Software AG startet neues Aktienrückkaufprogramm, günstige Einstiegschance?

Im Februar dieses Jahres endete ein Aktienrückkaufprogramm der Software AG. Gestern Abend verkündete der Konzern die Fortsetzung mit der Auflage eines neuen Aktienrückkaufprogramms.

 

© Software AG
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Bis Ende dieses Jahres will die Software AG danach eigene Aktien in einem Gesamtvolumen von bis zu 70 Mio. Euro zurückkaufen. Dies würde auf Basis des Schlusskurses vom 2. September in etwa einem Volumen von ca. 2,9 Mio. Aktien entsprechen.

 

Blick in die Vergangenheit

Blickt man zurück, hatte der Konzern bereits mehrfach die Ermächtigung für solche Rückkäufe von der Hauptversammlung eingeholt. Wie vorab erwähnt wurde das letzte Rückkaufprogramm in der Zeit von November letzten Jahres bis Februar dieses Jahres durchgeführt. Damit stieg der Bestand an eigenen Aktien auf rund 9,3%. Bis zum April hatte das Unternehmen 9,14% bei gleichzeitiger Herabsetzung des Grundkapitals eingezogen.

Per Ende August lag der Bestand an eigenen Aktien damit bei 61.856 Stück, was einem Anteil am Grundkapital von 0,08% entspricht.

 

Warum jetzt?

Dass dieser neue Aktienrückkauf zum jetzigen Zeitpunkt erfolgen soll, hat zwei Gründe. Zum einen wären da die Barmittel des Konzerns, welche per Ende Juni bei 424 Mio. Euro lagen. Aufgrund des derzeitigen Zinsniveaus ist es kaum möglich, attraktive Renditen zu erzielen. Zugleich sieht der Vorstand das derzeitige Kursniveau der Aktie als äußerst attraktiv für entsprechende Käufe.

Die Ermächtigung des Vorstandes für Aktienrückkäufe beläuft sich auf bis zu 10% des Grundkapitals. Das aktuelle Programm wird damit im Rahmen von rund einem Drittel dieser Ermächtigung liegen. Liquiditätseinbrüche sind dadurch sind zu erwarten. Nach Unternehmensangaben wird das Volumen des Aktienrückkaufes durch den erwarteten Free Cash Flow mehr als abgedeckt.

 

Was geschieht mit den Einnahmen?

Für die Verwendung der zurückgekauften Aktien kommen dabei mehrere Zwecke in Betracht. So könnten damit Options- und Wandelschuldverschreibungen bedient werden, aber auch eine Veräußerung an Dritte zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen bleibt eine Möglichkeit. Das wären jedoch nur zwei Beispiele.

 

Ist die Dividende in Gefahr?

Für die Dividende hat das Programm keine Auswirkungen. Das Ergebnis je Aktie wird sich jedoch in dem Umfang, indem die zurückgekauften Aktien die Anzahl der ausstehenden Aktien reduziert, erhöhen.

Als nächsten Schritt will die Software AG eine Bank mit der Durchführung des Programms beauftragen. Wann dann der Aktienrückkauf über die Börse startet, wird das Unternehmen gesondert bekannt geben.

 

Jetzt bei der Software AG einsteigen?

Am Markt kam diese Nachricht erst einmal gut an. So konnte der Kurs heute bereits um 2,8% zulegen und notiert aktuell damit bei 24,81 Euro. Die Aktie probte in diesem Jahr bereits mehrere Ausbruchsversuche, scheiterte jedoch bei über 27,00 Euro immer wieder und fiel zurück.

Der letzte große Ausbruch startete nach Bekanntgabe der Zahlen für das 2. Quartal. In der Folge schafften es die Papiere bis auf 28,05 Euro, dann folgte jedoch prompt wieder die Gegenbewegung. Dieser wurde in der Folge noch verschärft, jedoch auch bedingt durch verschiedene Faktoren, die auf die Börsenstimmung drückten und die Kurse allgemein stark nach unten zogen.

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Nach Erreichen des Tiefpunktes mit einem Kurs von 22,86 Euro (Stichwort: Schwarzer Montag) gelang es der Aktie, sich wieder deutlich nach oben zu arbeiten. Der nächste Widerstand liegt bei 25,00 Euro und danach bei 25,50 Euro. An dieser Hürde waren die Papiere in der Vergangenheit mehrfach gescheitert. Gelänge diesmal der Sprung darüber, käme man auch wieder näher an die gleitende 100-Tage-Linie heran. Für spekulativ eingestellte Anleger bietet das derzeitige Kursniveau sicher ein interessantes Einstiegsniveau.

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