Solana: Eine Million Zahlungen pro Sekunde
Solana erreicht technologische Meilensteine, erhält regulatorische Klarheit und meldet starkes Anwendungswachstum trotz ETF-Abflüssen und Kursdruck.

- Payment Channels schaffen Millionenkapazität
- SEC stuft SOL als Digital Commodity ein
- Anwendungen erzielen 143,23 Millionen USD Umsatz
- Spot-ETFs verbuchen 5,21 Millionen USD Abflüsse
Das Solana-Netzwerk hat in der laufenden Woche mehrere bedeutende technologische und regulatorische Meilensteine erreicht. Während die Einführung neuer „Payment Channels“ die Skalierbarkeit für Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz massiv erhöhen soll, sorgt eine Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC für rechtliche Klarheit für institutionelle Investoren.
Trotz eines volatilen Marktumfelds und leichter Kursverluste am heutigen Samstag behauptet sich der Kurs mit 102,35 USD weiterhin über der psychologisch wichtigen Unterstützung von 100 USD.
Skalierung für KI-Agenten und die „Rent Reform“
Am Donnerstag hat die Solana Foundation den Start der sogenannten Payment Channels bekannt gegeben. In Testläufen mit rund 100.000 Wallets erreichte die neue Infrastruktur eine Kapazität von einer Million Zahlungen pro Sekunde.
Dieses System ist speziell auf Mikrozahlungen für KI-Agenten ausgelegt, bei denen zahlreiche kleine Transaktionen zunächst gesammelt und anschließend in einer einzigen Abrechnung auf der Blockchain finalisiert werden. Als erster großer Partner unterstützt Alibaba Cloud die notwendigen Schnittstellen für diese Technologie. Die Kosten pro Zahlung werden dabei auf einen Bruchteil eines Cents taxiert.
Parallel dazu wurde am Donnerstag die erste Stufe einer „Rent Reform“ im Mainnet aktiviert. Durch die Senkung der Speichergebühren (lamports_per_byte) um neun Prozent könnten schrittweise rund 3,08 Millionen SOL im Gegenwert von etwa 307 Millionen USD freigesetzt werden.
Medienberichten zufolge handelt es sich dabei nicht um einen automatischen Airdrop; stattdessen müssen berechtigte Kontoinhaber die überschüssigen Beträge manuell abheben. In weiteren Phasen, die für November 2026 geplant sind, soll diese Reform vollständig umgesetzt werden.
Regulatorische Einstufung als Rohstoff
Ein wesentlicher Impuls für die langfristige Bewertung von Solana ergab sich heute durch eine regulatorische Neuerung in den USA. Die Börsenaufsicht SEC hat im Zuge einer Regeländerung für die Nasdaq Texas den Token SOL offiziell als „Digital Commodity“, also als digitalen Rohstoff, eingestuft.
Diese Klassifizierung erleichtert es Finanzdienstleistern, Solana-basierte Produkte in strukturierte Investmentfonds zu integrieren, da nun ein Puffer von 15 Prozent für solche Vermögenswerte in Commodity-Based Trust Shares zulässig ist.
Gleichzeitig steht das Netzwerk vor einem technischen Übergang auf die Version v1, die eine Erhöhung der maximalen Transaktionsgröße von 1.232 auf 4.096 Bytes vorsieht.
Entwickler warnen jedoch vor einem Fehler im Upgrade-Prozess, der RPC-Clients einfrieren könnte, sofern diese nicht auf die neueste Softwareversion aktualisiert werden. Diese technische Umstellung ist notwendig, um komplexere Smart Contracts und umfangreichere Datenpakete direkt auf der Chain zu verarbeiten.
Netzwerkwachstum trifft auf ETF-Abflüsse
Die fundamentale Nutzung des Netzwerks zeigt derweil eine starke Dynamik. Im August 2026 verzeichneten Solana-basierte Anwendungen einen Rekordumsatz von 143,23 Millionen USD, was einer Steigerung von 73 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht.
Getrieben wurde dieses Wachstum maßgeblich durch die Handelsplattform Pump.fun, die allein über 40 Prozent dieser Aktivität generierte. Zudem stieg das Volumen tokenisierter Aktien auf der Blockchain zuletzt deutlich an.
Am Kryptomarkt herrschte gestern dennoch Unruhe, nachdem ein US-Arbeitsmarktbericht kurzzeitig für Verkäufe sorgte, wobei der gesamte Sektor innerhalb weniger Minuten Milliarden an Marktwert verlor. Solana hielt in dieser Phase die Marke von 100 USD. US-basierte Spot-ETFs verzeichneten gestern jedoch Netto-Abflüsse in Höhe von 5,21 Millionen USD, wobei insbesondere Produkte von Bitwise und Fidelity betroffen waren.
Analyst Ali Martinez sieht die Zone zwischen 100 und 103 USD als entscheidende Unterstützung; sollte diese halten, liege das nächste Ziel bei 150 USD. Die Experten von Traders Union äußerten sich hingegen vorsichtiger und sehen eine 58-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine kurzfristige Abwärtsbewegung.
Aktuell notiert Solana etwa 24 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt, weist jedoch seit Jahresbeginn ein Minus von 18 % auf. Während der heutige Rückgang von 1,6 % die kurzfristige Nervosität widerspiegelt, bleibt das On-Chain-Wachstum der primäre Anker für die Bewertung.
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