SpaceX Aktie: 13. Testflug bringt 20 Satelliten

Trotz erfolgreichem Satellitenstart reagiert die SpaceX-Aktie verhalten. Quartalszahlen und Lock-up-Ablauf belasten die Stimmung.

Die Kernpunkte:
  • Starship-Oberstufe setzt Satelliten aus
  • Booster-Stufe bei Landeversuch zerstört
  • Aktie fällt auf 101,18 Euro zurück
  • Quartalszahlen und Lock-up im August

SpaceX hat am Freitag einen wichtigen technischen Meilenstein erreicht – die Börse honoriert ihn kaum. Der 13. Testflug des Starship-Systems, der erste seit dem Nasdaq-Debüt des Unternehmens, brachte 20 Starlink-V3-Satelliten in die Umlaufbahn. Die Aktie reagierte darauf nur verhalten und bewegt sich weiter in einem angespannten Marktumfeld.

Im deutschen Handel schloss das Papier am Freitag bei 101,18 Euro, ein Minus von 2,60 Prozent auf Tagessicht. Der Relative-Stärke-Index von 33,9 signalisiert eine überverkaufte Aktie, und der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt nur noch 3,73 Prozent – die Aktie notiert damit nah an ihrem bisherigen Jahrestief. Die Volatilität bleibt mit über 67 Prozent auf Jahressicht außergewöhnlich hoch, ein Zeichen für die Nervosität, die seit dem Rekord-Börsengang im Juni auf dem Titel lastet.

Erfolgreicher Flug, verlorener Booster

Der jüngste Starship-Test verlief technisch gemischt. Die Oberstufe setzte die 20 Testsatelliten der neuen V3-Generation erfolgreich aus und überstand den Wiedereintritt in die Atmosphäre. Die Super-Heavy-Booster-Stufe hingegen ging bei einem simulierten Landeversuch verloren und explodierte, nachdem sie zunächst im Golf von Mexiko wassern sollte. Die Satelliten selbst verglühten anschließend planmäßig, konnten während des Fluges aber noch Daten übertragen. Für Anleger bestätigt der Test, dass SpaceX beim Starlink-Ausbau technologisch vorankommt – gleichzeitig zeigt der Booster-Verlust, dass das Trägersystem noch nicht vollständig ausgereift ist.

Der Test war zugleich eine Art Beweis der Betriebsfähigkeit nach Wochen der Unsicherheit. Ein vorheriger Startversuch war wegen Triebwerksproblemen abgebrochen worden, die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte daraufhin eine Untersuchung angeordnet und vier Korrekturmaßnahmen identifiziert.

Countdown zu Quartalszahlen und Lock-up-Ablauf

Die eigentliche Belastung für die Aktie liegt jedoch nicht im Weltraum, sondern im Kalender. Am 4. August legt SpaceX seinen ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen vor. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 6,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 47 Prozent gegenüber dem Vorquartal, bei einem Verlust von 0,28 Dollar je Aktie. Nur zwei Tage später, am 6. August, läuft die Haltefrist für 911,6 Millionen Aktien aus früheren Investorenrunden aus – ein Volumen, das die Anlegerschaft nervös macht, weil ein erheblicher Teil davon dann erstmals frei handelbar wird.

Erst kürzlich hatte die Aufnahme in den Nasdaq-100 die Aktie um 7,2 Prozent fallen lassen, statt den erhofften Kaufdruck durch Indexfonds auszulösen. Die Kombination aus Nachbörsen-Volatilität, Lock-up-Sorgen und der Erwartung an die erste Bilanz erklärt, warum der Kurs seit dem Rekordhoch von 194,46 Euro am 16. Juni inzwischen um knapp 48 Prozent eingebrochen ist.

Analysten weit auseinander, Bilanz bleibt angespannt

Selten liegen Analystenmeinungen so weit auseinander wie bei SpaceX. Morgan Stanley hält ein Kursziel von 300 Dollar für gerechtfertigt, während Morningstar den fairen Wert bei lediglich 63 Dollar sieht – eine Spanne, die die Unsicherheit über die Bewertung des Unternehmens widerspiegelt. The Motley Fool riet Anlegern angesichts der bevorstehenden Zahlen und des Lock-up-Termins zunächst zum Abwarten.

Finanziell bleibt SpaceX ein Unternehmen mit einem profitablen Kernsegment, Starlink, das die Verluste der übrigen Sparten bislang trägt. Seit 2002 hat der Konzern kumuliert 41,3 Milliarden Dollar Verlust angehäuft, unter anderem finanziert durch eine erst kürzlich platzierte Anleihe über 25 Milliarden Dollar, wenige Wochen nach dem Börsengang, der 86 Milliarden Dollar einbrachte. Parallel treibt das Unternehmen seine Wette auf künstliche Intelligenz voran: Kapazitätsverträge im Volumen von 82 Milliarden Dollar mit Google Cloud, Anthropic und Reflection AI sowie die 60 Milliarden Dollar teure Übernahme des KI-Coding-Start-ups Cursor sollen künftig neue Erlösquellen erschließen. Ob diese Wetten die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 1,37 Billionen Euro rechtfertigen, dürfte sich spätestens in der kommenden Berichtswoche zeigen.

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