Solarworld: Raus aus der Krise?

Es ist noch nicht allzu lange her, da gab man Solarworld keine drei Monate mehr am Markt. Zu groß erschienen die Probleme, die das Unternehmen bis an den Rand des Ruins getrieben hatten. Aber:

 

Solarworld
© Solarworld AG

Allen Kritikern zum Trotz kam es anders. Den Beginn machte ein Schuldenschnitt. In dessen Folge mussten die Aktionäre von Solarworld rund 95% ihrer Eigentumsanteile an die Gläubiger abgeben. Knapp 30% der Anteile wurden von Qatar Solar übernommen.

 

Restrukturierung zahlt sich bei Solarworld aus

Die nun bekannt gegebenen vorläufigen Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2015 dürften einige überraschen. Danach konnte Solarworld den konzernweiten Absatz um 44% auf 202 Megawatt steigern. Im Vorjahresquartal waren es 140 Megawatt.

Besonders in den USA gab es starke Zuwächse. Um insgesamt 170% auf 116 Megawatt wurde hier der Absatz gesteigert. Positiv entwickelte sich der Absatz auch in Japan, Australien und Südafrika. Der niedrige Euro begünstigte zudem generell den Absatz außerhalb der Eurozone.

In Europa incl. Deutschland liefen die Geschäfte dagegen rückläufig. Damit stieg der Auslandsanteil des Absatzes auf 90%. Im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es 81%.

Den Umsatz steigerte Solarworld um 50% auf 149 Mio. Euro. Im Vorjahresquartal wurden 99 Mio. Euro erzielt. Das EBITA belief sich auf 3 Mio. Euro. Beim EBIT erreichte man gegenüber 127 Mio. Euro im Quartal des Vorjahres nun ein Minus von 8 Mio. Euro. Im Quartal des Vorjahres wirkten sich jedoch positive Sondereffekte durch die Erstbilanzierung der übernommenen Bosch Solar Energy in Höhe von 136 Mio. Euro positiv aus.

Zum Ende des 1. Quartals verfügte Solarworld über liquide Mittel in Höhe von 148 Mio. Euro nach 177 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Die Differenz entstand überwiegend durch Zinszahlungen und Tilgungen von finanziellen Verbindlichkeiten, einer Sondertilgung und Investitionen zur Erweiterung der Produktionskapazitäten.

 

Solarworld treibt Investitionen voran

An mehreren Produktionsstandorten soll weiter investiert werden. Auch die Kapazität der Fabrik in Thüringen, welche man von Bosch übernommen hatte, soll um 50% wachsen. Darüber hinaus wird Solarworld im kommenden Jahr im Rahmen eines Joint-Venture mit Qatar Solar ein Solarmodulwerk errichten. Hier soll dann eine Kapazität von 250 Megawatt erreicht werden.

Schwierig sieht Konzern-Chef Asbeck weiterhin den deutschen Markt. Sinkende Fördersätze sind ein Problem dabei. Positiv sieht Solarworld dagegen den nachlassenden Druck durch Billigimporte aus China. Die durchgeführten Anti-Dumping-Regelungen in der Europäischen Union und den USA zeigten hier ihre Wirkung.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Solarworld einen weiter steigenden Umsatz. Vor allem in den USA, hier sollen 50% des Gesamtumsatzes generiert werden.

 

Bricht die Aktie von Solarworld aus?

Die Aktie machte in den letzten zwölf Monaten einiges durch. Nach Höchstständen bei 36 Euro rauschten die Papiere im freien Fall bis auf 9,41 Euro runter. Die Gründe hierfür wurden oben bereits erläutert.

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Nach der Veröffentlichung der Zahlen fielen die Aktien um 4,09% bis zum gestrigen Börsenschluss auf 16,40 Euro. Wir sehen hier allerdings durchaus Potenzial, dass Solarworld auf mittlere Sicht die Marke von 20 Euro knacken kann. Für mutige Anleger empfehlen wir den Einstieg. Auch wenn man nicht gedacht hätte, dass Solarworld die Konsolidierung am Solarmarkt überlebt, hat man den Markt eines Besseren belehrt und nicht nur das. Darüber hinaus bietet der Konzern auch echte Perspektiven für ein erfolgreiches Geschäftsjahr.

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