S&P 500: Warten auf die Lohnzettel

Der S&P 500 legte nach zurückhaltenden Fed-Signalen zu, während Anleger vor dem Arbeitsmarktbericht auf Hinweise zur Zinspolitik warten.

Die Kernpunkte:
  • S&P 500 gewinnt gut ein Prozent
  • Markterwartung für September-Zinserhöhung sinkt
  • Snowflake hebt Umsatzprognose an
  • Arbeitsmarktbericht entscheidet über Fed-Erwartungen

Ein Satz von Christopher Waller hat gereicht, um der Wall Street den Donnerstag zu retten. Der Fed-Gouverneur sprach von Anzeichen einer Disinflation — und schon rechnete der Markt mit weniger Zinsdruck. Der S&P 500 legte um gut ein Prozent auf 7.747 Punkte zu und rückt damit wieder in Reichweite seines Rekordhochs vom August.

Dow Jones und Nasdaq 100 zogen mit ähnlichem Tempo nach, angetrieben von sinkenden Anleiherenditen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September, die der Markt einpreist, fiel binnen eines Tages von rund 60 auf gut 50 Prozent. Wallers Aussage, seine Entscheidung hänge „stark“ von den Inflationsdaten für August ab, die kommende Woche erscheinen, wirkte wie ein Signal der Zurückhaltung.

Broadcom bremst, Snowflake springt

Nicht jeder Einzelwert lief mit dem Index nach oben. Broadcom-Aktien gaben trotz robuster KI-Nachfrage nach, weil der Ausblick hinter den Erwartungen zurückblieb. Snowflake dagegen sprang nach starken Quartalszahlen und einer angehobenen Umsatzprognose kräftig an.

Ultragenyx Pharmaceutical verlor deutlich, nachdem ein Medikament in einer entscheidenden Studienphase sein Ziel verfehlt hatte — ein Einzelfall ohne Indexrelevanz, der aber zeigt, wie unterschiedlich die Reaktionen ausfielen.

Am Freitagmorgen hielt sich die Erleichterung fort. Asiatische Börsen wie Kospi, Nikkei und Hang Seng zogen deutlich an, gestützt von der Hoffnung auf eine mildere Fed-Linie. US-Futures pendelten dagegen nahezu unverändert seitwärts, ein Zeichen dafür, dass die eigentliche Entscheidung noch bevorsteht.

Der Blick geht auf den Arbeitsmarkt

Im Zentrum steht der Nonfarm-Payrolls-Bericht, der am Freitag veröffentlicht wird. Die vorherigen zwei Berichte blieben unter den Erwartungen, während sich das Jobwachstum im Jahresverlauf 2026 spürbar abgeschwächt hat. Private Arbeitsmarktdaten aus der laufenden Woche fielen ebenfalls schwächer aus als erwartet.

Ein überraschend starker Bericht könnte die Rechnung schnell wieder umdrehen. Zeigt sich der Arbeitsmarkt robuster als gedacht, dürften Fed-Vertreter darin ein Argument für eine baldige Zinserhöhung sehen — trotz Wallers vorsichtig optimistischen Tons vom Vortag. Die Reaktion der Anleger auf die Zahlen dürfte damit über die kommenden Handelstage hinweg richtungsweisend für den Index bleiben.

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