Solarworld: Kurseinbruch auf ganzer Linie

Dieser Absturz der Anteilsscheine von SolarWorld erwischte die Anleger am gestrigen Tag eiskalt. Innerhalb kürzester Zeit rauschten die Papiere von 12,68 Euro bis auf 5,48 Euro abwärts. Bis zum gestrigen Handelsende setzte zwar wieder eine leichte Erholung ein, aber unter schlussendlich blieb ein Verlust von mehr als 26%.

 

© Solarworld AG
© Solarworld AG

Grund hierfür könnte ein Bericht im „Wall Street Journal“ gewesen sein. Laut diesem soll SolarWorld in einem Rechtsstreit mit dem US-Unternehmen Hemlock eine Niederlage erlitten haben. Hemlock fordert wegen nicht eingehaltener Abnahmeverpflichtungen rund 800 Mio. Dollar von SolarWorld.

Diese Nachricht löste anscheinend die Schockreaktion der Anleger aus, die ihre Aktien massenweise auf den Markt warfen. Denn eines wurde den Marktteilnehmer schnell bewusst. Die Summe von 800 Mio. Dollar könnte SolarWorld hoffnungslos überfordern und in eine Pleite führen. Aber:

 

Vorstand von SolarWorld übt Schadenbegrenzung

Der Vorstand reagierte entsprechend schnell mit einer entsprechenden Stellungnahme. In dieser stellte SolarWorld klar, dass es sich bei dieser Teilentscheidung des Gerichtes um kein Urteil handelt. Diese Entscheidung beträfe lediglich eine von mehreren gleichwertigen Einwendungen gegen die Klage.

SolarWorld selbst sieht sich keinem höheren Risiko als bisher in diesem Prozess, welcher im März 2013 begonnen hat, ausgesetzt. Man rechnet mit weiteren Prozessjahren in der ersten Instanz und schließt auch ein Fortgang in der zweiten Instanz nicht aus. Unabhängig davon sei man bemüht, mit Hemlock eine Einigung und Regelung zur Weiterbelieferung zu treffen. Mit anderen Siliziumlieferanten hatte SolarWorld dabei schon Erfolg.

 

Gute Stimmung nach Neun-Monats-Zahlen

Noch Ende der letzten Woche präsentierte der Konzern seine Neun-Monats-Zahlen. Danach stieg der Konzernumsatz um 30% auf 532 Mio. Euro. Die Absatzmenge kletterte um 25% auf 755 MW.

Die Geschäfte in den USA bildeten dabei den größten Einzelmarkt im Konzern. Hier ging es in den ersten neun Monaten des Jahres um 61% gegenüber dem Vorjahr aufwärts. Aber auch in Deutschland konnte sich SolarWorld erfolgreich gegen den Markttrend stemmen. Während es allgemein um 30% nach unten ging, steigerte der Konzern hier seinen Absatz um 30%.

Zugleich konnte SolarWorld im September erstmals wieder ein operatives Ergebnis ohne Sondereffekte im positiven Bereich ausweisen. Innerhalb der ersten neun Monate verbesserte sich das EBIT von zuvor -29 Mio. Euro auf -18 Mio. Euro.

 

Ziele bleiben bestehen

Und so blieben auch die Aussichten positiv. Der Vorstand rechnet weiterhin mit einem Absatz von 1 GW. Der Konzernumsatz soll die Marke von 700 Mio. Euro übertreffen und für das 4. Quartal soll ebenfalls eine EBIT im positiven Bereich erreicht werden.

 

Wie schnell kann die Aktie aufholen?

So reagierte auch der Markt positiv auf die Zahlen, was jedoch nicht lange anhielt. Nachdem die erste Panik nun vorüber ist, startete die Aktie heute vorbörslich wieder mit leichtem Zuwachs. Dennoch:

151103 Solarworld

Wie schnell hier dieser Kurseinbruch wieder aufgeholt werden kann, wird man abwarten müssen. Ein erster Schritt scheint jedoch getan, sodass im heutigen Tagesverlauf die Aufholjagd starten kann.

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