SpaceX Aktie: 120 Milliarden Dollar xAI-Durst
SpaceX-Aktie fällt auf neues Tief, da die KI-Sparte xAI Milliarden verschlingt und Anleger verunsichert.

- Kurssturz auf neues 52-Wochen-Tief
- xAI verschlingt bis zu 120 Milliarden Dollar
- Cursor-Übernahme verstärkt Verwässerungsängste
- Erster Quartalsbericht im August erwartet
SpaceX ist an der Börse angekommen — und der Empfang fällt hart aus. Am Mittwoch brach die Aktie um 6,70 Prozent ein und schloss bei 101,06 Euro. Damit steht das Papier nur noch hauchdünn über seinem frisch markierten 52-Wochen-Tief von 101,02 Euro.
Der Kursverfall ist kein Ausrutscher. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Minus von 11,80 Prozent, über 30 Tage türmt sich der Verlust auf 26,77 Prozent. Vom Rekordhoch bei 194,46 Euro, erreicht am 16. Juni 2026, trennen die Aktie inzwischen fast 48 Prozent. Der Grund für die Nervosität: Das Raumfahrtunternehmen verwandelt sich gerade in einen Computing-Konzern — und das kostet mehr, als viele Anleger erwartet hatten.
Die 120-Milliarden-Dollar-Warnung
Im Februar 2026 fusionierte SpaceX mit xAI und positionierte sich damit als vertikal integrierter Rechenzentrums-Konzern. Die Rechnung dafür ist happig. Morgan Stanley schätzt, dass xAI zwischen 2026 und 2027 bis zu 120 Milliarden Dollar an Barmitteln verschlingen wird, allein für den Aufbau neuer Rechenzentren.
Zum Vergleich: Der historische Börsengang am 12. Juni 2026 brachte 75 Milliarden Dollar ein. Der Kapitalbedarf der KI-Sparte übersteigt also die IPO-Erlöse um ein Vielfaches.
Schon im ersten Quartal 2026 zeigte sich das Ausmaß der Investitionen. Die KI-bezogenen Investitionsausgaben schnellten auf 7,7 Milliarden Dollar hoch — etwa das Dreifache des Vorjahreswerts. Kritiker sehen darin ein Problem: Das teure Rechenzentrums-Geschäft am Boden ziehe Kapital ab, das eigentlich ins Kerngeschäft mit Raketenstarts fließen sollte.
Cursor-Übernahme verschärft Verwässerungssorgen
Zusätzlichen Druck erzeugt die Übernahme von Anysphere, dem Entwickler des KI-Code-Editors Cursor. Der Deal wurde am 16. Juni 2026 verkündet — nur wenige Tage nach dem Börsendebüt. Das Volumen: 60 Milliarden Dollar, komplett in Aktien bezahlt.
Genau das treibt die Verwässerungsängste an. Eine reine Aktien-Transaktion erhöht die Zahl der ausstehenden Anteile deutlich, noch bevor die Lock-up-Fristen überhaupt ausgelaufen sind. Das Management will Cursor direkt in die xAI-Tochter und den Colossus-Supercomputer-Cluster in Tennessee einbinden. Viele Marktteilnehmer bleiben trotzdem skeptisch, ob die hohe Software-Prämie gerechtfertigt ist.
Institutionelle Unterstützung trotz Cash-Burn
Nicht alle Investoren ziehen sich zurück. Cathie Woods ARK Investment kaufte am 22. Juli 2026 rund 121.500 Aktien — ein Signal für langfristiges Vertrauen in die Doppelrolle des Unternehmens als Launch-Anbieter und KI-Infrastrukturanbieter.
Optimistische Analysten verweisen auf bereits gesicherte Großaufträge im Computing-Geschäft:
- Ein Vertrag mit Anthropic über 1,25 Milliarden Dollar monatlich
- Eine Vereinbarung mit Alphabet im Volumen von 920 Millionen Dollar pro Monat
- Eine „Overweight“-Einstufung von Morgan Stanley mit Kursziel 300 Dollar
Die Bank rechnet damit, dass der Gesamtumsatz von 45 Milliarden Dollar im Jahr 2026 auf 319 Milliarden Dollar bis 2030 steigen könnte — getrieben vor allem durch terrestrische und orbitale Rechenzentren.
Charttechnik zeigt Erschöpfung
Der technische Zustand der Aktie spiegelt den Verkaufsdruck wider. Der 14-Tage-RSI ist auf 32,6 gefallen und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 90,84 Prozent — ein Wert, der die Nervosität rund um das Papier unterstreicht.
Zwei Termine im August dürften die nächste Richtung vorgeben. Am 4. August veröffentlicht SpaceX seinen ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen. Nur zwei Tage später, am 6. August, läuft die erste Tranche der gestaffelten Lock-up-Frist aus — dann werden bis zu 911,5 Millionen Aktien handelbar.
Bereits an diesem Donnerstag steht zudem der dreizehnte Testflug von Starship an. Es ist der erste Versuch, dabei Satelliten der nächsten Starlink-Generation auszusetzen — ein Test, der über die operative Story abseits der Bilanzsorgen entscheiden könnte.
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