SpaceX Aktie: 1,1-Milliarden-Deal ab 1. Dezember
SpaceX meldet einen neuen KI-Hostingvertrag ab Dezember und plant zusätzliche Rechenleistung, während hohe Investitionen die Verluste belasten.

- Neuer KI-Vertrag startet im Dezember
- Jahresumsatz-Ziel rückt näher
- Rechenkapazität soll deutlich wachsen
- Aktie erholt sich vom August-Tief
SpaceX hat einen weiteren Großauftrag für seine KI-Computing-Sparte an Land gezogen. Finanzchef Bret Johnsen bestätigte auf der Goldman-Sachs-Technologiekonferenz Communacopia+Technology einen neuen Hosting-Vertrag über rund 1,1 Milliarden US-Dollar pro Monat, der ab dem 1. Dezember läuft.
Der Kunde bleibt bislang unbekannt. Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht das rund 13 Milliarden US-Dollar zusätzlichem wiederkehrendem Umsatz – ein Betrag, der laut Johnsen das Ziel von 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz bis Ende 2026 in greifbare Nähe rückt.
Vierter Großvertrag binnen Monaten
Der neue Abschluss reiht sich in eine wachsende Liste bestehender Vereinbarungen ein: Anthropic zahlt SpaceX rund 1,25 Milliarden US-Dollar monatlich, Google Cloud etwa 920 Millionen US-Dollar, das Startup Reflection AI kommt auf 150 Millionen US-Dollar im Monat. Hinzu kommt ein separater Sechsmonatsvertrag über 6,7 Milliarden US-Dollar, dessen Kunde möglicherweise das US-Verteidigungsministerium ist.
Deutsche-Bank-Analyst Edison Yu bezeichnete das 100-Milliarden-Ziel als „hoch erreichbar“, gestützt auf neue Cloud-Dienste und die Übernahme des Startups Cursor.
Der Konzern kam im zweiten Quartal auf einen annualisierten Umsatzlauf von etwa 31 Milliarden US-Dollar bei einem Quartalsumsatz von 7,81 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der KI-Umsatz allein wuchs um 247 Prozent.
Um diese Nachfrage zu bedienen, plant SpaceX seine Rechenkapazität massiv auszubauen: Bis Ende 2026 sollen mehr als zwei Gigawatt Leistung stehen, bis Ende 2027 zwischen fünf und zehn Gigawatt.
Nvidia-CEO Jensen Huang unterstrich beim selben Konferenzabschluss, dass die globale KI-Infrastruktur bis 2030 jährlich drei bis vier Billionen US-Dollar an Investitionen benötigen werde – mit Engpässen bei fortschrittlicher Chipverpackung, Arbeitsspeicher und Stromversorgung.
Rechenzentren im Orbit als nächster Schritt
Über die Erde hinaus denkt SpaceX bereits weiter. Johnsen kündigte an, dass die ersten Orbital-Computing-Satelliten im kommenden Jahr starten sollen, mit dem Ziel, bis 2028 signifikante Rechenkapazität im Weltraum bereitzustellen.
Die Satelliten sollen auf der neuen V3-Plattform mit größeren Solar-Arrays basieren; eine Kostenparität mit bodengestütztem Computing hält Johnsen bereits für das kommende Jahr für möglich. Für das laufende Monatsende ist zudem ein weiterer Starship-Flug geplant, der erstmals mit den umsatzgenerierenden Starlink-Satelliten der Serie V3 starten und damit selbst Erlöse einspielen soll.
Die Ausbaupläne kosten allerdings Geld: Allein im ersten Halbjahr investierte SpaceX 28,48 Milliarden US-Dollar, davon 23,55 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur. Diese hohen Kapitalausgaben erklären auch, warum der Konzern trotz kräftigem Umsatzwachstum weiterhin Verluste ausweist.
Kurs erholt sich von schwachem August
An der Börse kommt die Nachrichtenlage an: Die Aktie schloss am Freitag bei 130,32 Euro, ein Plus von 2,1 Prozent zum Vortag, und liegt damit rund 11 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Tief bei 91,04 Euro, das SpaceX Anfang August markierte, hat sich das Papier um 43 Prozent erholt.
Zum bisherigen Rekordhoch von 194,46 Euro aus dem Juni fehlen der Aktie aber noch etwa ein Drittel. Die hohe annualisierte Volatilität von 84 Prozent zeigt, wie stark der Markt die Bewertung des Unternehmens angesichts der milliardenschweren Wetten auf KI-Infrastruktur weiterhin neu justiert.
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