SpaceX: 319 Millionen Aktien ab Donnerstag frei

SpaceX-Aktie steigt dank Milliardenbeteiligungen von Alphabet und Nvidia. Neue Aktienfreigabe am Donnerstag stellt Weichen für die Kursentwicklung.

Die Kernpunkte:
  • 319 Millionen Aktien werden frei handelbar
  • Alphabet und Nvidia mit Milliardenanteilen
  • Umsatz wächst um 92 Prozent
  • Analysten uneins über Kursziel

SpaceX steht vor der nächsten Bewährungsprobe: Am morgigen Donnerstag laufen weitere 319 Millionen Aktien aus der Lock-up-Frist frei und werden handelbar. Zugleich sorgen frisch offengelegte Milliardenbeteiligungen großer Investoren für Rückenwind – und ein Analyst warnt in genau diesem Umfeld vor einem Kurssturz.

Am Montag stieg die Aktie in Frankfurt um 4,5 Prozent auf 126,46 Euro. Über sieben Tage summiert sich das Plus auf 9,4 Prozent, über 30 Tage auf 20 Prozent. Damit hat sich das Papier deutlich von seinem 52-Wochen-Tief bei 91,04 Euro entfernt, notiert aber weiterhin rund 35 Prozent unter dem Rekordhoch von 194,46 Euro.

Alphabet, Nvidia und Saudi-Fonds als Großaktionäre

Auslöser der jüngsten Kursbewegung waren 13F-Meldungen institutioneller Investoren zum Stichtag 30. Juni. Alphabet hält demnach 551 Millionen SpaceX-Aktien im Wert von rund 94 Milliarden Dollar – eine Position, die aus einer ursprünglichen Investition von 900 Millionen Dollar aus dem Jahr 2015 entstand und sich damit etwa verhundertfacht hat.

Nvidia meldete einen Anteil von 122,76 Millionen Aktien im Wert von rund 21 Milliarden Dollar, den der Chiphersteller über seine Investition in xAI erworben hatte, bevor SpaceX xAI im Februar übernahm.

Weitere Schwergewichte kamen hinzu: Der saudi-arabische Staatsfonds PIF hält demnach Aktien im Wert von 26,3 Milliarden Dollar, Harvard meldete eine Position von 2,2 Milliarden Dollar, die mehr als die Hälfte des US-Aktienportfolios der Universität ausmacht.

Auch die italienische Bank Intesa Sanpaolo legte einen Anteil von rund 966 Millionen Dollar offen. Insgesamt haben nach Angaben aus den Meldungen mehr als 1.500 institutionelle Investoren Positionen in SpaceX offengelegt, 23 davon halten zusammen mehr als 80 Prozent der ausstehenden Aktien.

Lock-up-Ende und gespaltene Analystenmeinungen

Die zweite Freigabe von Aktien aus der Sperrfrist steht kurz bevor: Nach der ersten Tranche von rund 912 Millionen Aktien am 6. August sollen am Donnerstag weitere 319 Millionen Aktien handelbar werden. Diese Ausweitung des frei handelbaren Kapitals gilt als Belastungstest für den Kurs, den die Aktie bislang gut verkraftet hat.

Bei den Analystenhäusern geht die Einschätzung weit auseinander. UBS-Analyst John Hodulik bestätigte sein Buy-Rating mit einem unveränderten Kursziel von 210 Dollar und verweist auf die Wachstumsaussichten bei Starlink durch die neuen V3-Satelliten – UBS erwartet einen Anstieg der US-Abonnentenzahl von aktuell 3 Millionen auf 20 Millionen bis Ende 2031. Deutlich skeptischer äußert sich Phillip-Securities-Analyst Glenn Thum: Er hält an seinem Sell-Rating mit einem Kursziel von nur 75 Dollar fest und begründet dies mit einer hohen Kundenkonzentration – ein einzelner KI-Kunde steht demnach für 19,5 Prozent des Quartalsumsatzes – sowie mit Investitionen von 18,4 Milliarden Dollar, die das 2,4-Fache des Umsatzes ausmachen.

KI-Geschäft wächst rasant, Verluste bleiben

Das zweite Quartal lieferte derweil robuste operative Zahlen: Der Umsatz kletterte um 92 Prozent auf 7,81 Milliarden Dollar und übertraf die Konsensschätzungen.

Der KI-Umsatz sprang um 247 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar, während Starlink mit rund 12 Millionen Abonnenten seine Nutzerzahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelte. Unter dem Strich stand dennoch ein Nettoverlust von 541 Millionen Dollar, getrieben von massiven Investitionen in Rechenkapazität für das KI-Geschäft.

Die kürzlich für 60 Milliarden Dollar abgeschlossene Übernahme des KI-Coding-Unternehmens Cursor gilt bei mehreren Analysten als zusätzlicher Wachstumstreiber. Bernstein-Analyst Douglas Harned sieht die Wiederverwendbarkeit der Starship-Rakete als zentral für die langfristige KI-Strategie und rechnet mit einem Umsatz von 600 Milliarden Dollar bis 2031, gestützt auf bis zu 3.500 Starship-Starts.

Angesichts der Kursspanne zwischen 75 und teils deutlich höheren Kurszielen bleibt SpaceX für Anleger vor allem eines: ein Fall mit außergewöhnlicher Schwankungsbreite, wie auch die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 92 Prozent unterstreicht.

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