S&P 500: Walmart-Zahlen drücken Index auf 7.677

Walmart verfehlt Erwartungen und löst Kurseinbruch aus, während die Rendite 10-jähriger US-Anleihen wieder über 4,7 Prozent steigt.

Die Kernpunkte:
  • S&P 500 verliert 0,4 Prozent
  • Walmart verfehlt Umsatzprognosen deutlich
  • Anleiherenditen steigen trotz Rückkaufprogramm
  • Ölpreis klettert über 87 Dollar

Der S&P 500 verzeichnete gestern einen deutlichen Rücksetzer, da enttäuschende Geschäftszahlen des Einzelhandelsriesen Walmart und ein erneuter Anstieg der Anleiherenditen die Marktstimmung belasteten. Der Index schloss am Donnerstag bei 7.677,20 Punkten, was einem Rückgang von 0,4 % entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Eintrübung notiert das Börsenbarometer weiterhin rund 1,4 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Konsumschwäche belastet den Einzelhandel

Hauptauslöser für die schlechte Stimmung im Konsumsektor war der Quartalsbericht von Walmart. Das Unternehmen verfehlte mit einem Wachstum der US-Vergleichsumsätze von 2,6 % die Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit einem Plus von 3,7 % gerechnet hatten.

Medienberichten zufolge markiert dies das langsamste Wachstum für den Konzern seit sechs Jahren. In der Folge verlor die Walmart-Aktie zeitweise rund 9 % an Wert, was den gesamten Sektor der Basiskonsumgüter unter Druck setzte.

Marktbeobachter werten die Zahlen als Warnsignal für die US-Wirtschaft, da steigende Benzinpreise und die anhaltende Inflation das Budget der Verbraucher zunehmend strapazieren. Zwar hob Walmart seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht an, doch die Sorge vor einer Abkühlung des privaten Konsums überwog am gestrigen Handelstag.

Intervention am Anleihemarkt verpufft

Parallel dazu sorgte die Lage am Rentenmarkt für Verunsicherung. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte eine deutliche Ausweitung der Anleiherückkäufe an, um die langfristigen Renditen zu stabilisieren. Das Volumen dieser Operationen soll demnach für bestimmte Laufzeiten auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar pro Emission verdoppelt werden. Dennoch kehrte der Verkaufsdruck bei den Staatsanleihen am Donnerstag zurück.

Die Rendite der 10-jährigen Treasury-Anleihen stieg wieder über die Marke von 4,7 %, während die 30-jährigen Papiere bei etwa 5,2 % notierten. Analysten von JPMorgan äußerten sich skeptisch gegenüber den staatlichen Eingriffen und betonten, dass solche taktischen Maßnahmen die strukturellen Herausforderungen durch die hohe Staatsverschuldung nicht lösen könnten. Die US-Gesamtverschuldung hat laut aktuellen Daten die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten.

Geopolitische Spannungen treiben den Ölpreis

Zusätzlicher Druck kam von der geopolitischen Bühne. Die Ankündigung der US-Regierung, unter der Bezeichnung „Operation Economic Fury“ schärfere Maßnahmen gegen den Iran einzuleiten, ließ die Energiepreise steigen.

Die Rohölsorte WTI kletterte über 87 US-Dollar pro Barrel, was die Inflationssorgen am Markt weiter befeuerte. Ein Anstieg der Energiekosten wird von Anlegern kritisch gesehen, da dies den Spielraum der US-Notenbank Fed für künftige Zinssenkungen einschränken könnte.

Trotz der aktuellen Volatilität blicken einige Experten optimistisch auf den weiteren Jahresverlauf. Strategist Keith Parker von der UBS hob hervor, dass das Gewinnwachstum im S&P 500 im zweiten Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen habe. Er sieht ein Kursziel für den Index von 8.100 Punkten bis zum Jahresende 2026. Demgegenüber mahnen die Analysten der Citi zur Vorsicht: Ihr Risikoindikator für US-Aktien erreichte mit 11,5 von 18 möglichen Warnsignalen den höchsten Stand seit dem Krisenjahr 2008. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs des S&P 500 ungeachtet der jüngsten Schwächephase auf insgesamt 12 %.

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