Software AG: Markt ist geschockt

Die Quartalszahlen der Software AG haben zum Wochenschluss einen Sell-Off in der Aktie ausgelöst. Denn das, was das Unternehmen dem Markt präsentierte, lag weit unter dem, womit Analysten und Investoren gerechnet hatten.

© Software AG
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Für das dritte Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang um 8 % auf gut 198 Millionen €. Als Grund für das schwächere Ergebnis nannte Deutschlands zweitgrößter Softwareanbieter, dass ein Teil der Verträge im Bereich Integrationssoftware (Digital Business Plattform) im Berichtszeitraum nicht abgeschlossen werden konnten. Dies sei allerdings bereits nachgeholt worden.

Software AG mit verkorkstem Quartal

Dennoch hatte dies erhebliche Auswirkungen auf den Gewinn. Wobei hier noch zusätzlich potentielle Kosten aus einem Rechtsstreit negativ wirkten. Denn das Unternehmen hat rund 5 Millionen € dafür zurückgestellt. Allerdings sei das nach Auskunft von Analysten bereits bekannt gewesen. Insgesamt brach der Gewinn vor Zinsen und Steuern um rund ein Viertel auf 50,1 Millionen € ein. Damit verfehlten sowohl Umsatz als auch operativer Antrag die Erwartungen der Analysten.

Immerhin: Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge (EBITA) konnte immerhin von zuvor 32,5 % auf 33,7 % zulegen. Die Kernaussage dahinter: Im normalen Geschäft kann Software AG seine Profitabilität weiter ausbauen. Im Gegenzug dazu sorgten einige Teilbereiche für Enttäuschung. So der Bereich Lizenzen. Hier ging der Umsatz unter Ausschluss der Währungsschwankungen von zuvor knapp 69 Millionen € auf knapp 47 Millionen € zurück.

Ausblick wird dennoch bestätigt

Trotz dieses schwachen Quartalsergebnisses bestätigte die Software AG aber ihren Ausblick, den sie zuletzt nach den Ergebnissen des ersten Halbjahres erhöht hatte. So soll die EBITA-Marge in diesem Jahr weiterhin von zuvor 30,5 % auf 100,5 % gesteigert werden können. Gleichzeitig soll der Spartenumsatz im Bereich Digital Business Plattform zwischen 5-10 % zulegen können. Hier gab es im dritten Quartal einen leichten Rückgang um 1,2 %.

Im zweiten Bereich Adabas & Natural (Datenbank-Geschäft) wird ein Umsatzrückgang zwischen 2-6 % prognostiziert. Im dritten Quartal ging hier der Umsatz um fast 27 % zurück.

Aktie wird heftig abgestraft

Die Reaktion an der Börse fiel entsprechend extrem negativ aus. So sackte die Aktie zeitweise auf unter 33 € ab. Aktuell weist das Papier einen Abschlag von rund 9,8 % aus. Eine Erholung durfte davon abhängen, ob die Software AG nun im laufenden vierten Quartal, das traditionell das stärkste ist, diese Scharte wieder aussetzen kann.

Vorerst dürften wohl die Anleger zurückhaltend bleiben, so das wir derzeit nur mit einer Bodenbildung bzw. im besten Fall mit einer möglichen Erholung in den Bereich von 35 € rechnen. Angesichts des vorhandenen Risikos, dass die Aktie weiter abschmiert, sollten Investoren hier erst mal die Finger von lassen.

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