SolarEdge Aktie: UBS stockt um 234,8 Prozent auf

Trotz erheblicher Kursverluste investieren mehrere Institutionen in SolarEdge. Die Expansion der Nexis-Plattform in Europa schreitet voran, während Analysten ihre Gewinnprognosen senken.

Die Kernpunkte:
  • Institutionelle Investoren erhöhen Anteile
  • Nexis-System nun in Österreich und Schweiz
  • Analysten senken Gewinnprognosen deutlich
  • Aktie verliert 31 Prozent in 30 Tagen

Nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Wochen zeichnet sich bei SolarEdge eine deutliche Bewegung im Aktionariat ab. Während die operativen Prognosen zuletzt für Verunsicherung sorgten, nutzen mehrere institutionelle Investoren das niedrige Kursniveau für umfangreiche Zukäufe. Diese Entwicklung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen seine Präsenz im europäischen Privatkundenmarkt weiter verstärkt.

Massive Zukäufe trotz operativer Herausforderungen

Wie am gestrigen Montag bekannt wurde, hat Clal Insurance Enterprises Holdings im zweiten Quartal eine Position von 949.926 Aktien erworben. Damit hält der institutionelle Investor nun einen Anteil von rund 1,54 Prozent an dem Solarspezialisten.

Auch De Lisle Partners meldete am Sonntag den Neueinstieg in das Unternehmen und erwarb 64.000 Anteile. Diese Käufe stehen im Kontext einer breiteren Akkumulation durch Großanleger: Die Großbank UBS hat ihre Position im jüngsten Berichtszeitraum massiv um 234,8 Prozent auf insgesamt 3,55 Millionen Aktien aufgestockt.

Diese Vertrauensbeweise durch Großinvestoren stehen einem schwierigen Marktumfeld gegenüber. In den letzten 30 Tagen verzeichnete die Aktie einen Rückgang von 31 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 25,90 € notiert der Wert deutlich unter früheren Niveaus, wobei der Abstand zum 52-Wochen-Hoch inzwischen 63 Prozent beträgt.

Die Käufe der Institutionellen deuten darauf hin, dass professionelle Marktteilnehmer das aktuelle Bewertungsniveau nach dem starken Abverkauf als Einstiegschance betrachten.

Expansion der Nexis-Plattform in der DACH-Region

Parallel zu den Verschiebungen in der Aktionärsstruktur treibt das Unternehmen seine Produktstrategie in Europa voran. Am vergangenen Donnerstag gab SolarEdge bekannt, dass das „SolarEdge Nexis“-System für Privathaushalte nun auch in Österreich und der Schweiz bestellbar ist. Das System, das bereits in Deutschland eingeführt wurde, umfasst einen 20-kW-Hybrid-Wechselrichter sowie modulare Batteriekörbe mit einer Kapazität von jeweils 5 kWh.

In Europa konnte das Nexis-Drei-Phasen-System bereits im zweiten Quartal ein Versandvolumen von über 60 Millionen US-Dollar erzielen. Auch im US-amerikanischen Markt für gewerbliche und industrielle Dachanlagen (C&I) festigte das Unternehmen seine Position und erreichte laut Medienberichten einen Marktanteil von über 50 Prozent.

Trotz dieser operativen Fortschritte in Teilbereichen bleibt die Stimmung gedämpft, da ein Analyst von Seeking Alpha die Aktie am vergangenen Mittwoch von „Buy“ auf „Hold“ herabstufte. Begründet wurde dies mit rückläufigen Verkäufen in den Kernsegmenten für Wechselrichter und Optimierer, die das Wachstum im Batteriesektor teilweise neutralisieren.

Analysten revidieren Gewinnerwartungen nach unten

Die finanziellen Aussichten für das Gesamtjahr 2026 wurden am Freitag von Marktbeobachtern erneut angepasst. Die Konsensschätzungen für den Gewinn pro Aktie (EPS) wurden um 17 Prozent nach unten korrigiert. Wurde zuvor noch mit einem Jahresverlust von 1,29 US-Dollar pro Aktie gerechnet, erwarten Analysten nun ein Minus von 1,51 US-Dollar. Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr blieb hingegen stabil bei 1,39 Milliarden US-Dollar.

Bereits vor gut drei Wochen hatten die Ergebnisse des zweiten Quartals für Turbulenzen gesorgt. Zwar übertraf das bereinigte Ergebnis je Aktie mit 0,05 US-Dollar die Erwartungen, doch die Prognose für das laufende dritte Quartal blieb mit einer Spanne von 310 bis 340 Millionen US-Dollar hinter den Analystenschätzungen zurück.

Die Analysten von Weiss Ratings stuften das Papier daraufhin am 11. August erneut herab. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die nun verstärkt eingestiegenen institutionellen Investoren mit ihrer Einschätzung einer Bodenbildung richtig liegen oder ob der erhöhte Verlust pro Aktie die Notierungen weiter belastet.

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