SoftBank: Rekord-Anleihe für Privatanleger geplant

SoftBank bereitet eine Yen-Anleihe vor und verhandelt über 1X Technologies. Zugleich prüft der Konzern weitere US-Dollar-Finanzierungen für OpenAI-Kredite.

Die Kernpunkte:
  • Eine Billion Yen Anleihe vorgesehen
  • Gespräche über 1X-Mehrheitsbeteiligung
  • Weitere Finanzierung von 10 bis 20 Milliarden Dollar
  • SoftBank-Aktie verliert 2,4 Prozent

Die SoftBank Group treibt ihre Transformation zu einem globalen Kraftzentrum für künstliche Intelligenz (KI) mit neuen Milliarden-Investitionen und einer Rekordfinanzierung voran. Der japanische Technologiekonzern plant nicht nur eine massive Ausweitung seiner Robotik-Sparte, sondern bereitet zeitgleich eine der größten Kapitalaufnahmen seiner Unternehmensgeschichte vor, um die ehrgeizige KI-Strategie von Gründer Masayoshi Son zu stützen.

Rekord-Anleihe für Privatanleger geplant

Wie das Wall Street Journal am vergangenen Montag berichtete, plant die SoftBank Group die Emission einer siebenjährigen Anleihe für Privatanleger im Volumen von einer Billion Yen.

Dieses Vorhaben stellt laut Medienberichten die größte jemals angekündigte Tranche des Unternehmens dar und übertrifft den bisherigen Rekord einer Anleihebegebung aus dem April 2025, die bei 600 Milliarden Yen lag, um fast das Doppelte. Die vorläufige Zinsspanne für das neue Papier wird zwischen 4,3 % und 4,9 % angegeben.

Die finalen Konditionen für diese Kapitalmaßnahme sollen am 4. September festgelegt werden. Die Zeichnungsfrist für Anleger ist für den Zeitraum vom 7. bis zum 16. September angesetzt, während die offizielle Ausgabe des Wertpapiers für den 17. September vorgesehen ist. Mit diesem Schritt sichert sich der Konzern erhebliche Liquidität am heimischen Markt, um den finanziellen Spielraum für künftige Technologieprojekte zu erweitern.

Expansion in die humanoide Robotik

Parallel zu den Finanzierungsaktivitäten verdichten sich die Anzeichen für eine strategische Übernahme im Robotik-Sektor. Reuters berichtete am Donnerstag, dass sich SoftBank in fortgeschrittenen Gesprächen über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an 1X Technologies befindet.

Das Unternehmen ist auf die Entwicklung humanoider Roboter spezialisiert und wird unter anderem von OpenAI unterstützt. In den laufenden Verhandlungen wird 1X Technologies mit rund 6 Milliarden US-Dollar bewertet.

Zusätzlich zu den Plänen in der Robotik prüft das Management offenbar weitere Finanzierungsschritte auf internationalem Parkett. Laut Reuters-Berichten vom vergangenen Mittwoch führt SoftBank Gespräche mit Investmentbanken über eine mögliche Anleiheemission in einer Größenordnung von 10 bis 20 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel sollen primär dazu dienen, bestehende Kredite umzufinanzieren, die im Zusammenhang mit der Beteiligung an OpenAI stehen.

Marktbeobachter bewerten Schuldenlast und Strategie

An den Märkten wird die aggressive Expansionsstrategie mit einer Mischung aus Erwartung und Vorsicht aufgenommen. Am Freitag gab der Kurs der SoftBank-Aktie im deutschen Handel um 2,4 % nach und schloss bei 27,51 €.

Die Kursbewegung der letzten Wochen spiegelt die Nervosität der Anleger wider, die insbesondere die finanziellen Verpflichtungen im Rahmen der KI-Offensive beobachten. Schätzungen zufolge belaufen sich die mit den KI-Plänen verbundenen Verpflichtungen auf rund 30 Milliarden US-Dollar.

Medienberichten zufolge standen zuletzt vor allem Finanzierungssorgen rund um die Ausgaben für OpenAI im Fokus der Investoren. Ein US-Analysehaus bekräftigte jedoch am vergangenen Mittwoch seine optimistische Einschätzung für die in Japan notierten Anteile und hob das Kursziel von 260 Yen auf 280 Yen an, wobei die Einstufung auf „Overweight“ belassen wurde.

Gestützt wird die Position des Konzerns auch durch die jüngsten Quartalszahlen, bei denen ein geringer als befürchteter Rückgang des Nettoeinkommens verzeichnet wurde, was vor allem auf positive Bewertungen der Halbleiter-Beteiligungen zurückzuführen war. Dennoch bleibt die Aktie volatil; die auf 30 Tage berechnete annualisierte Volatilität liegt bei 73 %.

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