S&P 500: Jahrestief erreicht
Geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise drücken den US-Leitindex auf den tiefsten Stand des Jahres. Der Technologiesektor verliert deutlich, während defensive Werte profitieren.

- Ölpreis steigt über 103 Dollar nach Angriffen
- Technologieaktien wie Adobe und Nvidia unter Druck
- VIX-Volatilitätsindex legt seit Jahresbeginn 40% zu
- S&P 500 testet wichtige Unterstützung bei 6.600 Punkten
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und ein sprunghafter Anstieg der Ölpreise haben den S&P 500 zum Wochenausklang auf den tiefsten Stand des Jahres 2026 gedrückt. Während die Blockade der Straße von Hormus massive Inflationssorgen befeuert, flüchten Anleger zunehmend aus Wachstumstiteln in defensive Werte.
Ölpreis-Schock und Geopolitik
Berichte über militärische Angriffe auf ein iranisches Ölterminal ließen den Preis für Brent-Öl am Freitag über die Marke von 103 US-Dollar steigen. Da durch die Blockade rund 12 Millionen Barrel der täglichen Ölversorgung vorerst vom Weltmarkt abgeschnitten sind, reagierte die Wall Street mit deutlicher Risikoaversion. Das Handelsvolumen lag 18 Prozent über dem Durchschnitt, was auf umfangreiche Umschichtungen institutioneller Investoren hindeutet.
Die Verunsicherung spiegelt sich auch im Volatilitätsindex VIX wider, der seit Jahresbeginn um 40 Prozent zugelegt hat. Parallel dazu stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen auf 4,28 Prozent. Belastet wurde der Rentenmarkt zusätzlich durch aktuelle Erzeugerpreisdaten, die mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat heißer ausfielen als erwartet und den Spielraum der Federal Reserve einschränken.
Tech-Sektor im Rückzug
Besonders hart traf es den Technologiesektor. Die Adobe-Aktie verlor über sieben Prozent, nachdem CEO Shantanu Narayen seinen Rücktritt ankündigte und Sorgen über Marktanteilsverluste durch KI-Anwendungen zunahmen. Auch Schwergewichte wie Meta und Nvidia gaben nach, wobei bei Nvidia zusätzlich Gewinnmitnahmen im Vorfeld der anstehenden GTC-Konferenz den Kurs belasteten. Amazon litt unter der Aussicht auf steigende Logistikkosten infolge der hohen Treibstoffpreise.
Im Gegenzug profitierten Rohstoff- und Düngemittelproduzenten von der Krise. CF Industries und Mosaic verzeichneten deutliche Gewinne, da die Blockade in der Straße von Hormus rund 30 Prozent der weltweiten Stickstoffversorgung gefährdet. Einen außergewöhnlichen Kurssprung von 30 Prozent vollzog zudem der Einzelhändler Petco nach überraschend starken Quartalszahlen.
Reicht die anstehende Nvidia-Konferenz aus, um die Stimmung im Technologiesektor trotz der Energiekrise zu drehen? Die Marktteilnehmer blicken gespannt auf den 16. März, wenn der KI-Pionier neue Impulse liefern könnte. Historisch gesehen haben solche Events oft für eine kurzfristige Erholung gesorgt, doch das makroökonomische Umfeld ist derzeit deutlich angespannter als in den Vorjahren.
Charttechnische Unterstützung bröckelt
Aus technischer Sicht hat der S&P 500 seinen 50-Tage-Durchschnitt unterschritten und testet nun die psychologisch wichtige Unterstützung bei 6.600 Punkten. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf 34 gesunken und nähert sich damit der überverkauften Zone, was kurzfristig für eine technische Gegenreaktion sprechen könnte. Sollte die Marke von 6.620 Punkten im frühen Handel am Montag jedoch nicht halten, liegt die nächste signifikante Unterstützungszone erst bei 6.550 Zählern.
Neben der geopolitischen Lage rücken in der kommenden Woche weitere Unternehmensdaten in den Fokus. Am 18. März veröffentlicht Micron seine Ergebnisse, die als wichtiger Gradmesser für die Hardware-Nachfrage im KI-Bereich gelten. Solange jedoch keine Deeskalation im Nahen Osten in Sicht ist, bleibt der Gesamtmarkt anfällig für weitere Tests der Jahrestiefs.
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