SoftBank Group Aktie: Nettoergebnis fällt um 18 Prozent

SoftBank verzeichnet 18 Prozent weniger Nettogewinn trotz hoher Buchgewinne bei Tech-Beteiligungen. Der Konzern investiert massiv in KI-Infrastruktur und Rechenzentren.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn sinkt um 18 Prozent
  • Hohe Buchgewinne bei Intel und ByteDance
  • Massive Investitionen in KI-Rechenzentren
  • OpenAI-Anteil als Kreditsicherheit genutzt

Die japanische SoftBank Group hat im ersten Quartal des laufenden Fiskaljahres einen Rückgang des Nettoergebnisses um 18 Prozent auf 347,3 Milliarden Yen verzeichnet. Während das Unternehmen von massiven Buchgewinnen bei Technologiebeteiligungen profitierte, belasteten Verluste aus Derivaten und hohe Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) die Bilanz. Der Quartalsumsatz stieg zeitgleich um 10,9 Prozent auf 2,02 Billionen Yen.

Quartalszahlen im Schatten hoher Investitionsgewinne

Das Ergebnis zwischen April und Juni wurde maßgeblich von Investitionsgewinnen in Höhe von 1,86 Billionen Yen gestützt. Diese resultierten vor allem aus der Wertsteigerung der Anteile an Intel und dem TikTok-Mutterkonzern ByteDance. Dennoch reichten diese Zuwächse nicht aus, um das Vorjahresergebnis zu übertreffen. Ein wesentlicher Grund hierfür waren derivative Verluste in Höhe von 453,4 Milliarden Yen, die im Zusammenhang mit sogenannten Energy Global Warrants standen.

Trotz der Schwankungen im Nettoergebnis wies die Gruppe zum Stichtag am 5. August ein Nettovermögen (Net Asset Value) von 58,3 Billionen Yen aus. Die strategische Ausrichtung verschiebt sich dabei immer deutlicher weg von reinen Software-Investitionen hin zu einer massiven Unterstützung der physischen KI-Infrastruktur.

Massive Investitionen in US-Energie und KI-Infrastruktur

SoftBank forciert den Ausbau von Rechenzentren und der dafür notwendigen Stromversorgung. Im abgelaufenen ersten Quartal investierte der Konzern rund 968,9 Milliarden Yen in entsprechende Projekte in den USA. Davon entfielen allein 637,8 Milliarden Yen auf Anzahlungen für künftige Kapazitäten. In der Folge stiegen die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte des Unternehmens um etwa 725,9 Milliarden Yen an.

Parallel dazu erweitert die Gruppe ihre Präsenz in Südostasien. Eine Tochtereinheit, SB Telecom Singapore, hat eine Kooperation mit SC Zeus und Robust HPC vereinbart, um KI-Rechenzentren in Märkten wie Malaysia, Thailand, Indonesien und Vietnam zu entwickeln. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am 1. August unterzeichnet. Diese Vorhaben ergänzen bestehende Projekte, wie etwa eine im Bau befindliche 70-Megawatt-Anlage in Osaka.

Fokus auf OpenAI und globale Expansion

Ein zentraler Pfeiler der Strategie bleibt die Beteiligung an OpenAI. SoftBank hält mittlerweile einen Anteil von 13 Prozent an dem Entwickler von ChatGPT, für den insgesamt 64,6 Milliarden Dollar aufgewendet wurden. Um die Liquidität für weitere Schritte zu sichern, nutzt der Konzern diesen Anteil bereits als Sicherheit für einen Kredit in Höhe von 10 Milliarden Dollar. Für die zweite Jahreshälfte 2026 plant die Gruppe weitere Investitionen in Höhe von 28,5 Milliarden Dollar, wobei allein 20 Milliarden Dollar für OpenAI reserviert sind.

An der Börse reagierte das Papier zuletzt mit Zurückhaltung. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 30,10 Euro, was einem Tagesverlust von 2,90 Prozent entsprach. Die Marktkapitalisierung des Konzerns wird aktuell mit 173,42 Milliarden Euro bewertet. Anleger blicken nun gespannt auf die Refinanzierung eines Brückenkredits über 40 Milliarden Dollar, der im März 2027 fällig wird.

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