Solaria: Aktie springt nach Leerverkäufen hoch
Solarias Halbjahresgewinn legte um 52 Prozent zu; Vereinbarungen erweitern das Rechenzentrumsgeschäft auf 438 Megawatt.

- Aktie steigt am Freitag um 9,6 Prozent
- Halbjahres-EBITDA wächst um 50 Prozent
- Rechenzentrumsverträge umfassen 438 Megawatt
- Genehmigung für Puertollano-Projekt noch offen
Mit einem Kurssprung von 9,6 Prozent auf 16,66 Euro beendete Solaria Energía y Medio Ambiente den Handel am Freitag. Auslöser der kräftigen Gegenbewegung waren Medienberichten zufolge vor allem Eindeckungen von Leerverkäufen sowie eine Neubewertung der jüngsten Halbjahreszahlen durch die Marktteilnehmer.
Zudem stützte eine allgemein freundlichere Tendenz an den europäischen Aktienmärkten die Erholung, nachdem das Papier des spanischen Solar- und Infrastrukturkonzerns am Vortag deutlich unter Druck geraten war.
Starkes operatives Halbjahr dämpft anfängliche Sorgen
Am Donnerstag hatte das Unternehmen seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Operativ verzeichnete Solaria einen deutlichen Zuwachs: Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 50 Prozent auf 210,1 Millionen Euro.
Der Nettogewinn kletterte im Vorjahresvergleich um 52 Prozent auf 124,9 Millionen Euro. Mit diesem Ergebnis hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits 64 Prozent seines für das Gesamtjahr bestätigten EBITDA-Ziels von 331 Millionen Euro erreicht.
Der Umsatz wuchs in den ersten sechs Monaten um 44 Prozent auf 223,3 Millionen Euro, während das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA bei 3,9 lag. Dass die Aktie am Donnerstag dennoch zunächst stark nachgab, führten Marktbeobachter auf mehrere Dämpfer im Detail zurück.
Neben einer reduzierten Prognose für die im Jahr 2026 neu installierte Kapazität belasteten ein schwächerer freier Cashflow sowie regulatorische Unsicherheiten rund um einen spanischen Verordnungsentwurf für Rechenzentren die Stimmung.
Rechenzentren gewinnen als zweites Standbein an Kontur
Strategisch treibt Solaria den Einstieg in die Infrastruktur für Rechenzentren voran, der zunehmend zur Ertragsstütze wird. Im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen in diesem Geschäftsfeld Infrastrukturverkäufe in Höhe von 99,6 Millionen Euro.
Parallel dazu meldete Solaria am Donnerstag eine zweite Vereinbarung über 213 Megawatt für Rechenzentren, wodurch sich die vertraglich gebundene Gesamtkapazität in diesem Segment auf 438 Megawatt erhöht. Unter anderem soll der unternehmenseigene Solarpark Oliva mit 175 Megawatt künftig ein 70-Megawatt-Rechenzentrumsprojekt in Daganzo bei Madrid mit Strom versorgen.
Bereits am 21. September war zudem über ein Vorhaben am ehemaligen Solaria-Standort in Puertollano berichtet worden. Dort treibt das Unternehmen gemeinsam mit einem Technologiepartner Pläne für ein Rechenzentrum mit einem anfänglichen Investitionsvolumen von 150 Millionen Euro voran, das voraussichtlich 90 direkte Arbeitsplätze schaffen soll; die kommunale Genehmigung steht hierbei noch aus. Nach den jüngsten Kursschwankungen beläuft sich die Marktkapitalisierung von Solaria auf 2,20 Milliarden Euro.
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