SpaceX: 20. August bringt 319 Millionen Aktien

Trotz Verlusten im KI-Geschäft und bevorstehender Lockup-Fristen setzen ARK Invest und Argus Research auf die SpaceX-Aktie. Skeptiker warnen vor der Bewertung.

Die Kernpunkte:
  • ARK Invest erwirbt SpaceX-Anteile
  • Argus Research stuft auf Buy hoch
  • KI-Segment verzeichnet operativen Verlust
  • Weitere Aktienfreigaben im August erwartet

Während die SpaceX-Aktie seit Wochen zwischen Kursstürzen und kräftigen Erholungen pendelt, zeigen sich institutionelle Investoren und Analysten so uneins wie selten. Cathie Woods ARK Invest griff am Freitag zu, während andere Beobachter vor der hohen Bewertung warnen. Die Frage, die Anleger derzeit umtreibt: Lohnt sich der Einstieg trotz der Verluste im KI-Geschäft und der Unsicherheit rund um die Lockup-Fristen?

Im deutschen Handel notiert die Aktie aktuell bei 117,86 Euro, ein Plus von 2,36 Prozent zum Vortag. Damit bleibt das Papier weiterhin rund 39 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, das am 16. Juni erreicht wurde. Die Erholung der vergangenen Tage ändert daran wenig – der Weg zurück zu den Höchstständen aus der IPO-Euphorie ist noch weit.

ARK Invest setzt auf die KI-Wette

Cathie Woods ARK Invest kaufte am Freitag über den ARK Innovation ETF 114.815 SpaceX-Aktien im Wert von rund 13,2 Millionen Dollar – an jenem Tag, an dem das Papier im US-Handel um 15,83 Prozent auf 133,11 Dollar sprang.

Insgesamt hält ARK seit dem Börsengang mittlerweile mehrere Millionen SpaceX-Aktien im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar. Auch das Analysehaus Argus Research zeigte sich zuversichtlich und hob seine Einstufung am Freitag von Hold auf Buy an, mit einem Kursziel von 160 Dollar.

Begründet wird das mit dem starken Starlink-Geschäft, das im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von 1,66 Milliarden Dollar bei zwölf Millionen Abonnenten einfuhr, sowie mit neuen Cloud-Verträgen über 14,1 Milliarden Dollar im zweiten und bereits 6,7 Milliarden Dollar zu Beginn des dritten Quartals.

Die Kursziele am Markt liegen inzwischen weit auseinander. Piper Sandler bleibt mit einem neutralen Rating und einem Ziel von 140 Dollar vorsichtig, während Bernstein, Oppenheimer und BofA Kursziele zwischen 235 und 250 Dollar nennen. Der von Morgan Stanley genannte Analystenkonsens aus 31 Häusern liegt bei 229,54 Dollar – deutlich über dem aktuellen US-Kursniveau.

Skeptiker verweisen auf die Bewertung

Nicht alle folgen der Kaufwelle. Der Investor Kevin O’Leary hat den Börsengang ausgelassen und beobachtet nun eine mögliche Einstiegszone zwischen 100 und 110 Dollar, bevor er selbst zugreifen will. Er verweist auf die Volatilität der vergangenen Wochen als Grund für seine Zurückhaltung.

NYU-Professor Aswath Damodaran äußerte sich noch grundsätzlicher zur Bewertungsfrage: SpaceX zu bewerten sei, als wolle man anhand von Kindergarten-Zeugnissen den späteren College-Erfolg vorhersagen. Die Annahmen in einem derart spekulativen Feld seien extrem unsicher, mahnte er, und riet Anlegern, Zahlen und Zukunftserzählung gemeinsam zu gewichten.

Tatsächlich liefert das KI-Geschäft von SpaceX bislang mehr Verlust als Gewinn. Im zweiten Quartal wuchs der KI-Umsatz zwar um 247 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar, der operative Verlust in diesem Segment lag jedoch bei 1,3 Milliarden Dollar – bei einer Verlustmarge von rund 58 Prozent.

Von den insgesamt 18,4 Milliarden Dollar Investitionsausgaben im Quartal flossen 15,83 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur, darunter auch Tesla-Megapacks für die Colossus-Rechenzentren im Großraum Memphis.

Blick nach vorn

Die erste Sperrfrist für Insider-Verkäufe lief am vergangenen Donnerstag aus, seither hat die Aktie um 18,4 Prozent zugelegt. Die erste Quartalsbilanz nach dem Börsengang, vor gut einer Woche vorgelegt, brachte der Aktie ein Plus von 8,3 Prozent.

Beide Ereignisse liegen nun hinter dem Markt – die nächste Belastungsprobe folgt am 20. August, wenn weitere 319 Millionen Aktien aus der Sperrfrist entlassen werden. Im September und Oktober stehen laut Planung jeweils rund 700 Millionen weitere Aktien zur Freigabe an.

Ob ARK Invest und Argus mit ihrem Optimismus recht behalten oder die Vorsicht von O’Leary und Damodaran den nachhaltigeren Blick liefert, dürfte sich an diesen Terminen weiter zeigen.

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