SoftBank: Eine Billion Yen für KI-Infrastruktur

SoftBank will rund 6,26 Mrd. Dollar über eine Rekord-Anleihe einsammeln. Die Mittel fließen in KI-Infrastruktur und Schuldenabbau.

Die Kernpunkte:
  • Größte Privatanleihe Japans geplant
  • Erlöse für KI-Infrastruktur und Schulden
  • Aktie verliert trotz Ankündigung an Wert
  • Neocloud-Gesellschaft und Übernahmen geplant

SoftBank Group bereitet die größte je von einem japanischen Unternehmen aufgelegte Privatanleger-Anleihe vor. Der Konzern will rund eine Billion Yen, umgerechnet etwa 6,26 Milliarden Dollar, über siebenjährige Unternehmensanleihen einsammeln, die gezielt an japanische Privatanleger gerichtet sind. Die Konditionen sollen Anfang September feststehen.

Die Erlöse fließen laut Medienberichten in zwei Richtungen: in Investitionen rund um physische KI-Infrastruktur sowie in den Abbau bestehender Schulden. Damit setzt SoftBank seine Strategie fort, milliardenschwere KI-Projekte voranzutreiben, ohne bislang einen klaren Zeitplan zu liefern, wann sich diese Investitionen in Erträgen niederschlagen.

Kursreaktion fällt verhalten aus

Der Kurs der SoftBank-Aktie steht seit den vor rund zwei Wochen veröffentlichten Quartalszahlen der Tochter SoftBank Corp. unter Druck und hat in diesem Zeitraum 8,1 Prozent verloren. Auch die Ankündigung der neuen Anleihe hat daran bisher nichts geändert: Aktuell notiert das Papier bei 28,48 Euro, ein Minus von 1,5 Prozent im Tagesverlauf.

Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 8,4 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es 9,0 Prozent. Der RSI von 42,4 signalisiert dabei keine überverkaufte Lage, sondern eine eher neutrale bis leicht schwache Marktstimmung.

Die hohe annualisierte Volatilität von 73 Prozent über die vergangenen 30 Tage unterstreicht, wie nervös der Markt die Kombination aus milliardenschweren KI-Wetten und der bevorstehenden Rekord-Finanzierung bewertet. Anleger dürften die endgültigen Zinskonditionen der Anleihe im September als weiteren Stimmungstest heranziehen.

Neocloud-Geschäft und Übernahmen als Wachstumstreiber

Parallel zur Finanzierungsfrage treibt SoftBank den Ausbau seines KI-Geschäfts voran. Die Tochter SoftBank Corp. hat mit SB Neo eine neue Gesellschaft für das Neocloud-Geschäft in den Vereinigten Staaten gegründet. Diese soll auf der Infrastruktur der Konzernmutter aufbauen und schrittweise expandieren, bei gleichzeitiger Wahrung finanzieller Solidität.

Für das Geschäftsjahr 2027 ist der Start der Software-Plattform Infrinia AI Cloud OS für KI-Rechenzentren geplant, die in Japan bereits in einer Beta-Version verfügbar ist.

Zugleich arbeitet SoftBank an zwei größeren Übernahmen weiter. Im Dezember hatte der Konzern eine endgültige Vereinbarung zum Kauf von DigitalBridge Group für einen Gesamtunternehmenswert von rund 4,0 Milliarden Dollar getroffen, zahlbar mit 16 Dollar je Aktie in bar.

Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Bereits im Oktober 2025 hatte SoftBank zudem eine Vereinbarung zur Übernahme des Robotik-Geschäfts von ABB für 5,375 Milliarden Dollar unterzeichnet, deren Abschluss für Mitte bis Ende 2026 vorgesehen ist.

Intel-Beteiligung stützt Ergebnis

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 hatte SoftBank Corp. einen Umsatz von 1.814,7 Milliarden Yen gemeldet, ein Rekordwert für ein erstes Quartal mit einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn lag bei 302,3 Milliarden Yen, der Nettogewinn bei 150,1 Milliarden Yen.

Laut Bloomberg fiel der Rückgang beim Nettogewinn geringer aus als erwartet, gestützt durch hohe Bewertungsgewinne aus der Beteiligung am US-Chiphersteller Intel. Diese Gewinne verschafften dem Technologieinvestor eine Verschnaufpause, während die milliardenschweren KI-Projekte weiterhin ohne klaren Zeitplan für die Ertragswirkung bleiben.

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