SoftBank Group Aktie: Peking stellt sich beim ABB-Deal quer

Pekings verweigerte Freigabe erschwert SoftBanks Einstieg in die Robotik; beide Unternehmen suchen weiterhin nach einer Lösung.

Die Kernpunkte:
  • China verweigert die Übernahmefreigabe
  • Deal umfasst rund 5,4 Milliarden Dollar
  • ABB und SoftBank beraten weiter
  • China ist ABBs größter Robotikmarkt

China hat SoftBanks geplante Übernahme der ABB-Robotiksparte gestoppt. Für Masayoshi Son ist das ein empfindlicher Rückschlag: Der Zukauf sollte dem Konzern einen schnellen Einstieg in das Geschäft mit physischer künstlicher Intelligenz verschaffen.

Peking verweigert die Freigabe

ABB teilte am Donnerstag mit, SoftBank habe den Schweizer Konzern über die Entscheidung der chinesischen Behörde für die Sicherheitsprüfung ausländischer Investitionen informiert. Die Transaktion mit einem Volumen von rund 5,4 Milliarden Dollar war im Oktober 2025 angekündigt worden. Beide Seiten hatten ursprünglich mit einem Abschluss noch in diesem Jahr gerechnet.

Ohne Pekings Zustimmung geht es nicht. China ist der größte Markt für ABBs Robotikgeschäft und zugleich weltweit der wichtigste Absatzmarkt für Industrieroboter. Die Regierung will offenbar verhindern, dass Daten und Know-how aus der heimischen Industrie ausländischen Wettbewerbern zugutekommen.

Roboterarme und automatisierte Fahrzeuge von ABB laufen in chinesischen Fabriken und Forschungseinrichtungen. Dabei entstehen Daten, mit denen sich KI-gesteuerte Roboter trainieren lassen.

Teil eines Musters

Der Fall passt zu Chinas strengerem Kurs gegenüber ausländischen Technologieübernahmen. Zuvor hatte Peking bereits den Kauf des KI-Unternehmens Manus durch Meta aus Gründen der nationalen Sicherheit untersagt. Auch bei Biotechnologie und Batterien gelten inzwischen Exportbeschränkungen.

SoftBank hat ohnehin viel auf die KI-Karte gesetzt. Der Konzern hält rund 13 Prozent an OpenAI, wofür er nach Angaben vom 1. Oktober etwa 64,6 Milliarden Dollar investiert hatte. OpenAI selbst hat diese Woche Fortschritte bei der Nutzung seiner Modelle für physische Produkte vorgestellt und Kooperationen mit Industrieunternehmen in Aussicht gestellt. Genau in diesem Feld sollte ABBs Robotik SoftBank eine eigene Position verschaffen.

Offener Ausgang

Endgültig gescheitert ist der Deal formal noch nicht. ABB und SoftBank stehen nach Angaben des Schweizer Konzerns weiterhin in engem Austausch und arbeiten konstruktiv an der Transaktion. Ob sich eine Lösung finden lässt, etwa durch eine Anpassung der Struktur, haben beide Unternehmen nicht erläutert. Klar ist nur: Ohne China-Geschäft verliert die Robotiksparte für SoftBank erheblich an Wert, da der Markt dort die größte Rolle spielt.

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