S&P 500: Dow überholt auf der Zielgeraden
Der Dow überschritt erstmals 53.000 Punkte, während Chip- und Rüstungsaktien die Gewinne am US-Aktienmarkt begrenzten.

- Dow Jones schloss erstmals über 53.000
- S&P 500 legte 1,58 Prozent zu
- Lockheed Martin verlor 6,9 Prozent
- Kraft Heinz kündigte Kaffeegeschäftsverkauf an
Der Wahlsieg der Demokraten hat die Wall Street am Mittwoch in Kauflaune versetzt. Der S&P 500 schloss 1,58 Prozent höher bei 7.688,62 Punkten. Im Rampenlicht stand allerdings der Dow Jones, der mit einem Plus von gut 3 Prozent erstmals über 53.000 Zähler schloss.
Erleichterung statt Unsicherheit
Die Republikaner verloren bei den Zwischenwahlen die Mehrheit in beiden Kongresskammern. Marktteilnehmer reagierten dennoch erleichtert. Die Deutlichkeit des Ergebnisses schließt das Szenario eines angefochtenen Wahlausgangs aus, und Präsident Trump signalisierte Gesprächsbereitschaft gegenüber der Opposition.
George Saravelos von der Deutschen Bank erwartet, dass diese Konstellation extreme politische Entwicklungen abbremst. Historisch gilt ein geteiltes Regierungslager an den Börsen zudem als wohlwollend. Die Dekabank spricht von einem deutlichen, aber geordneten Machtwechsel, der einzelnen Branchen neue Rahmenbedingungen bringen könnte.
Im Verlauf gab der Markt einen Teil der Gewinne wieder ab. Zwischenzeitlich lag der S&P 500 noch gut 1,7 Prozent im Plus.
Gewinner und Verlierer
Die Sektorbewegungen folgten der politischen Logik. Solarwerte wie First Solar und Enphase Energy legten zu, weil die Demokraten als aufgeschlossen gegenüber erneuerbaren Energien gelten. Auch Fluggesellschaften und Wohnungsbauer zogen kräftig an, begünstigt durch einen deutlichen Rückgang des Ölpreises.
Unter Druck standen dagegen Rüstungsaktien. Lockheed Martin verlor 6,9 Prozent, Northrop Grumman 4,5 Prozent. Jefferies verweist auf mögliche drastische Kürzungen im Verteidigungshaushalt. Tesla und SpaceX gaben nach, nachdem die Demokraten erstmals seit über 30 Jahren die Gouverneurswahl in Texas gewonnen hatten. Das erhöht die Regulierungsrisiken für das Imperium von Elon Musk.
Apple und Microsoft erreichten Rekordhochs, Apple zog damit wieder an NVIDIA vorbei. Der Chipkonzern verlor 3,2 Prozent. Halbleiterwerte litten insgesamt unter der Angst vor strengerer KI-Regulierung. Der Nasdaq 100 blieb mit 0,91 Prozent deshalb hinter den anderen Indizes zurück.
Einzelwerte mit eigenen Treibern
Abseits der Politik sorgten Unternehmenszahlen für Bewegung. McDonald’s gewann 6,5 Prozent, weil der US-Umsatz weniger stark sank als befürchtet. Amgen erreichte nach einer erneut angehobenen Umsatzprognose ein Rekordhoch. Kraft Heinz stieg um 3,8 Prozent, nachdem der Konzern den Verkauf seines nordamerikanischen Kaffeegeschäfts an einen Finanzinvestor angekündigt hatte.
Die Konjunkturdaten stützten das Bild. Die private Beschäftigung legte im Oktober laut ADP um 86.000 Stellen zu, erwartet waren 70.000. Der ISM-Index für den Dienstleistungssektor gab leicht auf 54,5 Punkte nach, bleibt aber klar im Wachstumsbereich. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen sank um knapp 6 Basispunkte auf 4,894 Prozent.
Für den Index zählt nun, ob die Schwäche bei Chipwerten und Rüstungstiteln anhält, denn sie bremste den Gesamtmarkt trotz der breiten Rally spürbar.
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