Rekord für das Unternehmen in dieser Währung, höher als jede frühere Emission. Einen Teil des Erlöses will SoftBank nutzen, um Brückenkredite zurückzuzahlen, die direkt mit dem OpenAI-Engagement verknüpft sind.

Parallel dazu wächst ein noch größeres Finanzierungskonstrukt. Der unbesicherte 40-Milliarden-Dollar-Kredit zur Finanzierung der OpenAI-Beteiligung befindet sich in der sogenannten Soft-Launch-Phase. Neue Banken werden als Sub-Underwriter eingeladen, je rund 5 Milliarden Dollar. JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Mizuho, SMBC und MUFG haben das Konsortium bereits gezeichnet. Der Kredit läuft bis März 2027 — dann muss er zurückgezahlt oder refinanziert werden.

60 Milliarden Dollar auf eine Karte

OpenAI schloss vergangenen Monat die größte Finanzierungsrunde der Silicon-Valley-Geschichte ab: 122 Milliarden Dollar, kurz vor dem erwarteten Börsengang noch in diesem Jahr. SoftBank steuerte 30 Milliarden Dollar bei. Damit summiert sich das Gesamtengagement auf über 60 Milliarden Dollar — neben dem rund 90-prozentigen Arm-Holdings-Anteil die größte Einzelposition im Portfolio.

Die Ratingagentur CreditSights schätzt die Finanzierungslücke auf rund 35,7 Milliarden Dollar. S&P Global Ratings hatte den Ausblick bereits im März auf negativ gesetzt. Die Begründung: Die OpenAI-Investitionen könnten Liquidität und Vermögensqualität belasten.

Der Börsengang als einziger Ausweg

Das gesamte Konstrukt hängt an einem Ereignis. Ein OpenAI-IPO würde SoftBank den nötigen Liquiditätszufluss verschaffen, um den Kredit fristgerecht zu tilgen. Die fehlende Besicherung des 40-Milliarden-Kredits signalisiert, dass die beteiligten Banken genau darauf setzen.

Kommt der Börsengang wie geplant bis Ende 2026, bleibt SoftBank ausreichend Zeit vor der März-2027-Fälligkeit. Verzögert er sich oder fällt die Bewertung deutlich hinter die Erwartungen zurück, wird die Refinanzierung zur echten Belastungsprobe — und der Rekordkupon von heute wäre dann erst der Anfang.

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