S&P 500: Ruhe vor den Preisdaten

Der S&P 500 verharrt vor den Juli-Preisdaten nahe seinem Rekordhoch. Moderate Inflationszahlen könnten die Zinssenkungshoffnungen stützen, während der Nahost-Konflikt die Ölpreise treibt.

Die Kernpunkte:
  • Index pendelt nahe Rekordhoch
  • Inflationsdaten am Mittwoch und Donnerstag
  • Ölpreise steigen wegen Hormus-Gesprächen
  • Intel und Apple geben nach

Der Leitindex tritt an der Rekordmarke auf der Stelle. Nach der starken Vorwoche mit einem Plus von drei Prozent pendelte der S&P 500 am Montag zwischen 7.750 und 7.768 Punkten und schloss damit praktisch unverändert. Ein Kraftakt bleibt aus – und genau das ist die eigentliche Nachricht.

Der Grund für die Zurückhaltung liegt zwei Tage voraus. Am Mittwoch und Donnerstag veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Verbraucher- und Erzeugerpreisdaten für Juli. Nach dem schwächer als erwarteten Arbeitsmarktbericht vom Freitag, der die Sorgen vor weiteren Zinsschritten der Fed gedämpft hatte, könnten moderate Inflationszahlen diesen Trend bestätigen. Fällt die Kernrate wie von Marktanalysten erwartet leicht ab, dürfte das die Renditen zehnjähriger US-Anleihen drücken und Risikoanlagen weiter stützen.

Hormus-Risiko bremst die Euphorie

Parallel zur Zinsfantasie sorgt der Nahost-Konflikt für Gegenwind. Iran und Oman verhandeln über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, doch Teheran verlangt von Washington weitreichende Vorleistungen. Die Unsicherheit trieb die Ölpreise am Montag um rund 1,7 Prozent nach oben und belastete zugleich Fluggesellschaften und Wohnungsbauwerte, während Energietitel und Ölservice-Aktien deutlich zulegten.

Auf Einzeltitelebene zeigte sich ein gespaltenes Bild. Intel verlor nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung über 15 Milliarden Dollar zur Finanzierung seiner KI-Strategie deutlich, Apple gab nach einer Abstufung durch Jefferies auf „Underperform“ rund zwei Prozent ab. Auf der Gewinnerseite standen HP Enterprise nach einer Hochstufung durch Morgan Stanley sowie Meta Platforms, das mit einem neuen, lokal ausführbaren KI-Modell namens „Muse Glimmer“ punktete. Zudem kursierten Berichte über eine mögliche 500-Milliarden-Dollar-Partnerschaft zwischen großen US-Investmentgesellschaften und Nvidia zur Finanzierung von KI-Infrastruktur – eine Vereinbarung könnte noch am Montag bekannt werden.

Der Blick der Anleger richtet sich damit klar auf Mittwoch und Donnerstag. Bestätigen die Inflationsdaten den entspannten Trend vom Freitag, dürfte der Index seinen Weg zu neuen Rekordständen fortsetzen. Enttäuschen die Zahlen dagegen, könnte die aktuelle Seitwärtsbewegung schnell in eine spürbare Korrektur umschlagen.

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