S&P 500: Erholung trotz Renditehoch
Starke Nachfrage bei der Anleiheauktion drückte die Renditen vom Tageshoch, während Pharmaaktien den US-Markt stützten.

- S&P 500 schließt 0,22 Prozent niedriger
- Zehnjahresrendite erreicht höchsten Stand seit 2002
- Anleiheauktion senkt Renditen vom Tageshoch
- Pharmaaktien legen kräftig zu
Der Tag begann schwach, endete aber glimpflich: Der S&P 500 schloss am Mittwoch 0,22 Prozent tiefer bei 7.801,77 Punkten. Zwischenzeitlich lag der Index deutlich tiefer, doch Käufer fingen die Verluste im Handelsverlauf auf. Nach vier Gewinntagen in Folge und neuen Rekordständen am Vortag wirkte die Pause wie eine fällige Verschnaufpause.
Rendite sorgt für Druck, Auktion für Entlastung
Auslöser der frühen Schwäche waren Gewinnmitnahmen und anziehende Anleiherenditen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang auf das höchste Niveau seit 2002, intraday bis auf 5,365 Prozent. Hohe Ölpreise nährten zusätzlich die Sorge vor anhaltendem Inflationsdruck.
Dann drehte die Stimmung. Eine Auktion zehnjähriger Staatsanleihen stieß auf deutlich überdurchschnittliche Nachfrage, die Renditen fielen von ihren Tageshöchstständen zurück. Am Ende lag die Rendite bei 5,286 Prozent. Auch der Ölpreis gab nach, nachdem er zeitweise deutlich zugelegt hatte.
Der Nasdaq 100 verlor 0,21 Prozent auf 31.160,08 Punkte, der Dow Jones fiel mit 0,66 Prozent etwas stärker auf 51.179,87 Punkte.
Fed-Protokoll ohne Überraschung
Die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Fed-Sitzung bewegte den Markt kaum. Die meisten Notenbanker halten demnach eine weitere Zinsanhebung bis Jahresende für angemessen. Den Zeitpunkt ließen sie offen und betonten, jede Sitzung mit offenem Ausgang anzugehen. Alle 19 Vertreter hatten die September-Erhöhung unterstützt, viele wollten damit einem wachsenden Inflationsdruck begegnen.
Bemerkenswert ist die Aufspaltung an der Sektorfront. Goldminenwerte brachen um 3,5 Prozent ein, Broker-Titel verloren 2,6 Prozent. Auch Wohnungsbau-, Ölservice- und Airline-Aktien gaben spürbar nach. Pharmawerte legten dagegen kräftig zu und stützten den Gesamtmarkt.
Einzelwerte zeigten ebenfalls große Ausschläge: Paramount Skydance verlor nach Abschluss der Warner-Brothers-Übernahme 6,7 Prozent, Hess Midstream sackte um knapp 15 Prozent ab.
Der Rekordlauf steht damit auf dem Prüfstand der Zinsen. Erst die nächste Fed-Entscheidung später im Monat dürfte klären, ob die Märkte eine weitere Anhebung bereits eingepreist haben. Bis dahin bleibt die Zehnjahresrendite oberhalb von 5,2 Prozent der wichtigste Gradmesser für den Index.
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