S&P 500: Erholung trotz Ölpreis-Schub
Sinkende Anleiherenditen stützten die US-Aktienmärkte, während teureres Öl und höhere Erzeugerpreise Inflationssorgen verstärkten.

- S&P 500 gewinnt 0,33 Prozent
- Zehnjährige US-Rendite auf Drei-Wochen-Tief
- WTI steigt sechsten Handelstag in Folge
- 116 Unternehmen stellen starke Quartalszahlen in Aussicht
Der S&P 500 hat am Donnerstag nach schwachem Start die Kurve gekriegt. Fallende Renditen und eine Erholung im späten Handel drehten den Tag ins Plus, obwohl sich die Sorgen um den KI-Handel zunächst noch verschärft hatten.
Zinsrückgang stützt den Markt
Der Leitindex legte um 0,33 Prozent auf 7.744,06 Punkte zu. Der Dow Jones sprang um 1,8 Prozent auf 52.177,69 Zähler, der Nasdaq kam nur auf ein Plus von 0,08 Prozent. Die Indizes beendeten die Sitzung nahe ihren Tageshochs.
Treiber war der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf ein Drei-Wochen-Tief. Das half vor allem zinssensiblen Werten und glättete die anfängliche Schwäche der Technologiewerte.
Dabei fielen die Preisdaten unerfreulich aus: Die Erzeugerpreise stiegen im September deutlich stärker als erwartet. An den Märkten gilt dennoch als ausgemacht, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Sitzung später im Oktober unverändert lässt.
Ölpreis und Inflationsrisiken
Belastend wirkt der Rohölmarkt. WTI-Rohöl für November verteuerte sich den sechsten Handelstag in Folge und stieg um 3,1 Prozent auf 98,04 Dollar je Barrel. Auslöser waren Berichte über zwei Handelsschiffe in der Straße von Hormus, die von Geschossen getroffen wurden. Zu Wochenbeginn hatte der Ölpreis noch bei rund 91 Dollar gelegen.
Teurere Energie nährt die Inflationssorgen. Die Erwartungen der Verbraucher an die Teuerung stiegen im September, und zuletzt tauchten im Fed-Protokoll Stimmen auf, die eine weitere Zinserhöhung für angemessen hielten. Fed-Gouverneur Christopher Waller hielt dagegen eine Pause im Oktober für möglich.
Am Dienstag hatten S&P 500 und Nasdaq noch neue Rekordstände erreicht. Auch die anlaufende Berichtssaison liefert Rückenwind: 116 Konzerne aus dem Index haben laut FactSet überdurchschnittlich gute Zahlen für das dritte Quartal in Aussicht gestellt, ein Rekordwert.
Asien unter Druck, Ausblick
In Asien herrschte zuletzt Verkaufsstimmung. Der Nikkei fiel am Donnerstag um 4,9 Prozent und liegt nach sechs Verlusttagen deutlich im Minus, gebremst von Technologie- und Halbleiterwerten. Für Freitag erwarten Beobachter dort eine Erholung im Windschatten der Wall Street.
Am Mittwoch stehen die US-Verbraucherpreise und das Beige Book an, am Donnerstag folgen Einzelhandelsumsätze. Fällt die Inflation hoch aus, geraten die gesunkenen Renditen schnell wieder unter Druck.
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