S&P Global Aktie: Deutschland rutscht tiefer

Der S&P Global Composite-PMI fällt im Juni auf 48,0 Punkte, den tiefsten Stand seit Dezember 2024. Besonders der Dienstleistungssektor schwächelt.

Die Kernpunkte:
  • Composite-PMI sinkt auf 48,0 Punkte
  • Dienstleister-Index fällt auf 46,8 Zähler
  • Inflationsdruck lässt merklich nach
  • Frankreichs PMI zeigt leichte Erholung

Die deutsche Privatwirtschaft verliert weiter an Fahrt. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für Industrie und Dienstleister fiel im Juni auf 48,0 Punkte — der niedrigste Stand seit Dezember 2024 und deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50.

Dienstleister als Belastung

Besonders der Servicesektor enttäuscht. Der entsprechende Index rutschte von 48,1 auf 46,8 Punkte — Analysten hatten 49,0 erwartet. Das ist der schwächste Wert seit November 2022. Das verarbeitende Gewerbe hielt sich knapper: Der Industrie-PMI sank marginal auf 50,0 Punkte, verfehlte damit aber ebenfalls die Markterwartung von 50,2.

Für S&P-Global-Ökonom Phil Smith ist die Lage eindeutig: Die Geschäftstätigkeit ist den dritten Monat in Folge zurückgegangen — und der Rückgang beschleunigt sich. Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland im zweiten Quartal 2026 wieder in eine Kontraktion gerutscht ist, steigt damit merklich.

Ein Lichtblick, aber kein Trost

Immerhin: Der Inflationsdruck lässt nach. Einkaufs- und Verkaufspreise stiegen im Juni so langsam wie seit Monaten nicht mehr. Smith wertet das als gute Nachricht — räumt aber ein, dass das Preisniveau im historischen Vergleich noch immer erhöht bleibt.

Frankreich präsentierte zur gleichen Zeit ein etwas freundlicheres Bild. Der französische Composite-PMI, ebenfalls von S&P Global erhoben, stieg von 44,9 auf 47,6 Punkte. Damit bleibt auch die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone unter der Wachstumsschwelle — der Trend zeigt aber zumindest wieder nach oben.

Für S&P Global als Unternehmen sind diese PMI-Erhebungen keine Randnotiz: Sie gehören zum Kernprodukt der Marktintelligenz-Sparte und unterstreichen die Reichweite des Datengeschäfts. Die nächste finale PMI-Veröffentlichung für Juni folgt Anfang Juli — dann zeigt sich, ob die Vorabdaten standhalten oder korrigiert werden.

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