SpaceX Aktie: 116 Milliarden Dollar Insider-Entsperrung am 6. August
SpaceX veröffentlicht erstmals Quartalszahlen, während kurz darauf Insider-Aktien im Wert von 116 Milliarden Dollar freigegeben werden.

- Erster Quartalsbericht seit Börsengang
- Milliardenschwere Insider-Aktien werden frei
- Starship-Probleme und KI-Geschäft im Fokus
- Kurs nahe 52-Wochen-Tief gefallen
Am 4. August legt SpaceX zum ersten Mal seit dem Börsengang Quartalszahlen vor. Zwei Tage später drohen bis zu 116 Milliarden Dollar an Aktien auf den Markt zu strömen, weil Insider-Sperrfristen enden. Diese Kombination macht die kommende Woche zur bisher härtesten Belastungsprobe für die Aktie.
Der Kurs schloss am Freitag bei 101,18 Euro, ein Minus von 2,60 Prozent. Damit notiert das Papier nur noch 3,73 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 97,54 Euro, erreicht am 23. Juli. Auf Monatssicht steht ein Verlust von fast einem Viertel zu Buche.
Vom Höhenflug zum Ausverkauf
Der Börsengang von SpaceX war der größte der Geschichte. Wenige Wochen später schoss der Kurs auf ein Intraday-Hoch von über 225 Dollar. Kurzzeitig überflügelte SpaceX damit sogar die Marktkapitalisierung von Amazon.
Seitdem ging es steil bergab. Die Aktie liegt nun 47,97 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro vom 16. Juni. Investoren fragen sich, ob der Rückgang eine Kaufgelegenheit ist oder eine Warnung.
Was Analysten von SpaceX wissen wollen
Vor den Zahlen richten sich die Fragen auf mehrere Baustellen gleichzeitig. Ganz oben steht Starship Flight 13. SpaceX musste den Start Anfang des Monats abbrechen, mehrere Triebwerke zündeten nicht.
JPMorgan-Analyst Seth Seifman ordnet das Problem als Teil eines längeren Prozesses ein. Er rechnet damit, „dass es sowohl Fortschritte als auch Rückschläge geben wird“, während SpaceX auf dutzende Starship-Starts im kommenden Jahr hinarbeitet. Bis 2028 sollen es hunderte werden, danach tausende.
Das zweite große Thema ist das schnell wachsende KI-Infrastrukturgeschäft von SpaceX. Anthropic zahlt für den Zugang zu rund 325.000 Nvidia-Grafikprozessoren in den Colossus-Rechenzentren monatlich 1,25 Milliarden Dollar. Google sichert sich etwa 110.000 GPUs für 920 Millionen Dollar im Monat.
Zusammen mit einem kleineren Deal mit dem KI-Startup Reflection sollen diese Vereinbarungen laut einer Analyse von Motley Fool bis Ende 2029 mehr als 76 Milliarden Dollar Umsatz einbringen. Allein Google und Anthropic könnten zusammen jährlich rund 26 Milliarden Dollar beisteuern.
Drittens wartet der Markt auf ein Update zur geplanten Übernahme des KI-Coding-Startups Cursor. SpaceX will Cursor für 60 Milliarden Dollar in einer reinen Aktientransaktion übernehmen, der Abschluss war für das dritte Quartal angekündigt. Scheitert der Deal, muss SpaceX laut den IPO-Unterlagen eine Abfindung von 1,5 Milliarden Dollar sowie Rechenkapazitäten im Wert von 8,5 Milliarden Dollar an Cursor zahlen.
Die Sperrfrist als zweiter Stresstest
Der Zeitpunkt der Zahlen fällt nicht zufällig mit einem der größten Aktien-Entsperrungen der Kapitalmarktgeschichte zusammen. Am 6. August, nur zwei Tage nach dem Quartalsbericht, dürfen Insider erstmals bis zu 911,5 Millionen Aktien verkaufen. Der Marktwert dieser Papiere summiert sich auf bis zu 116 Milliarden Dollar.
Diese Konstellation erhöht den Druck auf das Management, mit den Zahlen zu überzeugen. Fallen die Ergebnisse schwach aus, könnte der Verkaufsdruck durch freigegebene Insider-Anteile den Kurs zusätzlich belasten.
Bewertungsdebatte nimmt Fahrt auf
Der scharfe Kursrückgang hat eine Debatte über die faire Bewertung der Aktie entfacht. Eine Analyse von Barron’s zeigt: SpaceX hat schlechter abgeschnitten als 90 Prozent aller US-Börsengänge mit einer Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarde Dollar seit Juli 2009.
Der RSI von 33,9 signalisiert überverkaufte Bedingungen, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 67 Prozent. Analysten warnen zugleich davor, den Kauf gezielt auf ein einzelnes Ereignis wie den Quartalsbericht zu timen. Angesichts der Schwankungsbreite gilt ein längerer Anlagehorizont mit regelmäßiger Investitionsstrategie als der verlässlichere Weg.
Die kommenden Tage liefern gleich zwei Belastungsproben auf einmal: erst die Zahlen am 4. August, dann die Insider-Verkäufe ab dem 6. August. Wie der Markt beide Ereignisse verarbeitet, dürfte die Richtung für die Aktie in den nächsten Wochen maßgeblich bestimmen.
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