S&P 500: Vier Hürden für den Tech-Rebound

Jim Cramer knüpft einen Wiedereinstieg in KI-Rechenzentrumswerte an bessere Charts, Unternehmensberichte, die Zwischenwahlen und Anthropic.

Die Kernpunkte:
  • S&P 500 steigt am Montag knapp 0,5 Prozent
  • Technologieindex legt um zwei Prozent zu
  • Cramer nennt vier Bedingungen für KI-Aktien
  • Anthropic-Börsengang könnte Kapital umleiten

Nach dem Ausverkauf vom Freitag meldet sich die Wall Street zurück. Der S&P 500 gewann am Montag knapp 0,5 Prozent, der Nasdaq Composite rund 1,1 Prozent. Ob die Erholung trägt, hängt laut Jim Cramer von vier Bedingungen ab.

Erholung nach nervösem Freitag

Der Dow Jones schloss am Montag nahezu unverändert. Die Stärke kam aus der Technologie: Computerhardware-Werte legten kräftig zu, der entsprechende NYSE-Arca-Index sprang um 2 Prozent, nachdem er am Freitag auf ein Zweimonatstief gefallen war.

Der Freitag hatte Spuren hinterlassen. Nasdaq Composite und Nasdaq 100 rutschten unter ihre 50-Tage-Linien, der Volatilitätsindex VIX stieg erstmals seit vier Monaten über 22 Punkte. Die Futures auf die US-Indizes deuten am Dienstag auf einen freundlichen Start hin. Händler setzen darauf, dass die Fed ihre Zinsen im Oktober unverändert lässt.

Belastend wirkt dagegen der Ölpreis. Die US-Sorte WTI verteuerte sich am Montag wegen der Spannungen im Nahen Osten um 2,5 Prozent auf knapp 104 Dollar je Barrel. Zudem trübte sich die Stimmung der US-Hausbauer im Oktober stärker als erwartet ein.

Cramers Checkliste

Der CNBC-Moderator hält es für zu früh, wieder in die zuletzt gebeutelten KI-Rechenzentrumswerte einzusteigen. Er nennt vier Voraussetzungen:

  • Die Charts müssen sich bessern. Halbleiter- und Speicher-ETFs zeigen aus seiner Sicht Doppelspitzen oder Kopf-Schulter-Formationen.
  • Die Hyperscaler müssen liefern. Meta und SpaceX berichten diese Woche, Alphabet, Microsoft und Amazon folgen in der nächsten.
  • Die US-Zwischenwahlen am 3. November müssen vorüber sein. Der politische Gegenwind für Rechenzentren könnte danach nachlassen.
  • Ein Börsengang von Anthropic, möglicherweise schon im November, soll zeigen, ob das Geschäft nachhaltig profitabel ist.

Ein Lichtblick aus technischer Sicht: Die Verkäufe der Vorwoche durchbrachen die Tiefs von Ende Juli nicht. Damals hatte die erzwungene Auflösung des stark gehebelten Hedgefonds Situational Awareness die Kurse belastet.

Termine als Taktgeber

Cramer warnt zugleich, ein Anthropic-IPO könne Kapital von anderen KI-Titeln abziehen. Für den Index bleibt die Tech-Gewichtung damit Chance und Risiko zugleich.

Am Dienstag stehen zunächst Quartalszahlen von Netflix, GM und United an. Die großen Tech-Berichte folgen ab dieser Woche mit Meta, ab der nächsten mit Alphabet, Microsoft und Amazon. Fällt die Reaktion auf die KI-Investitionspläne positiv aus, könnte der S&P 500 seine 50-Tage-Linie schneller zurückerobern.

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