SpaceX: 319 Millionen Aktien am Donnerstag frei
SpaceX gibt weitere 319 Millionen Aktien frei. Analysten zeigen sich nach dem Cursor-Abschluss optimistisch, Uneinigkeit bleibt bei der Bewertung.

- Weitere 319 Millionen Aktien werden handelbar
- Cursor-Übernahme für 60 Milliarden Dollar abgeschlossen
- Deutsche Bank und Bernstein erhöhen Kursziele
- Analysten uneins: Kursziele zwischen 75 und 800 Dollar
SpaceX-Aktionäre blicken auf einen entscheidenden Termin: Am Donnerstag werden 319 Millionen weitere Aktien handelbar. Die Kernfrage für Anleger lautet, ob dieser zweite große Unlock den Kurs belastet – während das Unternehmen operativ mit der abgeschlossenen Cursor-Übernahme punktet. Der Kurs notiert aktuell bei 125,20 Euro, ein Minus von einem Prozent auf Tagessicht, nachdem das Papier über sieben Tage bereits 8,4 Prozent zugelegt hatte.
Der zweite Freigabetermin folgt auf einen ersten Unlock am 6. August, bei dem 912 Millionen Aktien handelbar wurden, ohne dass es zu größeren Verkaufswellen kam. Analysten werten dies als positives Signal für den bevorstehenden Termin. Dennoch bleibt die Unsicherheit groß: Bis Jahresende sollen insgesamt rund 4,9 Milliarden Aktien freigegeben werden, im September und Oktober stehen jeweils weitere Tranchen von über 650 Millionen Aktien an.
Cursor-Deal als operativer Treiber
Am 14. August schloss SpaceX die 60 Milliarden Dollar schwere Übernahme des KI-Coding-Start-ups Cursor (Anysphere) ab – deutlich früher als ursprünglich geplant.
Cursor bringt Zugang zu Zehntausenden Unternehmenskunden mit, nach Angaben aus der Berichterstattung nutzen mehr als 50.000 Firmen und 64 Prozent der Fortune-500-Unternehmen die Plattform. Für die Transaktion gibt SpaceX rund 391 Millionen neue Aktien aus, was einer Verwässerung von etwa fünf Prozent entspricht.
Die Deutsche Bank reagierte mit einer deutlichen Anhebung ihrer Umsatzprognose für 2027 auf 115 Milliarden Dollar, zuvor waren es 97 Milliarden Dollar gewesen. Der Analyst Edison Yu bestätigte das Kaufvotum mit einem Kursziel von 235 Dollar.
Bernstein-Analyst Doug Harned hob sein Kursziel am heutigen Dienstag sogar auf 248 Dollar an und stufte die Aktie als Übergewichten ein. Er sieht in orbitalen Rechenzentren den entscheidenden langfristigen Werttreiber und rechnet mit einem möglichen Umsatz von über 600 Milliarden Dollar bis 2031 – vorausgesetzt, die vollständige Wiederverwendbarkeit des Starship-Raumschiffs gelingt. Bislang hat SpaceX nach eigenen Angaben mehr als 15 Milliarden Dollar in das Programm investiert.
Geteiltes Bild bei Analysten
Nicht alle Marktbeobachter teilen den Optimismus. Phillip Securities stuft die Aktie mit Verkaufen ein und nennt ein Kursziel von lediglich 75 Dollar – eine der pessimistischsten Einschätzungen im Analystenfeld, das insgesamt Kursziele zwischen 75 und 800 Dollar aufspannt. Von 31 erfassten Analysten votieren 24 für Kaufen, fünf für Halten und zwei für Verkaufen, was in der Gesamtschau einem moderaten Kaufvotum entspricht.
Auch der bekannte Investor Michael Burry äußerte sich skeptisch zur SpaceX-Bewertung. Er sah nach eigenen Aussagen keine fundamentale Basis für die aktuellen Kursniveaus und erwog einen Leerverkauf, verzichtete jedoch wegen zu hoher Optionskosten darauf. Stattdessen setzte er zuletzt verstärkt auf Softwarewerte wie PayPal und Salesforce.
Operativ bleibt die Wachstumsdynamik intakt: Im zweiten Quartal 2026 steigerte SpaceX den Umsatz um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, wobei das KI-Geschäft um 250 Prozent zulegte. Gleichzeitig weist das Unternehmen in behördlichen Unterlagen auf einen Engpass bei KI-Chips hin, der die geplante Skalierung des orbitalen Rechenzentrumsgeschäfts gefährden könnte.
Für Anleger bleibt der Donnerstag damit der nächste Prüfstein: Hält sich der Kurs auch beim zweiten großen Unlock stabil, dürfte dies als Bestätigung für die fundamentale Story um Starlink und die neu integrierte KI-Sparte gewertet werden.
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