SoftBank Group Aktie: OpenAI-Umsatz enttäuscht

Die Umsatzlücke bei OpenAI belastet SoftBanks Aktie und rückt den Wert der Beteiligung sowie die Finanzierung stärker in den Fokus.

Die Kernpunkte:
  • SoftBank-Aktie zeitweise 7,3 Prozent schwächer
  • OpenAI-Umsatzrate bei rund 50 Milliarden Dollar
  • SoftBanks OpenAI-Einsatz summiert sich auf 64,6 Milliarden Dollar
  • Quartalsbericht am 10. November steht an

Ein einziger Bericht über OpenAI-Umsätze reicht, um die KI-Euphorie bei SoftBank zu dämpfen. Die Aktie fiel in Tokio zeitweise um 7,3 Prozent auf 5.600 Yen. Zuletzt notierte sie rund 4 Prozent tiefer bei 5.810 Yen.

Der Auslöser: 20 Milliarden Dollar Differenz

Die annualisierte Umsatzrate von OpenAI lag Ende September bei etwa 50 Milliarden Dollar. Bislang kursierte eine Zahl von 70 Milliarden Dollar. Die Lücke von rund 20 Milliarden Dollar erklärt sich offenbar durch unterschiedliche Bilanzierungsweisen: OpenAI und der Rivale Anthropic verbuchen Erlöse, die über Cloud-Partner fließen, nicht einheitlich.

Damit werden Vergleiche zwischen beiden Unternehmen schwieriger. Auch das Tempo des Wachstums im KI-Markt steht stärker in Frage. Das Thema belastete bereits am Donnerstag die US-Börsen. Der Nasdaq Composite verlor 1,3 Prozent, der Halbleiterindex der Philadelphia Börse sogar 3,4 Prozent. Investoren stellen die Renditen der gewaltigen KI-Infrastrukturausgaben zunehmend in Frage.

Warum SoftBank besonders exponiert ist

Kaum ein Konzern hängt so stark an OpenAI wie die Japaner. Firmengründer Masayoshi Son will SoftBank ins Zentrum der KI-Branche rücken. Am 1. Oktober schloss das Unternehmen eine weitere Investition von 10 Milliarden Dollar ab. Die kumulierten Einsätze summieren sich damit auf 64,6 Milliarden Dollar, der Anteil liegt bei rund 13 Prozent.

Finanziert wird die Strategie zunehmend über den Anleihemarkt. Im vergangenen Monat platzierte SoftBank Anleihen im Gegenwert von 11,1 Milliarden Dollar. Es war eines der größten Angebote von Hochzinsanleihen eines Unternehmens, die je begeben wurden. Sinkende Erwartungen an OpenAI wirken damit doppelt: auf den Wert der Beteiligung und auf die Wahrnehmung der Schuldenlast.

Marktbeobachter dürften nun darauf achten, ob OpenAI die Differenz klärt. Konkreter Termin für SoftBank ist der Quartalsbericht am 10. November. Dort lässt sich ablesen, wie der Konzern seine OpenAI-Beteiligung bewertet.

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