SoftBank Group Aktie: Gewinnmitnahmen nach OpenAI-Deal

Nach Abschluss der OpenAI-Investition verliert SoftBank 2,3 Prozent; der Arm-Rechtsstreit und nervöse Anleihemärkte belasten zusätzlich.

Die Kernpunkte:
  • Letzte OpenAI-Tranche am 1. Oktober ausgeführt
  • SoftBank investierte insgesamt 64,6 Milliarden Dollar
  • Gericht verhandelt erneut über Qualcomm und Arm
  • Kreditabsicherung erreicht höchsten Stand seit 2023

Der Abschluss der OpenAI-Finanzierung ist erledigt, die Euphorie ebenfalls. Die Aktie gab heute in Tokio um 2,3 Prozent auf 6.349 Yen nach. Anleger spielen nun ein bekanntes Muster: „Sell the news“.

OpenAI-Engagement jetzt vollständig

Am 1. Oktober meldete SoftBank die Ausführung der dritten und letzten Tranche seiner 30 Milliarden Dollar schweren Folgeinvestition in OpenAI. Sie lief über den Vision Fund 2. Insgesamt hat der Konzern damit 64,6 Milliarden Dollar in das KI-Start-up gesteckt und hält rund 13 Prozent der Anteile.

Mit dem Abschluss rückt eine andere Frage nach vorn: Rechtfertigen die möglichen Erträge den Verschuldungsgrad, der für diese Summe nötig war? Die Kreditausfallversicherungen auf SoftBank-Anleihen sind in den vergangenen Wochen auf das höchste Niveau seit 2023 geklettert. Der Anleihemarkt zeigt sich also zunehmend nervös.

Arm im Gerichtssaal

Hinzu kommt ein neuer Belastungsfaktor. Seit Montag verhandelt ein Gericht erneut über den Streit zwischen Qualcomm und Arm. Qualcomm wirft dem Chipentwickler vor, vertraglich zugesagte Testwerkzeuge zurückgehalten zu haben. Zudem soll Arm Informationen über die Drohung von 2024 durchgestochen haben, eine zentrale Lizenzvereinbarung zu kündigen.

SoftBank hält etwa 87 Prozent an Arm. Schäden am Lizenzgeschäft oder am Ruf der Tochter schlagen daher direkt auf den Nettovermögenswert durch.

Schwaches Marktumfeld

Der breite Markt bietet wenig Rückhalt. Am Montag hatte der Nikkei noch 2,4 Prozent zugelegt, SoftBank gehörte mit einem Plus von 3 bis 6 Prozent zu den Gewinnern. Heute folgten Gewinnmitnahmen, angeführt von KI- und Halbleiterwerten. Als Schwergewicht im Nikkei 225 mit besonders hohem Gewicht im KI-Thema trifft SoftBank diese Rotation überdurchschnittlich.

Kurzfristig dürfte der Prozessverlauf zwischen Qualcomm und Arm den Ton setzen. Parallel dazu bleibt der Preis der Kreditabsicherung ein Gradmesser dafür, wie viel Vertrauen der Anleihemarkt in die Finanzierungsstrategie des Konzerns behält.

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