Solana: Marktveränderungen beobachten
Solana verzeichnet Rekordwerte bei Nutzung und institutionellem Interesse, während der Kryptowährungskurs nahe seinem Jahrestief notiert. Die Diskrepanz wird auf breite Marktkorrekturen zurückgeführt.

- SOL-Kurs notiert nahe 52-Wochen-Tief
- Netzwerkaktivität und Nutzung auf Rekordniveau
- Institutioneller Zugang durch neue Spot-ETFs
- Technische Upgrades auf Breakpoint-Konferenz vorgestellt
Solana blickt zum Jahresende 2025 auf ein widersprüchliches Bild: technisch und fundamental so stark wie nie, der Kurs dagegen klar unter Druck. Während das Netzwerk Rekordwerte bei Nutzung, DeFi-Aktivität und institutionellem Interesse meldet, notiert SOL nahe seinem Jahrestief. Wie passt diese Diskrepanz zusammen?
Kurs schwächelt trotz hoher Aktivität
SOL handelt aktuell bei rund 120 US‑Dollar und damit nur knapp über dem 52‑Wochen-Tief von 119,47 US‑Dollar. Vom 52‑Wochen-Hoch ist der Coin fast 50 % entfernt, der Abstand zur 50‑Tage-Linie beträgt gut 12 % – ein Bild, das auf eine anhaltende Korrektur hinweist.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Solana?
Technische Indikatoren signalisieren Zurückhaltung. Der RSI um 40 deutet auf eine eher schwache, aber nicht klar überverkaufte Lage hin. Im Bereich von 116–120 US‑Dollar hat sich im Dezember eine mehrmals getestete Unterstützungszone etabliert. Auf der Oberseite bremsen kurzfristig gleitende Durchschnitte – insbesondere die Region um 130 US‑Dollar – die Erholung.
Trotz dieser Schwäche bleibt Solana nach Marktkapitalisierung klar in der Spitzengruppe der Kryptowährungen. Die Kursentwicklung spiegelt damit eher den breiten Markt als die eigene Netzwerkdynamik wider.
Nutzung wächst – unabhängig vom Kurs
Besonders auffällig ist die Lücke zwischen Kurs und Netzwerkaktivität. In den vergangenen zwei Jahren hat Solana über 200 Milliarden Transaktionen verarbeitet – nach vorliegenden Daten mehr als alle anderen Blockchains zusammen.
Die Kennzahlen für das dritte Quartal 2025 unterstreichen dieses Bild:
- 17,2 Millionen aktive Adressen
- 543 Millionen Transaktionen pro Woche
- DeFi-Transaktionsvolumen auf dezentralen Börsen (DEX): über 1,5 Billionen US‑Dollar seit Jahresbeginn
- DeFi-TVL auf dem Höhepunkt 11,5 Milliarden US‑Dollar, zuletzt rund 8,8 Milliarden US‑Dollar
Besonders bemerkenswert: Die Application Revenue Capture Ratio (App RCR) lag bei 262,8 %. Für je 100 US‑Dollar an Transaktionsgebühren generierten Anwendungen auf Solana also rund 262,80 US‑Dollar Umsatz. Das signalisiert ein Ökosystem, in dem auf Basis der günstigen Infrastruktur tatsächlich Wertschöpfung entsteht.
Institutionen steigen groß ein
Spot-ETFs verändern den Zugang
Ein zentraler Treiber auf der Nachfrageseite sind neue regulierte Produkte. Seit Ende Oktober 2025 sind in den USA Spot-ETFs auf Solana handelbar. Der Bitwise Solana Staking ETF (BSOL) startete am 28. Oktober an der NYSE und war damit das erste Spot-ETP auf SOL in den Vereinigten Staaten.
Inzwischen sind mehrere Produkte am Markt, darunter:
- Bitwise BSOL (NYSE)
- 21Shares TSOL (Cboe BZX)
- Fidelitys FSOL ETF
- Franklin Templetons SOEZ ETF
Gemeinsam bringen diese Solana-ETFs bereits knapp 750 Millionen US‑Dollar an verwaltetem Vermögen auf die Waage. Treasury-Abteilungen haben mindestens 12,5 Millionen SOL gestakt – mehr als 3 % des zirkulierenden Angebots. Damit verändert sich die Investorenbasis deutlich in Richtung institutioneller Anleger.
Großbanken und Asset Manager nutzen Solana
Auch klassische Finanzinstitute binden Solana in konkrete Produkte ein:
- J.P. Morgan begleitete eine Emission von US‑Commercial Paper für Galaxy Digital auf Solana
- BlackRock legte seinen BUIDL-Fonds auf dem Netzwerk auf
- VanEck und Apollo brachten tokenisierte Produkte auf Solana
- Franklin Templeton hat einen Spot-SOL-ETF live
Für die Verwahrung setzen große Adressen ebenfalls auf spezialisierte Strukturen: Coinbase wurde als Custodian für die digitale Treasury der Solana Company ausgewählt, VanEck arbeitet bei der Verwahrung seines Spot-ETFs mit SOL Strategies zusammen. Das sind klare Signale, dass Solana als Infrastruktur im institutionellen Bereich ernst genommen wird.
Breakpoint 2025: Technischer Fokus in Abu Dhabi
Ein weiterer Meilenstein war die Entwickler- und Ökosystemkonferenz „Breakpoint 2025“ vom 11. bis 13. Dezember in Abu Dhabi. Mit über 6.000 Teilnehmern aus mehr als 100 Ländern war es das bisher größte Treffen der Solana-Community.
Im Mittelpunkt standen mehrere Infrastruktur-Updates:
- Der Validator-Client Firedancer ging im Mainnet live und ermöglicht im Zielbetrieb über 10.000 Transaktionen pro Sekunde
- Mit Alpenglow wurde ein neuer Konsens-Mechanismus vorgestellt, der Finalität von rund 150 Millisekunden anpeilt
- Multiple Concurrent Proposers (MCP) wurde als grundlegende Neugestaltung der Blockproduktion präsentiert
Parallel rückt die Integration realer Vermögenswerte (Real World Assets, RWA) stärker in den Fokus:
- R3 kündigte „Corda“ als regulierten RWA-Marktplatz mit Start Anfang 2026 an
- WisdomTree bringt tokenisierte RWAs auf Solana
- Securitize erweitert seine Plattform, unter anderem mit BlackRocks BUIDL-Fonds
- Eine XRP-Bridge via Hex Trust und LayerZero soll zusätzliche Liquidität und Interoperabilität schaffen
Damit baut Solana sein Profil als Basislayer für tokenisierte Finanzprodukte weiter aus.
DeFi und Stablecoins als Wachstumstreiber
Lending-Protokolle legen zu
Im DeFi-Bereich zeigt vor allem der Kreditmarkt deutliches Wachstum. Laut einem Redstone-Bericht lag das in Lending-Protokollen gebundene Kapital (TVL) im Dezember 2025 bei 3,6 Milliarden US‑Dollar – ein Plus von 33 % im Jahresvergleich.
Dominante Plattform ist derzeit Kamino Lend mit 3,5 Milliarden US‑Dollar TVL und modularer Architektur. Daneben etablieren sich Jupiter Lend als aufstrebender Wettbewerber und Save (ehemals Solend) als etablierter Player. Auffällig ist die hohe Dynamik: Protokolle können innerhalb von sechs Monaten nach Start in ihrer Kategorie an die Spitze vorstoßen.
Stablecoins: Angebot deutlich ausgebaut
Auch im Stablecoin-Segment wächst Solana. Das Angebot liegt inzwischen bei fast 17 Milliarden US‑Dollar. Zu den größten Emittenten zählen:
- Circle mit USDC und EURC
- Tether mit USDT
- Neue Player wie Western Union, die eigene Solana-native Stablecoins planen
Günstige Transaktionskosten und hohe Geschwindigkeit machen die Chain für Zahlungs- und Settlement-Anwendungen attraktiv.
Warum der Kurs hinterherhinkt
Die Diskrepanz zwischen starken Fundamentaldaten und schwachem Kursverlauf beschäftigt viele Marktbeobachter. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle:
- Die intensive Meme-Coin-Welle zu Jahresbeginn hat sich deutlich abgekühlt. Der DEX-Umsatz von 408 Milliarden US‑Dollar im Januar war ein Ausreißer nach oben; seitdem haben sich die Volumina normalisiert.
- Der übergeordnete Kryptomarkt korrigiert. Der Rückgang von Bitcoin von 126.000 auf 85.500 US‑Dollar belastet Altcoins breit.
- Nach kräftigen Kursgewinnen in der ersten Jahreshälfte haben Anleger Gewinne mitgenommen und Verkaufsdruck aufgebaut.
Hinzu kommt ein Aspekt, der für Aufmerksamkeit sorgte: In der ersten Hälfte 2025 wurden auf Solana über 250 Millionen US‑Dollar gestohlen. Das entsprach rund 15 % aller Krypto-Verluste in diesem Zeitraum (ohne den Bybit-Hack). Die Vorfälle betreffen zwar meist einzelne Protokolle oder Nutzer, schlagen aber auf die Risikowahrnehmung der gesamten Chain durch.
Sentiment und Einordnung
Stimmungsindikatoren zeichnen ein eher skeptisches Bild. Ein Fear-&-Greed-Index von 24 signalisiert „Fear“. Technische Modelle zeigen nach vorliegenden Daten in etwa drei Viertel der Indikatoren ein bärisches Bild. In sozialen Netzwerken ist das Bild gemischt, mit einem leichten Überhang an positiven Kommentaren.
Parallel ist die Marktkapitalisierung des Solana-Ökosystems im Jahresverlauf von 330 auf 173 Milliarden US‑Dollar gefallen – ein Rückgang um 47 %. Das Handelsvolumen ging noch deutlicher zurück und liegt mit unter 11 Milliarden US‑Dollar rund 90 % unter den Spitzenwerten.
Ausblick auf 2026
Solana steht damit an einem interessanten Punkt: Operativ liefert das Netzwerk beeindruckende Kennzahlen – darunter Finalitätszeiten von rund 400 Millisekunden, mittlere Transaktionsgebühren um 0,001 US‑Dollar und über 1,5 Jahre ohne Ausfallzeit. Gleichzeitig ist der Kurs auf Niveaus zurückgefallen, die trotz der ETF-Einführungen und des deutlichen Zuwachses bei RWAs, DeFi und Stablecoins mehr von Makrofaktoren als von Projekterfolg geprägt sind.
Für 2026 sind mehrere konkrete Hebel sichtbar: das Hochfahren von Firedancer und Alpenglow, der Launch von R3s Corda-Marktplatz, der weitere Ausbau tokenisierter Fonds großer Vermögensverwalter sowie die zunehmende Nutzung der neuen Spot-ETFs. Wie stark sich diese Faktoren im Kurs niederschlagen, wird allerdings auch davon abhängen, ob sich der breite Kryptomarkt von der aktuellen Schwächephase erholt oder die defensive Grundhaltung der Anleger anhält.
Solana: Kaufen oder verkaufen?! Neue Solana-Analyse vom 13. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Solana-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Solana-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Solana: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




