SoftBank am Dienstag: Hält der Konzern an der ABB-Robotik fest?
SoftBank treibt eine mögliche Abtrennung des China-Geschäfts voran; Gespräche laufen vorläufig, während ABB weitere Käufer prüft.

- China stoppte die Übernahme am Donnerstag
- SoftBank treibt mögliche Ausgliederung voran
- Gespräche könnten weiterhin scheitern
- ABB prüft Verkauf an andere Interessenten
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
ein Milliardengeschäft zwischen SoftBank und ABB steckt fest. Laut Bloomberg prüfen beide, das China-Geschäft der ABB-Robotiksparte aus dem 5,4 Milliarden Dollar schweren Verkauf herauszulösen. Peking hatte die Übernahme am Donnerstag gestoppt.
Wie rettet man ein Geschäft, dessen größter Einzelmarkt ausgerechnet das Land ist, das es verbietet? Am Dienstag um 08:30 Uhr legt SoftBank Quartalszahlen vor. Damit bekommt diese Frage in der neuen Woche einen Termin, und Aktionäre beider Konzerne sollten ihn kennen.
SoftBank und ABB: Was jetzt geprüft wird
ABB hatte den Verkauf seiner Robotiksparte an SoftBank im Oktober 2025 auf den Weg gebracht. Dann stoppten Chinas Behörden für die Sicherheitsprüfung ausländischer Investitionen die Transaktion, eine offizielle Begründung gab es nicht. Der heikle Punkt: Die Sparte betreibt in Shanghai einen großen Fertigungs- und Entwicklungsstandort, und China ist ihr größter Einzelmarkt.
Genau dieser Teil soll laut dem Bericht vom Wochenende in eine eigenständige chinesische Gesellschaft mit anderer Eigentümerstruktur ausgegliedert werden. Der Rest könnte dann an SoftBank gehen. Treibende Kraft ist nach den Bloomberg-Informanten SoftBank. Die Gespräche seien vorläufig und könnten scheitern.
ABB prüft parallel Alternativen, darunter den Verkauf des gesamten Robotikgeschäfts an einen anderen Käufer. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Woran stößt sich Peking eigentlich? Der Bericht vermutet Empfindlichkeiten rund um Industrietechnik und Datentransfers im Wettbewerb um künstliche Intelligenz.
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ABB-Robotiksparte: Warum ein Teilverkauf hilft und was er kostet
Löst ein Käufer den Teil eines Geschäfts heraus, der die Behörden stört, steigt die Chance auf eine Genehmigung für den Rest. Zugleich sinkt der Wert des Ganzen. Der Käufer bekommt weniger, und der Verkäufer behält einen Teil, den er eigentlich abgeben wollte. Für den Verkäufer wächst damit der Anreiz, sich nach einem anderen Interessenten umzusehen.
Dass Peking hart bleibt, passt zu den Nachrichten vom Wochenende. Chinas oberste Planungsbehörde NDRC nannte nach einem Treffen mit Privatunternehmern die schwache Inlandsnachfrage als zentrale Herausforderung und bereitet Maßnahmen für 2027 vor. Die Einzelhandelsumsätze legten in den ersten neun Monaten 2026 laut Statistikamt nur um 1,1 Prozent zu.
Hinzu kommt die Börse. Der technologielastige Index SSE Star 50 ist in weniger als vier Monaten um 40 Prozent eingebrochen. Das trifft Xi Jinpings Plan, die Ersparnisse der Haushalte in die heimische Technologiefinanzierung zu lenken.
Eine Führung, die ihren Technologiemarkt bluten sieht, hat offenkundig wenig Grund, eine Schlüsselfabrik für Robotik in Shanghai in ausländische Hände zu geben. Der Deal wirkt damit weniger wie ein Einzelfall als wie ein Symptom.
SoftBank: Wer das Risiko trägt
Die Risiken sind ungleich verteilt. ABB hat laut Bericht einen zweiten Weg, den Verkauf an einen anderen Käufer. SoftBank hat diesen Weg nicht. Der japanische Investor treibt die Rettung voran und muss liefern, wenn er die Sparte will. Ob das Management am Dienstag zu dem Geschäft Stellung nimmt, ist offen; eine Pflicht dazu gibt es nicht.
Das Umfeld beschreibt IWF-Chefin Kristalina Georgieva nüchtern. Die Sorgen um die Abhängigkeit vom KI-Investitionsboom und hohe Bewertungen belasteten Märkte weltweit, sagte sie am Freitag in Washington, und das Auf und Ab werde anhalten. Notenbanken müssten eine Abschwächung des KI-getriebenen Wachstums in ihre Inflationsbekämpfung einbeziehen.
Warum zählt das für eine Aktie wie SoftBank? Steigen die Zinserwartungen, geraten hoch bewertete Wachstumswerte unter Druck, weil künftige Gewinne stärker abgezinst werden, also heute weniger wert sind. Spannend am Dienstag sind deshalb weniger die nackten Zahlen. Wichtiger ist, ob SoftBank an einer Robotiksparte festhält, deren wichtigster Markt ihr gerade entzogen wurde.
US-Inflation, Vodafone, Siemens Energy: Die Woche in drei Terminen
Am Dienstag um 14:30 Uhr kommen die US-Verbraucherpreise für Oktober. Die Kernrate, also die Teuerung ohne schwankungsanfällige Posten wie Energie und Lebensmittel, soll im Monatsvergleich um 0,2 Prozent zulegen nach 0,3 Prozent im Vormonat. Dieser Bericht entscheidet am stärksten über eine Fed-Anhebung im Dezember mit. Er trifft auf KI-Werte, deren Handel auf wackeligen Beinen steht.
Am Dienstag um 08:00 Uhr legt Vodafone Halbjahreszahlen vor. Barclays stuft den europäischen Telekomsektor nur mit neutral ein und sieht Risiken für Umsatz und operativen Gewinn durch KI-Agenten und Satellitenwettbewerb. Selbst bei den fünf Titeln mit Overweight, also der Empfehlung zum Übergewichten, kürzte die Bank die Kursziele um 5 bis 10 Prozent. Darunter ist die Deutsche Telekom.
Am Mittwoch um 07:00 Uhr berichtet Siemens Energy über das Geschäftsjahr, um 08:00 Uhr folgt die Bilanzpressekonferenz. Goldman Sachs hob die Prognose für die weltweite Rechenzentrumskapazität bis 2030 von 217 auf 273 Gigawatt an, mit geschätzten Investitionen in Billionenhöhe. Wo so viel Kapital in Strombedarf fließt, entscheidet sich die Nachfrage nach Energietechnik.
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Berkshire, Novartis, Nvidia: Was das Wochenende brachte
Berkshire Hathaway meldete am Samstag Zahlen für das dritte Quartal. Der operative Gewinn lag unter dem Vorjahr, der Umsatz stieg. Das Ergebnis je B-Aktie von 10,33 Dollar lag weit über den erwarteten 5,78 Dollar.
Novartis stellt die Entwicklung des Cholesterinmittels Pelacarsen weitgehend ein. Die Studie Lp(a) HORIZON zeigte keine Reduktion von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Herz-Kreislauf-Todesfällen.
Die Financial Times berichtet, US-Geheimdienste sähen eine Beziehung von Nvidia-Chef Jensen Huang zu einer Managerin, die Peking als Spionin rekrutiert haben soll. Weißes Haus und CIA äußerten sich nicht. Bitcoin lag am Samstagabend bei rund 75.800 Dollar, seit Freitag unverändert.
Der globale Kompass
Wer entscheidet über den Robotik-Deal? Am Ende nicht SoftBank und nicht ABB. SoftBank kann eine Ausgliederung des China-Geschäfts anbieten, ABB kann einen anderen Käufer suchen. Genehmigen muss die chinesische Prüfbehörde, die bisher nicht einmal eine Begründung geliefert hat.
Für Anleger beider Aktien heißt das: Am Dienstag zeigt sich bei den SoftBank-Zahlen bestenfalls, wie fest der Konzern an der Sparte hängt. Die eigentliche Entscheidung fällt in Peking.
Kommen Sie gut in diese Woche voller Entscheidungen, die anderswo fallen.
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