SoftBank Group Aktie: Kurs fällt trotz Abschluss

SoftBank hat die letzte OpenAI-Tranche über zehn Milliarden Dollar gezahlt; die Aktie sank in Tokio dennoch um rund sechs Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Letzte OpenAI-Tranche über zehn Milliarden Dollar gezahlt
  • Gesamtinvestition erreicht 64,6 Milliarden Dollar
  • SoftBank hält rund 13 Prozent an OpenAI
  • Aktie verliert stärker als der Nikkei 225

Die OpenAI-Wette ist komplett finanziert, der Markt reagiert dennoch mit Abschlägen. Die Aktie von SoftBank Group rutschte in Tokio zuletzt um rund sechs Prozent auf etwa 6.300 Yen. Der Handel startete mit einer Kurslücke nach unten.

Letzte Tranche ausgeführt

Der Konzern hat am Donnerstag die dritte und letzte Tranche über 10 Milliarden Dollar in OpenAI investiert. Damit ist die im Februar angekündigte Folgeinvestition von 30 Milliarden Dollar vollständig umgesetzt. Das Geld floss über den Vision Fund 2.

Die Gesamtinvestition in den ChatGPT-Entwickler summiert sich nun auf 64,6 Milliarden Dollar. SoftBank hält damit rund 13 Prozent an OpenAI. Die Finanzierung der Tranche stammte aus Fremdwährungsanleihen, die der Konzern in der Vorwoche platziert hatte. Im September hatte SoftBank dafür 11,1 Milliarden Dollar eingesammelt, es war die weltweit größte Hochzinsanleihe-Emission des Jahres.

Außerdem strich SoftBank die restlichen 10 Milliarden Dollar der ungenutzten Kreditlinie aus einer 40 Milliarden Dollar schweren Brückenfinanzierung. Alle Kredite daraus sind getilgt, offene Zusagen bestehen nicht mehr.

Sorgen um die Verschuldung

Die Entschuldung der Brückenfinanzierung ändert wenig am Kernthema: Der Markt blickt kritisch auf die Hebelstrategie hinter den KI-Wetten. Die Kreditausfallversicherungen auf SoftBank-Anleihen waren zuletzt auf den höchsten Stand seit 2023 geklettert. Marktbeobachter werten das als Zeichen wachsender Nervosität am Anleihemarkt.

Hinzu kommt eine kleinere Belastung aus dem Konzernumfeld. Der frühere Finanzchef der Tochter EM Net Japan wurde am Donnerstag festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen August und Dezember 2025 in sieben Transaktionen 170 Millionen Yen veruntreut zu haben. Für die Konzernbilanz ist die Summe unerheblich, für das Governance-Bild ist sie ein unerfreuliches Detail.

Der Gesamtmarkt bot keinen Rückhalt. Der Nikkei 225 gab nach einem starken Vortagesplus von rund 2,9 Prozent um mehr als ein Prozent nach, Anleger nahmen Gewinne mit. SoftBank fiel damit deutlich stärker als der Index.

Mit dem Abschluss der Tranche ist die größte Kapitalzusage an OpenAI abgearbeitet. Was bleibt, ist der Schuldendienst auf die frisch aufgenommenen Anleihen, den der Markt über die Swap-Spreads weiter genau einpreisen dürfte.

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